Charlotte Knobloch

Unbequeme Mahnerin

Anfang Juni wurde Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch in Wittlich der Georg-Meistermann-Preis 2008 der Stiftung Stadt Wittlich verliehen. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Ralf Bußmer, sagte über den Namensgeber des Preises: »Meistermann war ein unbequemer Mahner und ein Mensch, der größten Wert darauf legte, sich den Erfahrungen der Vergangenheit unmittelbar zu stellen, die Lehren daraus zu ziehen und daraus die Verantwortung für das Handeln in Gegenwart und Zukunft abzuleiten. Auch wenn er dem Staat und der Gesellschaft ein großes Versagen vorhielt, wurde er nie müde, diese Auseinandersetzung aus Respekt vor den Opfern einzuklagen, damit ihr Tod nicht umsonst gewesen sei.« In seiner Laudatio würdigte Johannes Gerster, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, die Preisträgerin: »Frau Knobloch hat sich, den Nazi-Schergen nur knapp entronnen, für ein Leben in Deutschland und für den Neuaufbau jüdischen Lebens in Deutschland entschlossen. Den Ungeist nationalistischer Inhumanität beantwortete sie im Geiste der Humanität.« Das mit dem Georg-Meistermann-Preis verbundene Preisgeld in Höhe von insgesamt 10.000 Euro gab Charlotte Knobloch je zur Hälfte an das Emil-Frank-Institut der Theologischen Fakultät an der Universität Trier und das Arye Maimon-Institut.
Ihre Begründung. »Beide Einrichtungen leisten hervorragende Arbeit und einen entscheidenden Beitrag zur Rekonstruktion deutsch-jüdischer Vergangenheit. Und beide Einrichtungen sichern so die deutsch-jüdische Zukunft. Weil sie uns Anknüpfungspunkte in der Vergangenheit liefern, die für die Gegenwart bedeutsam sind. Weil sie dokumentieren, was in einer Atmosphäre gegenseitigen Respekts und Gleichberechtigung möglich war und heute wieder möglich ist.« gue

Meinung

Erfolgreich ausgesessen

documenta: Der Vorwurf des Antisemitismus wiegt schwerer, als der Antisemitismus selbst

von Anna Staroselski  22.09.2022

Zahl der Woche

9.593.000 Menschen

Fun Facts und Wissenswertes

 22.09.2022

Standpunkt

Einfach besser machen

Die »Zehn Tage der Umkehr« dienen im Judentum der Reflexion und Reue. Unser Autor überlegt, ob nicht auch die documenta-Verantwortlichen jetzt Besserung geloben könnten

von Maram Stern  22.09.2022

Haus der Wannsee-Konferenz

Emotionaler Termin

Bundeskanzler Scholz und Israels Regierungschef Lapid treffen Schoa-Überlebende

von Lilly Wolter  12.09.2022

Diplomatie

Steinmeier begrüßt Herzog zu Staatsbesuch in Berlin

Israel Staatspräsident: »Jeder Besuch in Deutschland hat ein enormes persönliches Gewicht«

 04.09.2022

Berlin

Bundespräsident Steinmeier begrüßt Israels Präsidenten Herzog zu Staatsbesuch

Am Montag empfängt Bundeskanzler Olaf Scholz den Staatsgast

von Jörg Blank  04.09.2022

Meinung

Weltkirchenrat: Im Gespräch bleiben

Die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen wird von Antisemitismusvorwürfen überschattet. Der Dialog zwischen Juden und Christen darf aber nicht abreißen, findet unser Autor

von Rabbiner Andreas Nachama  31.08.2022

Meinung

Bosnien: Juden als Premierminister unerwünscht

Alexander Rhotert wünscht sich ein Ende der verfassungsmäßigen Ungleichstellung der nationalen Minderheiten von Bosnien und Herzegowina

von Alexander Rhotert  31.08.2022

Olympia-Attentat 1972

Olaf Scholz: »Eine gute Lösung finden«

Das bisherige Entschädigungsangebot der Bundesregierung lehnten die Hinterbliebenen der Opfer als zu gering ab. Nun scheint eine Einigung in greifbarer Nähe zu sein

 31.08.2022