Stef Wertheimer

Wandel durch Wirtschaft

von Heide Sobotka

Es gibt Frieden im Nahen Osten – in den Industrieparks des israelischen Unternehmers Stef Wertheimer. Seine Idee, jungen Firmen Starthilfen zu geben, egal ob es jüdische, palästinensische oder arabische Unternehmen sind, hat eine einmalige Friedenslandschaft in Galiläa geschaffen. Diese vorbildliche Vision des aus Deutschland stammenden Wertheimer hat den Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit überzeugt. Zum ersten Mal in ihrer fast 60-jährigen Geschichte zeichnete sie am vergangenen Sonntag zu Beginn der Woche der Brüderlichkeit mit Stef Wertheimer einen Unternehmer mit der Buber-Rosenzweig-Medaille aus.
Wertheimer habe in seinen »Friedens-parks« auf vorbildliche Weise für jüdische und arabische Israelis Arbeit, Kultur und Bildung geschaffen und gebe damit Beispiele für ein respektvolles Miteinander. »Wertheimer hat in einer konfliktreichen Umgebung ein kleines Wunder vollbracht«, verlas Rabbiner Henry G. Brandt die Begründung für die Preisverleihung an den 81-Jährigen beim Überreichen der Urkunde. Aber auch für ihn selber sei dieser Tag ein ganz besonderer, sagte der Rabbiner und gab der Verleihung damit eine sehr persönliche Note. Vor 60 Jahren haben die beiden nahezu Gleichaltrigen zusammen in der Eliteeinheit Palmach für die Gründung des Staates Israel gekämpft. »Heute darf ich dich für deine Friedensarbeit auszeichnen.«
Wie außergewöhnlich die Leistungen des 1926 im badischen Kippenheim geborenen Wertheimer sind, hob Laudator Wolfgang Schäuble (CDU) hervor. »Sie haben gezeigt, dass gemeinsame Arbeit den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt und ein wichtiger Stabilitätsgarant ist«, sagte der Bundesinnenminister. Wie kaum ein anderer verkörpere der israelische Unternehmer damit den Spruch von Israels erstem Ministerpräsidenten David Ben Gurion: »Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.« Aus einem kleinen Betrieb habe Wertheimer ein Großunternehmen gemacht, so Schäuble.
In einer Situation, in der in Deutschland durch die Selbstbereicherung von Topmanagern eine Debatte über Steuersolidarität und Wirtschaftsethik entbrannt ist, wird das Vorbild Wertheimers als verantwortlich handelnder Unternehmer noch greifbarer, betonte Rickleff Münnich, der evangelische Präsident des Deutschen Koordinierungsrates. »Echte Verantwortung gibt es nur, wo es wirkliches Antworten gibt«, zitierte Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin den Philosophen Martin Buber. Diese Antworten gebe auch Stef Wertheimer durch sein Handeln.
Eine Debatte über wirtschaftliche Ethik sei wichtig, betonte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. »Wir brauchen eine Debatte, in der jeder erst einmal selber in den Spiegel schaut«, forderte Rüttgers gerade die Großen und Mächtigen auf. Sie müssten sich wieder fragen: Was kann ich für mein Land tun? »Das wäre brüderlich«, meinte Rüttgers.
Für den festlichen Rahmen der Auftaktveranstaltung zur Woche der Brüderlichkeit sorgten die Jüdische Gemeinde Düsseldorf und das Orchester Shir Sameach des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein. Düsseldorfs Rabbiner Julien Soussan freute sich über die Ausrichtung der Eröffnung in seiner Stadt: »Auf diese Weise ehren wir auch die Arbeit der vielen engagierten Mitglieder hier in der Stadt und in der Gemeinde.«

Antisemitismus

Ire in Frankreich verhaftet, nachdem er gedroht hatte, jüdisches Paar zu ermorden

Nachdem der Australier und seine Frau aus dem Tunesien-Urlaub zurück waren, gingen sie zur Polizei

 27.08.2026

Desinformation

Was steckt hinter dem International Burke Institute?

Die KI-Firma OpenAI hat nach eigenen Angaben eine verdeckte russische Beeinflussungskampagne aufgedeckt, die sich als israelisch inszeniert haben soll

 26.08.2026

Würdigung

Hamburg ehrt Esther Bejarano und Jina Mahsa Amini

In der Hansestadt gibt es künftig eine Esther-Bejarano-Straße und einen Jina-Mahsa-Amini-Park

 24.08.2026

Schweden

Im Wahlkampf mit dem Davidstern

Simona Mohamsson ist Schwedens Bildungs- und Integrationsministerin und Vorsitzende der Liberalen. Jetzt überraschte die Tochter muslimischer Einwanderer mit einer deutlichen Geste

von Michael Thaidigsmann  19.08.2026

Nahost

Israel soll Militärflugplatz in Nordsyrien attackiert haben

Israel hat seit dem Umsturz wiederholt auch Ziele in Syrien ins Visier genommen. Nun wird ein erneuter Angriff gemeldet. Der US-Sondergesandte für Syrien übt deutliche Kritik

 18.08.2026

Vandalismus

Deportationsmahnmal in Berlin beschmiert

Das Denkmal an der Putlitzbrücke soll an die über 30.000 Juden erinnern, die zu NS-Zeiten vom benachbarten Moabiter Güterbahnhof aus in Konzentrationslager deportiert wurden

 18.08.2026

Sachsen-Anhalt

Gericht: AfD-Mitgliedern kann Waffenbesitzkarte entzogen werden

Mitglieder und Unterstützer der AfD in Sachsen-Anhalt haben gegen den Entzug ihrer Waffenbesitzkarte geklagt. Das Verwaltungsgericht Magdeburg wies die Klage ab. Nun entschied das Oberverwaltungsgericht.

 10.08.2026

Potsdam

Jüdische Gelehrsamkeit in berühmter Schlösserlandschaft - Rabbinerseminare im Wandel

Vor fünf Jahren wurde das Europäische Zentrum Jüdischer Gelehrsamkeit eröffnet - mit Rabbinerseminaren und einer Synagoge. Seitdem hat sich in der Rabbinerausbildung viel verändert. Wie geht es weiter?

von Leticia Witte  10.08.2026

Islamismus

Tagesspiegel-Vorwürfe gegen Karoline Preisler: Nun antwortet die FDP-Politikerin

Hatte sie einen jungen Mann wegen einer Vornamensgleichheit zu Unrecht als CSD-Attentäter verdächtigt? Preisler widerspricht und beklagt, die Zeitung habe sie nicht zu Wort kommen lassen

 30.07.2026 Aktualisiert