AKIM-Deutschland

Kunstvoll

von Pat Christ

»Shalom – gemeinsam gehen!« heißt das Projekt, das anlässlich des 60. Jahrestages der Gründung Israels behinderte Künstler aus Deutschland und Israel zusammenführen will. Die Initiative geht von einem Bündnis unterfränkischer Behindertenwohnheime und dem Regierungsbezirk Unterfranken aus. Die bereitet derzeit zusammen mit AKIM-Deutschland die Ausstellung vor, die am 2. November im Jüdischen Gemeinde- und Kulturzentrum »Shalom Europa« in Würzburg eröffnet wird. Derzeit ist der Leiter von Akim Deutschland, Imrich Donath, auf der Suche nach Bildern von geistig behinderten jüdischen Menschen, die von Würzburg aus auf Deutschland-Tournee geschickt werden sollen. Insgesamt 25 Werke jüdischer Maler mit geistigem Handicap wird die Ausstellung umfassen.
Im vergangenen Jahr waren Kunstwerke von israelischen Malern mit Handicap sogar auf der Documenta in Kassel zu sehen. Immer wieder seien die Betrachter verblüfft, auf wie großen inneren Reichtum die Bilder geistig behinderter Maler schließen lassen, sagt Donath: »In vielen Fällen können sie überhaupt keinen Unterschied feststellen zu zeitgenössischer Kunst von nicht behinderten Künstlern.« Für diese Verblüffung soll auch die Wanderausstellung auf ihrem Weg durch Deutschland sorgen. Anvisiert sind Stationen in Bad Homburg, Wuppertal, Dortmund und Berlin. Und sie soll nicht behinderten Betrachtern eine Brücke bauen zur Welt jener Menschen, deren Intelligenz eingeschränkt ist, wobei sie gleichzeitig oft über tiefe emotionale Fähigkeiten verfügen. »Shalom – gemeinsam gehen!« will Donath zufolge letztlich auffordern, keinen Menschen aus der Gemeinschaft auszuschließen.
Es ergebe für ihn auch keinen Sinn, behinderte Kinder von nicht behinderten zu separieren, wie es in Deutschland oft geschieht, sagt Donath. Zumindest im Kindergarten sei doch, was AKIM in Israel längst bewiesen hat, Platz für alle Kinder. Die Ausstellung soll Menschen mit Behinderung ermutigen, trotz Behinderung kreativ tätig zu werden. Bilder und Collagen können noch bis zum 15. Juli an AKIM- Deutschland, Dietigheimer Straße 21, 61350 Bad Homburg, gesandt werden. Weitere Informationen zu dem Kunstprojekt gibt es bei Imrich Donath unter der Nummer 06172/29759 oder donath@dtsw.de.

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