Tourismus

Ab 23. Mai in den Israel-Urlaub

Bald sollen sie wieder da sein: Touristen aus dem Ausland in Israel Foto: Flash 90

Es sind viele Superlative, die sie benutzen: »gesündestes Land«, »sicherste Unterkünfte«, »bestes Reisen«. Keine Frage, dass die Experten aus der Tourismusbranche den Gästen aus aller Welt ihr Produkt wärmstens ans Herz legen wollen. Damit sie alle wiederkommen – nach Israel. Offiziell sollen am 23. Mai die Grenzen des Heiligen Landes wieder für Touristen aus dem Ausland geöffnet werden.

STICHTAG Nach einem Jahr ohne jegliche ausländischen Besucher soll es zunächst Gruppen von Geimpften erlaubt sein, nach Israel einzureisen. Tourismusministerin Orit Farkash Hacohen und Gesundheitsminister Yuli Edelstein einigten sich auf eine Rahmenvereinbarung, die als Stichtag dafür den 23. Mai festlegt.

Nach Angaben aus dem Tourismusministerium arbeite man in Zusammenarbeit mit anderen Ressorts an genauen Richtlinien. Dabei seien auch die Leiterin der Abteilung für öffentliche Gesundheit, Sharon Alroey-Preis, und der Corona-Berater der Regierung, Nachman Ash. Anfangs werde die Anzahl der Touristen begrenzt werden, in welcher Höhe ist noch nicht bekannt. »Entsprechend der Gesundheitslage und dem Voranschreiten des Programms werden wir die Zahl erhöhen«, heißt es aus dem Ministerium.

»Alle Besucher müssen vor der Abreise einen PCR-Coronatest durchführen lassen und nach der Ankunft einen serologischen Test.«

Tourismusministerium Israel

Individuelle Reisende sollen später folgen dürfen, man munkelt, im Juli. Bestätigt ist dies jedoch nicht. Auch hier verweist die Behörde auf »die Erwägungen der Lage«.

»Alle Besucher müssen einen PCR-Coronatest durchführen lassen, bevor sie in das Flugzeug nach Israel steigen, und einen serologischen Test nach der Ankunft auf dem Ben-Gurion-Flughafen«, gibt das Tourismusministerium bekannt. Bei einem serologischen Test handelt es sich um eine Blutuntersuchung zum Nachweis von Antikörpern gegen Covid-19 im Blut, die vom Immunsystem nach einer Infektion oder Impfung gebildet wurden. Das Ergebnis soll binnen weniger Minuten vorliegen.

IMPFZERTIFIKATE Währenddessen werde mit verschiedenen Ländern diskutiert, wie man die lokalen Impfzertifikate gegenseitig anerkennen könne. »Und dann wird die Notwendigkeit der serologischen Tests wegfallen.« Auch hier soll es in naher Zukunft neue Informationen geben.

»Israel ist das erste geimpfte Land, und seine Einwohner sind die ersten, die die Ergebnisse daraus genießen können«, so Gesundheitsminister Yuli Edelstein. »Nach dem Öffnen der Wirtschaft ist es an der Zeit, Tourismus in einer vorsichtigen und kalkulierten Art und Weise wieder zu erlauben.« Man werde weiter daran arbeiten, die Beschränkungen nach und nach aufzuheben.

»Wir sind das erste Land, in dem der internationale Tourismus wieder startet.«

Yossi Fattael

Das hofft auch die Leiterin des Tourismusressorts, Ministerin Farkash-Hacohen. »Ich freue mich, diesen ersten bedeutenden Schritt für die Industrie bekanntzugeben.« Das sei ein besonderer Vorteil als sicheres und gesundes Land. »Nur die offenen Himmel und der internationale Tourismus werden die Branche wirklich wiederbeleben – von den Restaurants und Hotels über die Busunternehmen bis zu den individuellen Reiseführern.«

GESUNDHEIT Der Vorsitzende der Vereinigung für Reiseveranstalter in Israel, Yossi Fatael, meint, dass Israel dafür bereit sei. »Wir sind das erste Land, in dem der internationale Tourismus wieder startet.« Die »Safe Travel Israel«-Protokolle seien alle fertig und liegen parat. »Von dem Moment an, wenn der Gast hier aus dem Flugzeug steigt, ist jeder Schritt geplant. Damit garantieren wir die Gesundheit und Sicherheit.«

Der Chef des Ichilov-Krankenhauses und ehemaliger Corona-Berater, Ronni Gamzu, bestätigt: »Es ist sicher hier, das Leben bei uns ist wieder normal«, und ruft die Menschen in aller Welt auf: »Kommen Sie nach Israel – Sie sind herzlich willkommen!«

Terrorgefahr

Schin Bet warnt vor möglichem Angriff auf Eilat im Stil des 7. Oktobers 

Der Chef des Inlandsgeheimdienstes soll führende Mitarbeiter der Behörde angewiesen haben, mögliche Angriffsszenarien für die Hafenstadt im Süden zu untersuchen

 23.06.2026

Kommentar

Wer kann das noch ernst nehmen?

Immer mehr zeigt sich: Anmoderation und Exekution von Unwahrheiten und falschen Fakten vor einem Millionenpublikum sind kein ärgerlicher Ausrutscher, sondern gezielte Agitation

von Daniel Killy  23.06.2026

Jerusalem

Israel-Libanon-Gespräche: Netanjahu kündigt Verbleib der Armee im Südlibanon an

»Die IDF wird weiterhin entschlossen handeln, um Bedrohungen für unsere Soldaten und Zivilisten abzuwehren«, sagt die israelische Regierung

 23.06.2026

Jerusalem

Netanjahu: Israel hat iranische Bombe verhindert

Israels Premier bezeichnete den Angriff auf den Iran als »größte Luftoperation« in der Geschichte des Landes

 22.06.2026

Bildung

Israel setzt auf Künstliche Intelligenz im Englischunterricht

Der Start des Programms fällt in eine Phase, in der die Schulen des jüdischen Staates mit erheblichen Problemen beim Sprachenunterricht kämpfen

 22.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026

Süd-Libanon

Israelische Armee entdeckt Hisbollah-Tunnel mit Raketenstellungen

IDF: Die Raketenschächte sind durch Luftangriffe nur sehr schwer oder gar nicht zerstörbar

 22.06.2026

Absichtserklärung

Trumps Frieden – Irans Sieg

Während der US-Präsident das Memorandum mit Teheran als Durchbruch feiert, warnen Experten in Israel vor Zugeständnissen bei der Atomfrage und im Libanon

von Sabine Brandes  21.06.2026

Jerusalem

Umfrage: 92 Prozent der Israelis sehen Iran als Kriegssieger

Nur wenige Israelis halten die Kriegsführung ihrer Regierung für erfolgreich. Die Mehrheit sieht eine geschwächte Sicherheit und unerreichte Ziele.

 21.06.2026