Tu Bischwat

Narzissen statt Bäume

von Marina maisel

Ein sonniger frühlingshafter Tag mitten im Winter, ein kugelrunder riesiger Zeltdom und eine 1.300 Quadratmeter große Sandstrandfläche – das Tu‐Bischwat‐Fest der Münchner im Kunstpark Ost kann beginnen. Eventmanagerin Anat Rajber hatte die Idee zu diesem außergewöhnlichen Ort. In der Zeltkugel ist es warm und gemütlich. Israelische Feigen, Datteln, getrocknete Aprikosen und Pflaumen, verschiedene Nüsse und unzählige andere Köstlichkeiten verbreiten eine unvergleichliche „Tu‐Bischwat‐Stimmung“. Und sie regen kleine Künstler dazu an, unter der Leitung von Idan Golde Kopfbedeckungen in Früchteform zu basteln.
„Der Mensch ist wie ein Baum …“ mit diesem Satz aus der Tora beginnt Rabbiner Israel Diskin von Chabad Lubawitsch seine Geschichte. Die Kinder hören gespannt, wie ehrlich und arbeitsam der kleine David seinen Baum pflanzt.
Reuven Barak, Delegierter des Israelischen Nationalfonds KKL Jerusalem, der seit September vergangenen Jahres seine Organisation in Bayern vertritt, hat zusammen mit dem Jugendzentrum Neshama dieses Fest veranstaltet. Er freut sich über die vielen Gäste und lädt alle zu einer symbolischen Pflanzaktion ein. Denn in diesem Jahr – so erklärt er – dürfen in Israel keine Bäume gepflanzt werden: Die Erde ruht sich aus, denn das Jahr 5768 ist ein Schmitta‐ oder Schabbatjahr. Statt Baumsetzlingen pflanzen die Kinder gemeinsam mit den Eltern Narzissen in Blumenkästen. Wie diese weiter wachsen, werden sie dann in der Sinai‐Schule beobachten können.
Einige Besucher spielen Beachvolleyball, andere genießen einfach das schöne Wetter. Und mitten im Trubel beginnen Ilana Barak, Ilana Weigert, Sarah Forstner und Emanuel Rund bekannte und beliebte Lieder aus dem gelobten Land zu singen und zaubern ein wenig israelisches Klima in die bayerische Hauptstadt. Da passten die 13 Grad mitten im Januar.

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