Naturkosmetik

Soap Stars

von Ralf Balke

Olivenöl ist nicht nur lecker und gesund. Zu Seife verarbeitet oder als Bestandteil von Cremes hilft Olivenöl auch gegen Falten und Fußpilz. Das jedenfalls verspricht Savta Gamila, zu Deutsch: Oma Gamila, eine erfolgreiche drusische Unternehmerin aus Peki’in in Galiläa. Mit ihren 68 Jahren ist sie Herrin und zugleich Aushängeschild eines kleinen Seifenimperiums. Aus syrischem Olivenöl, 15 verschiedenen Kräutern und Shea‐Butter aus dem Sudan stellt sie die kleinen Seifenblöcke her – alles nach einem uralten Familienrezept, das wie die Formel zur Herstellung von Coca‐Cola selbstverständlich streng geheim ist und von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. »Die Natur ist wie die Menschen«, verriet Savta Gamila kürzlich dem Magazin Jerusalem Report. »Kräuter können jemanden umbringen oder auch heilen. Die Natur ist wie eine offene Universität für mich, und die Kräuter sprechen zu mir.«
Die Seife mit »Philosophie« wurde bei den esoterikverliebten Israelis in Tel Aviv sofort ein großer Erfolg. Für happige fünf Euro geht sie in Naturläden oder ausgesuchten Drogerien über den Ladentisch. »35.000 Stück verkaufen wir davon in Israel. Und zwar pro Monat«, verrät ihr Sohn Fuad, der als Geschäftsführer Mamas Ware unter die Leute bringt. »Dazu kommen noch 75.000 in Japan.« In Europa oder Asien können Savta Gamilas Seifen schon mal bis zu 20 Euro kosten. Möglich machte die Expansion der Einstieg eines holländischen Investors, sodass die Produkte aus Peki’in mittlerweile in elf Ländern zu haben sind.
Rund sieben Milliarden Dollar Umsatz werden weltweit mit Naturkosmetika wie Savta Gamilas Wunderseife erzielt, stellte jüngst die Organic Consumers Association in den USA fest. Und der kleine jüdische Staat exportiert nach Angaben des Israel Export Institute Seifen, Shampoos und Cremes im Wert von über 165 Millionen Dollar im Jahr, wobei der Anteil von Produkten auf sogenannter natürlicher oder organischer Basis schwer zu ermitteln ist. Bereits bestens etabliert sind aber seit Jahren Kosmetika, in denen auf die eine oder andere Weise der mineralienreiche Schlamm des Toten Meeres zur Anwendung kommt. »Mindestens 50 Firmen in Israel bieten solche Totes‐Meer‐Produkte an«, stellte das Israel Business Focus Magazin fest.
Wie man Schlamm erfolgreich in Geld verwandeln kann, führt die 1988 gegründete Ahava Dead Sea Laboratories Ltd. vor. Mit einem Jahresumsatz von über 130 Millionen Dollar ist sie eindeutig der Platzhirsch. Unter dem Markennamen Ahava, zu Deutsch: Liebe, werden auf Pflanzenextrakten, Salzen oder Mineralien basierende Produkte wie Gesichtsmasken oder Badezusätze in mittlerweile 25 Ländern angeboten, darunter auch in Deutschland. 42 Prozent seiner Einnahmen erwirtschaftet das Unternehmen im Ausland. 2007 öffneten unter der Ahava‐Flagge in Israel, Deutschland und Großbritannien mehrere Läden ihre Pforten. Und weil Ahava weiter kräftig wachsen will, braucht das Unternehmen mehr Kapital und verkündete deshalb am 1. Oktober vergangenen Jahres, dass man den Sprung auf das Börsenparkett wagen will. In London sollen in naher Zukunft Aktien der Ahava Dead Sea Laboratories Ltd. gehandelt werden.
Aber auch die auf Olivenöl basierenden Pflegeprodukte »Made in Israel« finden immer mehr Liebhaber. Aya Natural ist ein weiterer Anbieter mit viel Potenzial. Und genau wie Savta Gamila ein von Drusen gegründetes Unternehmen aus dem Dorf Beit Jann. »Zur drusischen Tradition gehört es, Babys mit Olivenöl und Myrtepulver einzureiben. Das ist gut für ihr Immunsystem«, erklärt Jamal Hamoud, einer der beiden Gründer von Aya Natural. Und was für Babys gut ist, kann Erwachsenen schließlich nicht schaden. »Wir wollen pharmazeutisches Wissen mit Tradition verbinden.«
Tradition lautet auch bei Schwartz Cosmetics das Stichwort. Schon in dritter Generation produziert die aus Ungarn stammende Familie Schwartz nahe Beer Sheva Kosmetika aller Art. »Unser Vater Hanan mischte zu Hause mit Begeisterung Shampoos und Gesichtscremes zusammen«, berichtet Marketingchef Uzi Schwartz. »Und das alles mit einfachen Küchengeräten.« Auch Schwartz Cosmetics schwört auf Olivenöl. »Es wurde schon in der Vergangenheit benutzt, um die Haut vor der Sonne und dem Austrocknen zu schützen«, so Uzi Schwartz. Heute werden die Lotionen und Cremes nicht mehr in der Küche zusammengebraut, sondern in einer eigenen Fabrik. Und exportiert wird bereits nach Zypern, Deutschland, Holland und in die USA. »Unsere Produkte sind beliebt, weil wir ausschließlich natürliche Zutaten verwenden, die wir hier im Lande zur Verfügung haben.«
Nahe Beer Sheva befindet sich auch das kleine Unternehmen Asala Desert Nature. Das Besondere: Es sind Beduinenfrauen aus der Kleinstadt Tel Sheva, die mit Hilfe des Centers for Jewish‐Arab Economic Development (CJAED) und dem erfahrenen Pflegeprodukthersteller Hlavin aus Ra’anana die Firma ins Leben gerufen haben und Naturkosmetika auf Basis von Kräutern, die im Negev wachsen, entwickeln. Damit helfen die Frauen nicht nur anderen Frauen im Kampf gegen Falten, sondern auch sich selbst gegen die unter Beduinen weit verbreitete Armut.

Grossbritannien

Der Mops, die rechte Pfote und der Hitlergruß

Jüdischer Verband kritisiert BBC: Sender zeigt Film über verurteilten Schotten und dessen umstrittenen Hund Buddha

 05.08.2019

Pferdesport

Israelin Dani G. Waldman siegt vor Ludger Beerbaum

Bei der dritten Auflage des Fünf‐Sterne‐Reitturniers in Berlin gewinnt die für Israel startende Amerikanerin 

 27.07.2019

Milton Glaser

Er liebt New York

Der US‐Designer feierte seinen 90. Geburtstag

von Christina Horsten  26.06.2019