Krieg

Abbas drängt Hamas zu Geiseldeal

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas Foto: Flash90

Mahmud Abbas will einen Geisel-Deal. In einer ungewöhnlichen Erklärung forderte der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) die Hamas im Gazastreifen am Mittwoch auf, mit Israel ein Abkommen über die Freilassung der von der Terrorgruppe gekidnappten Menschen abzuschließen.

In einer offiziellen Erklärung aus Ramallah, die von der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa veröffentlicht wurde, habe Abbas geschrieben: »Angesichts des allumfassenden Krieges, der gegen das palästinensische Volk im Gazastreifen und im Westjordanland, einschließlich Ost-Jerusalem, geführt wird, fordern wir alle, insbesondere die Hamas, auf, schnell ein Abkommen zur Freilassung der Geiseln mit Israel abzuschließen, um dem palästinensischen Volk Leid zu ersparen.« Er fügte hinzu: »Jeder, der auf beiden Seiten Hindernisse aufstellt, um den Deal zu behindern, trägt die Verantwortung.«

Man habe eine unerträgliche Situation erreicht, so Abbas weiter, und es sei an der Zeit, »dass jeder Verantwortung übernimmt«.

Ungewöhnliche Erklärung vonseiten der PA

Der PA-Führer habe schon vorher mehrfach zur Beendigung des Krieges aufgerufen, vor seinen verheerenden Folgen gewarnt und öfter die Freilassung der israelischen Geiseln und palästinensischen Gefangenen gefordert. Die Erklärung vom Mittwoch jedoch sei ungewöhnlich, weil sie sich direkt gegen die Führung der Hamas richte, kommentiert die linksliberale Tageszeitung »Haaretz«.

Während die Gespräche für einen Geiseldeal unter Vermittlung der USA, Katars und Ägyptens in Kairo weitergehen, war eine Delegation der PA mit Abbas an der Spitze Anfang der Woche nach Katar gereist und hatte sich mit dem Emir von Katar, Scheich Tamim Al Thani, getroffen. Abbas habe den Emir aufgefordert, dabei behilflich zu sein, »die Aggression gegen unser Volk zu stoppen«.

Der greise Abbas ist bereits 88 Jahre alt

In Katar seien auch Pläne für die Zeit nach der Beendigung des Krieges besprochen worden. Angeblich hätten die Teilnehmer an den Gesprächsrunden den Druck auf den Palästinenserpräsidenten erhöht, die Autonomiebehörde zu verjüngen. Der greise Abbas ist bereits 88 Jahre alt.

Besonders westliche Regierungen hatten nach den Massakern der Hamas am 7. Oktober und dem anschließenden Krieg zwischen der Terrorgruppe und Israel immer wieder betont, dass die PA überholt werden müsse, bevor ein Palästinenserstaat entstehen könne. Die US-amerikanische Regierung forderte zudem, dass im Anschluss an den Krieg eine reformierte Autonomiebehörde die Verwaltung des Gazastreifens übernimmt.  

Nahost

Darüber sprachen Merz und Netanjahu heute

Kurz vor direkten Gesprächen von israelischen und libanesischen Vertretern greifen zwei deutsche Regierungsmitglieder zum Telefonhörer. Wer mit wem spricht und wie Berlin auf die Gespräche blickt

 13.04.2026

Ungarn

Netanjahu gratuliert Wahlsieger Magyar – und lobt Orban

Israels Premier: »Orban ist ein wahrer Freund Israels, der fest an der Seite Israels stand angesichts ungerechter internationaler Verleumdungen«

 13.04.2026

Diplomatie

Israel und Libanon verhandeln in Washington

Streben nach einem Friedensabkommen, Waffenruhe und Normalisierung: In Washington treffen sich Israel und Libanon zu direkten Gesprächen. Aber wie realistisch sind die Ziele?

 13.04.2026

Waffenruhe

Mangel an Flügen könnte für teuren Sommer sorgen

Reisexperten warnen, dass die Rückkehr der ausländischen Airlines ein langsamer Prozess sein könnte

von Sabine Brandes  13.04.2026

Budapest

Nach Wahlsieg: Magyar äußert sich erstmals zu Israel

Ungarns designerter Ministerpräsident will künftig wieder mit dem Internationalen Strafgerichtshof kooperieren. Auch zu möglichen EU-Sanktionen gegen Israel bezog Péter Magyar Stellung

 13.04.2026

Nahost

US-Militär will ab sofort Straße von Hormus blockieren

Donald Trump möchte verhindern, dass der Iran Gebühren von Schiffen durch die Meerenge verlangt. Jetzt will das US-Militär die Kontrolle der Straße von Hormus übernehmen

 13.04.2026

Nahost

Hinrichtungen im Iran auf 35-Jahres-Rekordhoch

Im Iran wurden 2025 laut Iran Human Rights mindestens 1.639 Menschen hingerichtet – ein Höchststand seit 35 Jahren. Menschenrechtsorganisationen fordern Konsequenzen

 13.04.2026

Libanon

Israels Armee umstellt Hisbollah-Hochburg

In dem Ort in der Nähe der israelischen Grenze sollen Dutzende Kämpfer der Terror-Miliz eingeschlossen sein

 13.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  13.04.2026