holocaustleugnung

Schwebendes Verfahren

Die Regensburger Staatsanwaltschaft prüft gegenwärtig, ob das Verfahren gegen Bischof Richard Williamson abgeschlossen werden kann. Dem Mitglied der erzkatholischen Pius-Bruderschaft wird vorgeworfen, in einem Fernsehinterview den Holocaust geleugnet zu haben. Bislang weigerte sich der schwedische Journalist, der im Januar 2009 das Gespräch geführt hatte, auszusagen.
Sogar ein deutsches Rechtshilfeersuchen vor einem halben Jahr brachte keinen Erfolg. Vielleicht kann jetzt doch bald Anklage erhoben werden, denn nun hat der Journalist eine schriftliche Stellungnahme abgegeben. Darin heißt es, es habe keine Absprache mit Williamson gegeben, dass das in Deutschland geführte Interview nicht außerhalb Schwedens gezeigt werden dürfe. Williamson, der die britische Staatsbürgerschaft besitzt, behauptet aber das Gegenteil. Dieser Punkt ist für das Verfahren wichtig: In Schweden ist die Leugnung des Holocausts nicht strafbar.
Bei der Pius-Bruderschaft in Regensburg wollte man auf Nachfrage der Jüdischen Allgemeinen nichts zu den neuesten Entwicklungen sagen. Kurz nach Bekanntwerden der Äußerungen Williamsons hatte der deutsche Distriktobere des Ordens, Pater Franz Schmidberger, die Aussagen des Bischofs in einer öffentlichen Stellungnahme »inakzeptabel« genannt und erklärt, er und seine Mitbrüder seien über dessen Holocaustleugnung »erschüttert«. Später hieß es allerdings auch, dass man am Ziel der »Judenmission« festhielte.
Dass der schwedische Journalist so lange mit seiner Aussage bei der Regensburger Staatsanwaltschaft gewartet hat, liegt an einer Besonderheit des Presserechts in dem skandinavischen Land. Danach gilt für Journalisten ein Quellenschutz, Staatsanwaltschaft und Polizei dürfen sie nicht zu Aussagen zwingen. »Die Freiheit der Presse ist ein Gut, das wir in Skandinavien sehr hoch ansehen«, sagt Asbjørn Svarstad, der in Berlin als Korrespondent für schwedische und norwegische Blätter arbeitet. »Als skandinavischer Journalist soll man kein Akteur in einer Geschichte sein, man nimmt auch nicht später als Informant an ihr teil, sondern beobachtet nur.«
Trotzdem findet Korrespondent Svarstad es richtig, dass der Kollege eine Aussage gemacht hat. Schließlich sei es wichtig, Antisemiten nicht einfach so davon- kommen zu lassen. Elke Wittich

Berlin

Kerzen, Gebete und Warnungen - und Gedenken an Terroropfer

Der 7. Oktober 2023 hat sich eingebrannt in das Gedächtnis - nicht nur bei Opfern und Angehörigen des islamistischen Terrorangriffs auf Israel. Zum Jahrestag gibt es besorgte Warnungen

 07.10.2026

Terror

US-Präsident Trump glaubt, dass Iran hinter Flydubai-Attentat steckt

Noch ist unklar, ob und zu welchen ausländischen Organisationen der Attentäter Verbindungen hatte

 06.10.2026

Ein strategischer Bomber der US Air Force vom Typ B-1B Lancer auf dem Stützüpunkt Fairford in England (Archivbild)

Washington

Nach Anschlagsdrohung: B1-Bomber in die USA zurückverlegt

Das US-Militär hatte einige seiner Bomber wegen des Iran-Krieges nach Großbritannien verlegt. Nun wurden diese nach einem Vorfall am Stützpunkt wieder in die USA zurückbeordert. Die Frage ist: Warum?

 05.10.2026

Studie

»Neue antisemitische Normalität«: 7. Oktober für Juden in Deutschland biografische Zäsur

Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigt, wie der Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 das Leben von Jüdinnen und Juden in Deutschland verändert hat. Die Befragten berichten von einer »neuen antisemitischen Normalität«, wachsendem Misstrauen und Ausgrenzung

 05.10.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  03.10.2026

Eisenach/Karlsruhe/Unna/Hagen

Mutmaßliches IS-Mitglied in Thüringen festgenommen

Der Verdächtige soll laut Bundesanwaltschaft für den IS als bewaffneter Militärpolizist tätig gewesen sein. Auch bei drei anderen Männern besteht der Verdacht auf Nähe zu der Terrororganisation

 02.10.2026

Düsseldorf

»Sei ein Mensch«: Gedenkort für verfolgte Abgeordnete im NRW-Landtag

Entlassen, drangsaliert, gefoltert: Viele frühere Abgeordnete des nordrhein-westfälischen Landtags wurden in der NS-Diktatur verfolgt. Ein neuer Gedenkort im Parlamentsgebäude erinnert an sie

von Ingo Lehnick  02.10.2026

Tel Aviv/Abu Dhabi

»Fly Dubai«-Vorfall: Hintergründe weiter unklar

Was geschah im Cockpit des Fluges nach Israel? Emiratische Behörden haben Ermittlungen eingeleitet. Jerusalem geht von einem Terroranschlag aus. Gesicherte Erkenntnisse zum Motiv gibt es bislang nicht

 02.10.2026

Bettina König (SPD), Nina Stahr (Bündnis 90/Die Grünen) und Kerstin Wolter (Die Linke, v.l.) während einer Pause

Berlin

Parteien-Treffen zu Antisemitismus mit »konstruktivem« Austausch

Linke, Grüne und SPD ringen in Berlin um eine gemeinsame Haltung zu Judenhass und organisierter Kriminalität. Was beim ersten Treffen dazu herauskam

 01.10.2026