Duisburg

Unvorstellbares Unglück

Erinnerung an die Opfer Foto: ddp

Duisburg

Unvorstellbares Unglück

Die Gemeinde ist über die Toten bei der Loveparade bestürzt

von Zlatan Alihodzic  27.07.2010 14:35 Uhr

20 Tote und mehr als 500 Verletzte – das ist die traurige Bilanz der Loveparade in Duisburg, bei der es am vergangenen Wochenende offenbar aufgrund eines fehlerhaften Sicherheitskonzepts zu einer Massenpanik gekommen war. »Ein Fest, das in Freude mit Musik und Tanz begann, fand dieses tragische Ende. Der Verlust dieser jungen Menschen ist ein schweres und unvorstellbares Unglück«, schreibt Yaacov Zinvirt, Rabbiner der Jüdischen Gemeinde in Duisburg, in einer Beileidsbotschaft an die Hinterbliebenen. »In dieser schweren Stunde der Trauer aller Menschen bis über unsere Grenzen hinaus müssen wir unseren Zusammenhalt stärken und gegenseitig Trost spenden und ein Halt für die Hinterbliebenen sein«, so Zinvirt. Er schließt: »Im Namen der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen gilt unser Beileid und Mitgefühl den Hinterbliebenen und allen Trauernden.«

zivilcourage Die Gemeinde selbst hat, zumindest sah es bis Redaktionsschluss so aus, keine Toten zu betrauern. »Ich habe das alles in den Nachrichten verfolgt«, sagt Oleg Tartakowski. Der Jugendzentrumsleiter der Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen war allerdings »relativ ruhig«, wie er erklärt: »Ich wusste, dass die meisten Kinder und Jugendlichen aus unserem Jugendzentrum schon im Sommerurlaub waren. Und sie sind auch nicht die Zielgruppe der Loveparade.« Dennoch könnte das Unglück nach den Sommerferien ein Thema werden: »Worüber man reden kann, das ist die Zivilcourage und die Hilfe für andere Menschen. Aber sonst kann man es kaum nachbereiten, denn die Leute dort hätten ja nichts anders machen können, um sich in der Situation zu schützen.«

botschaft Auch Israels Botschafter in Berlin, Yoram Ben-Zeev, ist bestürzt über das Unglück bei der Duisburger Loveparade und spricht den Hinterbliebenen der Opfer sein Beileid aus. In einem Brief an Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft schreibt er unter anderem: »Diese Tragödie macht uns fassungslos, und es ist nicht zu begreifen, dass eine als fröhliche Party geplante Veranstaltung in einer derartigen Katastrophe geendet hat. Den Familien der Opfer wünschen wir recht viel Kraft und Trost, um diesen schweren Verlust ertragen zu können.«

7. Oktober

»Wir erinnern nicht schweigend«

Melody Sucharewitz über ihren Kampf gegen das Vergessen des 7. Oktober bei der Gedenkveranstaltung auf dem Bebelplatz in Berlin. Ihre Rede im Wortlaut

von Melody Sucharewicz  08.10.2026

Frankfurt

Jüdische Gemeinde Frankfurt erhöht Druck auf Hessischen Rundfunk

Im Streit um das in der NS-Zeit enteignete Grundstück der örtlichen B’nai-B’rith-Loge stehen nun auch personelle Konsequenzen im Raum

 25.09.2026

Düsseldorf

Josef-Neuberger-Medaille für Grünen-Ministerin Mona Neubaur

Mit der Josef-Neuberger-Medaille ehrt die Jüdische Gemeinde Düsseldorf seit über 30 Jahren Menschen oder Institutionen der nichtjüdischen Öffentlichkeit

 14.09.2026

Rosch Haschana

Neujahrswünsche von Friedrich Merz und Johann Wadephul

Zum jüdischen Neujahrsfest schicken der Bundeskanzler und der Bundesaußenminister Grußbotschaften an die jüdischen Gemeinden

 10.09.2026

Berlin

Wahlkampfdebatte im Gemeindehaus

Die Jüdische Gemeinde lud anlässlich der bevorstehenden Wahl die Spitzenkandidaten von CDU, Linken, Grünen und SPD zum Podiumsgespräch. Am Ende wurde mal wieder über Antisemitismusdefinitionen gestritten

von Debora Eller  10.09.2026

Viktoria Ladyshenski

Schleswig-Holstein

»Wir packen unsere Koffer«

Viktoria Ladyshenski, Geschäftsführerin der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein, warnt, dass die Gefahr durch linken und islamistischen Antisemitismus in Deutschland nicht ernst genug genommen wird

 08.09.2026

Sachsen-Anhalt

Landeszentrale unterstützt Fahrten von Schülern zu jüdischen Gemeinden

Seit Jahren können Schulklassen für Fahrten zu Gedenkstätten Zuschüsse beim Land Sachsen-Anhalt beantragen. Künftig soll auch jüdisches Leben sichtbar gemacht werden, weshalb das Land die Förderung ausweitet

 31.08.2026

Ehrung

Rabbiner Andreas Nachama erhält Berliner Moses-Mendelssohn-Preis         

Er gilt als eine zentrale Figur des jüdischen Lebens in Deutschland: der Rabbiner und Publizist Andreas Nachama. Nun erhält er eine besondere Auszeichnung

von Daniel Zander  31.08.2026

Memoiren

Und dennoch!

2012 erschienen die Lebenserinnerungen der Schoa-Überlebenden Charlotte Knobloch. Titel: »In Deutschland angekommen«. Heute sagt sie: »Ich habe mich getäuscht.« Jetzt legt deshalb ein weiteres Buch vor

von Christoph Renzikowski  21.08.2026