kampf gegen rechts

Löwen‐Mut

Was machen Fußballfans, wenn im Stadion »Judensau« gerufen wird oder wenn einer das schlimme Lied von der »U‐Bahn bis nach Auschwitz« anstimmt? Im Normalfall leider nichts. Aber: »Wir gehen hin und sagen, er soll seinen Mund halten«, sagt Ulla Hoppen. Sie ist aktiv bei »Löwen‐Fans gegen Rechts«, einem Fanklub des Zweitligisten TSV 1860 München.
Die Initiative hat in der vergangenen Woche in Hannover den Julius‐Hirsch‐Preis erhalten. Der Deutsche Fußballbund (DFB) will damit »ein öffentliches Zeichen für die Unverletzbarkeit der Würde des Menschen setzen, in den Stadien und in der Gesellschaft«, wie es DFB‐Präsident Theo Zwanziger und der Vorsitzende der Jury, Ex‐Innenminister Otto Schily, formulieren.
Außer den »Löwen‐Fans gegen Rechts« wurden die Initiative »Hintertorperspektive« aus dem Umfeld des Drittligisten FC Carl Zeiss Jena und das Fanprojekt des Bundesligisten Hannover 96 geehrt. Nach München gehen 10.000 Euro, nach Jena 6.000 und nach Hannover 4.000 Euro. Einen Ehrenpreis erhielt auch Giovanni di Lorenzo. Der Chefredakteur der Wochenzeitung »Die Zeit« hat unter anderem das Projekt »Netz gegen Nazis« mitinitiiert.
Mit der Ehrung erinnert der DFB an den ehemaligen Nationalspieler Julius Hirsch. Der jüdische Fußballer wurde 1943 in Auschwitz ermordet. Den nach ihm benannten Preis gibt es seit fünf Jahren. Der Jury gehört ein Enkel Hirschs und die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, an.
DFB‐Chef Theo Zwanziger sprach in Hannover davon, dass es eine »Daueraufgabe des deutschen Fußballs« sei, Rassismus und Antisemitismus zu bekämpfen. Diese Aufgabe haben die geehrten Fanklubs angenommen. Die »Löwenfans gegen Rechts« etwa sind nicht nur aktiv, wenn sich Nazis im Stadion zeigen. Sie betreiben auch eine Webseite, geben ein Fanzine namens »Löwen‐Mut« heraus und kämpften erfolgreich dafür, dass in der Hausordnung von 1860 München ein Antirassismusparagraf eingeführt wurde.
»Wir sind in erster Linie Fußballfans und keine Politaktivisten«, sagt Hermann Schröger von den Löwen‐Fans. »Wir wollen uns einfach den Spaß an unserem Lieblingssport von solchen Leuten nicht verderben lassen.«
Für diesen bescheidenen Anspruch sind die Löwen‐Fans ausgeprochen aktiv: Sie bieten zum Beispiel Führungen durch die Münchner Synagoge an. Auch das Projekt von Hannover 96 veranstaltet Führungen und begleitet beispielsweise Fans, Spieler und andere Interessierte in die Gedenkstätte Bergen‐Belsen Martin Krauß

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