NRW-Europaminister Nathanael Liminski hat in Warschau bei einer Zeremonie persönliche Briefe von Opfern des Nationalsozialismus sowie weitere sensible Dokumente an Gedenkstätten und diplomatische Vertretungen übergeben. Mit der Einladung würdige die polnische Regierung das Engagement Nordrhein-Westfalens für einen verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Gegenständen von NS-Opfern, erklärte die Staatskanzlei am Freitag in Düsseldorf. Dazu gehörten die Bundesratsinitiative des Landes für ein Handelsverbot und Liminskis Einsatz gegen eine geplante Auktion mit Erinnerungsstücken.
Es sei ein wichtiges Zeichen, »dass wir diese historischen Dokumente heute in vertrauensvolle Hände übergeben«, sagte Liminski. Nachdem die Nazis versucht hätten, ihre Opfer systematisch zu entmenschlichen, dürfe man nicht zulassen, »dass ihre persönlichen Gegenstände Jahrzehnte später erneut zu bloßen Nummern in Auktionsportalen und Katalogen werden«, sagte Liminski.
Und weiter: »Wo Erinnerung zur Ware wird, gerät die Würde ins Wanken.« Solche Stücke gehörten in Archive und Museen. Das bestehende Verbot des Handels mit NS-Propagandamitteln solle auf die persönlichen Gegenstände der Opfer erweitert werden.
Bundestag muss sich mit Vorhaben zu Gegenständen von NS-Opfern
befassen
Der Bundesrat hatte am 12. Juni auf Initiative Nordrhein-Westfalens einstimmig eine Gesetzesinitiative zum Verbot des kommerziellen Handels mit persönlichen Gegenständen von NS-Opfern beschlossen. Der Entwurf sieht Ausnahmen unter anderem für Museen, Archive und Bibliotheken sowie für berechtigte Interessen von Wissenschaft und historischer Aufarbeitung vor. Nun muss sich der Bundestag mit dem Vorhaben befassen.
An der Zeremonie im polnischen Ministerium für Kultur und nationales Erbe nahmen auch die polnische Kulturministerin Marta Cienkowska und Wojciech Soczewica, Generaldirektor der Auschwitz-Birkenau-Stiftung, teil.