Terror

23-jähriger Sicherheitsmann erschossen

Der Tatort am Eingang der Siedlung Ariel Foto: Flash 90

Die Terrororganisation Hamas hat sich am Montag zu einem Teroranschlag bekannt, bei dem in der vergangenen Woche der 23-jähriger Sicherheitsmann in der Siedlung Ariel im Westjordanland getötet worden. Vyacheslav (Vladi) Golev schützte während der Attacke seine Verlobte mit seinem Körper. Die junge Frau überlebte unverletzt. Zwei verdächtige Palästinenser sind verhaftet worden.

Golev war an einer Sicherheitskabine am Eingang von Ariel stationiert, als zwei palästinensische Terroristen das Feuer auf ihn eröffneten. Seine Verlobte Victoria Fligelman aus Aschkelon arbeitete mit ihm zusammen.

SPAZIERGANG Der junge Mann war ein ehemaliger Student an der Ariel University, der vor Kurzem nach Ariel gezogen war. Er stammt aus einer ultraorthodoxen Familie und hat sieben Geschwister. Er und Fligelman hatten sich vor einigen Wochen verlobt und wollten zusammen in Ariel leben. Nur Stunden vor dem Anschlag posteten sie ein Foto auf den sozialen Netzwerken von einem gemeinsamen Spaziergang.

Eine Anti-Terror-Einheit der Armee verhaftete am Samstag zwei Verdächtige. Sie wurden in der nahe gelegenen palästinensischen Stadt Qarawat Bani Hassan festgenommen. Die beiden leisteten keinen Widerstand. Auch ihre Waffen wurden bei der Razzia beschlagnahmt.

»Es gibt keinen Terroristen, den wir nicht erreichen werden.«

Premier Naftali Bennett

Eine vorläufige Untersuchung ergab zuvor, dass die Verdächtigen, die als ein 19-jähriger und ein 20-jähriger Palästinenser beschrieben wurden, voraussichtlich nicht von Terroristengruppen entsandt wurden, einer von ihnen jedoch Verbindungen zur Hamas hat.

Sie beiden seien am Freitagabend bewaffnet mit einem Auto ans Tor der Siedlung gefahren und hätten aus nächster Nähe auf Golev geschossen, gaben die Sicherheitskräfte an. Er starb noch am Tatort.

VERANTWORTUNG Die Terrororganisation Al-Aksa-Märtyrerbrigaden übernahm die Verantwortung für den Anschlag. »All diese Aktivitäten sind eine Reaktion auf die israelische Aggression in Jerusalem«, sagte ein maskierter Mann in einem Video, das in den sozialen Medien verbreitet wurde. Auch die Hamas lobte den Mord als »heroische Operation«.

Nach dem Ende des Schabbats gab Premierminister Naftali Bennett eine erste Stellungnahme ab. Er drückte der Familie des Wachmanns sein Beileid aus und hob hervor, wie Golev seine Verlobte gerettet habe. »Es gibt keinen Terroristen, den wir nicht erreichen und mit dem wir die Rechnung begleichen werden«, so Bennett. »Unser Krieg gegen den Terror ist lang.« (mit AP)

BDS

Boykottversuch gegen israelische Stadtbahn gescheitert

Eine spanische Gewerkschaft fordert von der Firma CAF, die Arbeiten an den Tel Aviver Wagen einzustellen. Doch die weigert sich standhaft

von Sabine Brandes  18.06.2026

Pride

»Wir verstecken uns nicht mehr«

In Tel Aviv erlebt die LGBTQ+-Szene Akzeptanz und Freiheit. Doch bis dahin war es ein langer Weg

von Sabine Brandes  18.06.2026

Libanon

Bericht: Israel führt »hartnäckige« Verhandlungen mit USA

Während Trump das Rahmenabkommen unterzeichnet, gehen die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah weiter. Aus israelischen Kreisen heißt es, man werde nicht nicht von der Positionen abrücken, Truppen in der »Pufferzone« südlich des Litani-Flusses zu halten

von Sabine Brandes  18.06.2026

Diplomatie

Israel bricht Beziehungen zu EU-Außenbeauftragter Kallas ab

Außenminister Gideon Sa’ar will mit Kaja Kallas so lange nicht mehr reden, bis sie sich für ihren angeblichen Vorwurf, Israel praktiziere Apartheid, entschuldigt

von Michael Thaidigsmann  18.06.2026

Essen

»Schakschuka ist der Favorit«

Der deutsch-israelische Koch Tom Franz hat ein Buch über das Frühstück geschrieben. Hier spricht er über geflochtenen Lachs, clevere Vorräte und die Frage, warum er die erste Mahlzeit des Tages auslässt

von Katrin Richter  18.06.2026

Krieg

Hisbollah-Sprengsatz tötet israelischen Soldaten, verletzt sieben weitere

Eigentlich soll das Rahmenabkommen der USA mit dem Iran auch die Front im Südlibanon umfassen. Vorerst setzen die vom Iran unterstützte Hisbollah und Israel ihre Angriffe hier aber fort

 18.06.2026

Jerusalem

Netanjahu unter Druck: Wird der Iran-Krieg zum Bumerang?

Der Ministerpräsident versprach einen Triumph, Kritiker sprechen von einer Niederlage. Wie der Iran-Krieg Israels Verhältnis zu den USA und Trumps Loyalität auf die Probe stellt

von Sara Lemel  18.06.2026

Meinung

Letzte Chance für die Linke

Viele Juden haben »Die Linke« schon abgeschrieben. Doch nach wie vor gibt es dort Mitglieder, die den Antisemitismus innerhalb der Partei bekämpfen. Hoffentlich setzen sie sich auf dem Bundestreffen in Potsdam durch

von Mascha Malburg  18.06.2026

Terror

Juden für Iran ausgespäht: Spionageprozess beginnt

Vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg beginnt der Prozess gegen zwei Männer, die im Auftrag des Irans gezielt Juden und Israel-Freunde für Anschläge ausgespäht haben sollen

 17.06.2026