„Crocs

Leisetreter

Schön sind sie nicht. Aber sehr bequem und sehr begehrt. Und sie leuchten in allen Farben. Von klassischem Weiß über dezentes Marineblau bis zu grellem Grasgrün und Neonpink. Die Gummischuhe der kanadischen Firma Croc. In keinem anderen Land der Erde haben die Treter mit den Löchern auf der Oberseite einen vergleichbaren Erfolg wie in Israel.
2002 ursprünglich als Bootsschuh mit Anti-Rutsch-Sohle entwickelt, traten die Crocs ihren Zug um die Welt an. Obwohl sicher die wenigsten Israelis sie auf einem Boot tragen, ist der Boom unaufhaltsam: Greise, Junge sowie Junggebliebene, Teenager und Kindergartenkinder haben sie an den Füßen. Modelle in den beliebtesten Farben rot und dunkelblau sind in vielen Schuhgeschäften bereits seit Monaten ausverkauft. Für 200 Schekel, umgerechnet etwa 35 Euro, kann jedermann den neuesten Modetrend mitmachen.
Die Website der Firma wirbt mit dem außerordentlichen Tragekomfort: Laufe so viele Meilen wie du willst – trag sie auf dem Boot, im Garten und auch bei der Arbeit, denn du wirst niemals weichere und bequemere Schuhe finden. »Stimmt«, meint Tomer Kohen, 26, aus Jerusalem. »Manchmal vergesse ich sogar, sie auszuziehen, so gut fühlen sie sich an. Ich trage sie immer und überall. Sie passen auch zu allem und sind einfach lässig.«
Manchen allerdings sind die Gummitreter etwas zu leger. Dem Besitzer des Restaurants Edna in Ramat Hascharon etwa. Als die Bedienung Noah Gat mit ihren nagelneuen roten Crocs zur Arbeit kam, schickte er sie wieder nach Hause. Grund: Die Löcher machen sie zu gefährlich für eine Arbeit im Lokal, Glassplitter könnten die Füße verletzen. Gat findet das lächerlich. »Die Crocs sind unglaublich bequem. Geradezu gemacht für diese Arbeit. Ich glaube, mein Chef mag sie einfach nicht.«
Wer weiß, wie lange noch. Denn auch jene, die sie anfangs belächelten und als Gartenschuhe abtaten, werden langsam schwach. Architektin Sigal Bitan etwa. Sie wollte partout keine haben, als ihr Mann anbot, ihr ein Paar zu kaufen. Sie seien einfach häßlich und plump. »Aber ich bin machtlos«, lacht Bitan heute, »gegen dieses Fieber kommt keiner an.« Jetzt hat sie auch ein Paar. Nicht zu übersehen in Quietschgelb. Sabine Brandes

Zahl der Woche

28 Prozent

Fun Facts und Wissenswertes

 07.10.2021

Gedenken

Die Namen zurückholen

Nach jahrelangem Tauziehen wurde in Amsterdam das Nationale Holocaust-Monument eingeweiht

von Tobias Müller  20.09.2021

Ehrung

Merkel wird mit Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet

Die Laudatio auf die Kanzlerin hält der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster

 29.08.2021

Antisemitismus

Experten warnen eindringlich vor Verharmlosung

AJC Berlin und Bundesverband RIAS stellen neue Studie zu Verschwörungsmythen vor

von Leticia Witte  09.08.2021

SchUM-Städte

Zentren jüdischer Kultur und Gelehrsamkeit

Das jüdische Erbe am Rhein könnte Unesco-Welterbe werden

von Karsten Packeiser  28.07.2021 Aktualisiert

Felix Klein

Nationale Strategie gegen Judenhass geplant

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung will noch vor der Bundestagswahl Eckpunkte vorlegen

 26.07.2021

Karlsruhe

Fundament der Gemeinschaft

Die Jüdische Kultusgemeinde feiert die Eröffnung der neuen Synagoge vor 50 Jahren

 12.07.2021

Magazin

»1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland«

Das Magazin der JA zum Jubiläum gibt es hier!

 23.06.2021

Landtag Brandenburg

Neuer Vorstand Freundeskreis Israel

Ziele des Gremiums sind Unterstützung der Gedenkstättenarbeit und Förderung des friedlichen Zusammenlebens

 18.06.2021