Cafè Tamar

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Café Tamar,
Tel Aviv

Das Café Tamar in der Tel Aviver Sheinkinstraße ist nicht einfach ein Kaffeehaus, sondern eine israelische Institution. Seit 1941 ist es ein Ort heftig geführter gesellschaftlicher Debatten, ein geistiges Zentrum, in dem Lebenslust und Politfrust heftig aufeinanderprallen. Ursprünglich die gastronomische Bastion der israelischen Linken, bevölkert von Intellektuellen und alten Palmachkämpfern, tummelt sich heute im Tamar eine bunte Mischung von Menschen – ein Mikrokosmos der israelischen Gesellschaft.
Schön ist das Café Tamar nicht: Schaut man durch die Fenster des ziemlich schäbigen Gebäudes ins Innere, sieht man grüne Tische, die in den 50er-Jahren modern waren, im Hintergrund brummt ein alter Kühlschrank, daneben stapeln sich Flaschen. Die Wände sind mit Karikaturen und Fotos von lebenden und toten Stammgästen tapeziert. Der Schriftsteller Yoram Kaniuk zählt ebenso zu ihnen wie der Eichmann-Jäger Rafi Eitan, der »Exodus«-Kommandant Jossi Harel oder der Tierarzt Rafi Kishon, Sohn von Ephraim Kishon, der den Humor seines Vaters geerbt hat und die Menschen gern zum Lachen bringt. Betrieben wird das Tamar seit fast 50 Jahren von Sarah Stern. Die inzwischen 80-Jährige herrscht über ihr Café mit einer Art von »aufgeklärtem Absolutismus«, wie ein Stammgast es beschreibt.
Christian Buckard und Daniel Guthmann stellen das Café und seine Gäste am Samstag, den 17. April, um 19.20 Uhr in ihrer Reportage Utopie mit Milch und Zucker auf 3sat vor. ja

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