Jubiläum

Junge und alte Einsteins

Junge und
alte Einsteins

Jubiläum: zehn Jahre Wissenschaftliche Gesellschaft Berlin

Die Verbindung zwischen Russland und Deutschland herzustellen sowie Zuwanderer bei der Integration zu unterstützen, darum geht es oft in russisch geprägten Vereinen und Organisationen im Umfeld der Jüdischen Gemeinde. Die Wissenschaftliche Gesellschaft Berlin (WiGB) verfolgt dieses Ziel auf dem akademischen Sektor. Die WiGB wurde vor über zehn Jahren von Wissenschaftlern mit russisch‐jüdischem Hintergrund gegründet und hat sich zwei Tätigkeitsschwerpunkten verschrieben: einerseits den Migranten zu helfen, ihre akademisch‐wissenschaftliche Arbeit in Deutschland weiterzuführen, andererseits Kindern und Jugendlichen die Begeisterung für die Wissenschaft zu vermitteln.
Im Rahmen einer wissenschaftlichen Konferenz und einer Ausstellung über ihre Geschichte feierte die WiGB am vergangenen Sonntag ihr 10‐jähriges Bestehen.
„Wir können nicht anders, wir sind Wissenschaftler!“ – so begründet Viktor Mairanowski, Leiter des Wissenschaftsseminars der WiGB das ehrenamtliche Engagement der in der Gesellschaft organisierten Gelehrten. Um die Integration und die Arbeit von Wissenschaftlern aus der ehemaligen UdSSR zu fördern, organisiert die WiGB Konferenzen und Seminare und pflegt den Kontakt mit anderen wissenschaftlichen Organisationen. Sowohl Dozenten als auch Erfinder sind in der WiGB versammelt, einige Erfindungen wurden bereits mit den in Erfinderkreisen begehrten IENA‐Medaillen ausgezeichnet.
Der zweite Pfeiler der Arbeit der WiGB ist die pädagogische Tätigkeit: Durch Seminare, Vorlesungen, thematische Exkursionen und „Olympiaden“ in Mathematik und Physik sollen Jugendliche für wissenschaftliche Fächer begeistert werden. Mit Erfolg, wie die wohlwollenden Berichte von meist russischstämmigen jungen Leuten belegen, die im Rahmen der Ausstellung zu lesen waren. Eine bekundete selbstironisch, im Bereich Naturwissenschaften mit „weißen Blättern“ gekämpft zu haben, die die Dozenten der WiGB zum Teil füllen konnten. So ist die Tätigkeit der ehrenamtlichen Dozenten breit gefächert: ob eine besondere Unterstützung für begabte Schüler, Nachhilfe für schwächere, oder das Vermitteln einer „methodologischen Brücke“ zwischen den Lehrsystemen der ehemaligen Sowjetunion und Deutschlands, wie es eine Schülerin formulierte.
In den vergangenen zehn Jahren gab es 15.000 Einzelstunden, 70 Seminare und Vorlesungen sowie 30 thematische Exkursionen. Mathematik, Physik, Biologie und Chemie stehen auf dem Programm, aber auch Philosophie und Linguistik. Für die Zukunft erhoffen sich Vorsitzende Bella Lurik und Wissenschaftsseminarleiter Viktor Mairanowski mehr Unterstützung der Jüdischen Gemeinde, um die alten und jungen Einsteins weiterhin fördern zu können. Sophie Neuberg

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