Lesung

Juden und Radfahrer

Antisemitismus ist ein Problem, das nach wie vor existiert. Dabei tritt nach Meinung des früheren Botschafters in Deutschland, Avi Primor, der Antijudaismus zurück hinter einer gegen Israel gerichteten Haltung aufgrund des Nahost-Konflikts. Nach wie vor aber gibt es eine Menge über lange Zeit gewachsener Vorurteile, denen er in seinem Buch »An allem sind die Juden und die Radfahrer schuld. Deutsch-jüdische Missverständnisse« nachgeht. Es ist entstanden aus Gesprächen mit seiner Co-Autorin, der Journalistin Christiane von Korff. Beide sprachen auf Einladung des Kulturzentrums der IKG im Gemeindehaus über alte und neue Vorurteile. Primor ging auch auf die historischen Entwicklungen ein, die manche Ressentiments wachsen ließen, etwa den vermeintlichen Reichtum der Juden, die die beiden Autoren in dem Buch abhandeln. Während nach Primors Meinung der Antisemitismus, der auf dieser Art von Vorurteilen beruht, zurückgegangen ist, treten neue Argmentationen in den Vordergrund. Sie beruhen großenteils auf einer antiisraelischen Stimmung, begünstigt durch den Nahostkonflikt.
Auch wenn der frühere Diplomat nicht die Politik in das Zentrum seines Vortrages stellen wollte, so wurden das Engagement und die Visionen für ein Miteinander von Israelis und Palästinensern, die er schon in seiner Zeit als israelischer Botschafter immer wieder gezeigt hatte, auch an diesem Abend deutlich. Ein Beitrag zu einer positiven Zukunft ist für ihn das Zentrum für europäische Studien an der Privatuniversität in Herzliya, das er 2004 gegründet hat. Er selbst leitet dort einen trilateralen Studiengang für israelische, palästinensische und jordanische Studenten, um so auch unter diesen Missverständnisse zu beseitigen und den Weg zu einem Miteinander zu ebnen. Miryam Gümbel

Forschung

Ukraine öffnet Archiv über KZ-Häftlinge

Mitten im Krieg mit Russland öffnet die Ukraine historische Geheimarchive. Für Forschende über die NS-Zeit und die Sowjetische Besatzungszone soll der Zugang erleichtert werden

 11.03.2026

Jerusalem

Wadephul: Iranische Waffen gefährden »nicht nur Israel, sondern auch uns in Europa«

Bei seinem Besuch bei seinem Amtskollegen Gideon Sa’ar sei es auch um diese Frage gegangen: Wie kann dieser Konflikt irgendwann beendet werden, wenn man dem Iran die entscheidenden Waffen aus der Hand geschlagen hat?»

 11.03.2026

Reisen

Lufthansa setzt weiterhin viele Nahost-Flüge aus

Flüge nach Tel Aviv, Teheran und in andere Städte bleiben ausgesetzt. Lufthansa reagiert weiter auf die Lage im Nahen Osten – Charterflüge für Rückholaktionen laufen jedoch weiter.

 09.03.2026

Südlibanon

Zwei israelische Soldaten bei Hisbollah-Angriff getötet

Nach einer vorläufigen Untersuchung der israelischen Armee begann der Vorfall, als ein Panzer während eines Einsatzes stecken blieb

 08.03.2026

Washington

USA intervenieren gegen mögliche Russland-Hilfe für den Iran

Sondergesandter Steve Witkoff kritisiert Moskau dafür, dass es Teheran im Krieg zu unterstützen scheint

 08.03.2026

Iraner in Deutschland

»Einfach leben«

Der Exil-Iraner und Musikmanager Babak Shafian war bisher skeptisch, wenn es um den möglichen Fall des Mullah-Regimes ging. Diesmal ist er hoffnungsvoll. Der Grund dafür ist Israel

 04.03.2026

Demonstrierende schwenkten am Montag israelische und iranische Flaggen vor der israelischen Botschaft in Berlin und riefen „Danke, IDF!“.

Berlin

Zeichen gegen Teheran

Exil-Iraner demonstrierten vor Israels Botschaft in Berlin und drücken ihre Hoffnung auf einen Neuanfang aus

 03.03.2026

Botschafter Ron Prosor: Das Regime in Teheran steht mit dem Rücken zur Wand

Interview

»Ich bin für die klare Haltung Deutschlands dankbar«

Israels Botschafter Ron Prosor zu deutschen Reaktionen nach den Angriffen auf den Iran, zur Sicherheitslage israelischer und jüdischer Einrichtungen sowie zu einer Nachricht zu Purim

von Detlef David Kauschke  02.03.2026

Nahost

Iran greift erstmals europäisches Ziel an: Drohne trifft britischen Stützpunkt auf Zypern

Nach Ausrufung einer Sicherheitswarnung erschütterten Explosionen die Basis. Kampfjets der Royal Air Force hoben nach Angaben von Flugbeobachtern ab, um den Luftraum zu sichern

 02.03.2026