Madrichim

Hin und weg

von Rachel Weinberger
und Igor Schmulensohn

Die Vorbereitung auf unsere Arbeit als Madrichim im kommenden Jahr war diesmal eine ganz besondere: Für zehn Tage reisten wir mit unserem Jugendleiter aus dem Jugendzentrum Neschama Lorin Nezer nach Israel. Die Fahrt begann an dem Ort, an dem der moderne Staat Israel ausgerufen wurde: in Tel Aviv, Rotshild Boulevard 16, in dem Raum, in dem David Ben‐Gurion die Unabhängigkeit Israels proklamierte. Wir erfuhren, wie viele verschiedene Einwanderungswellen diesen Staat begründeten. Im Diaspora‐ Museum Beth Hatfutzoth hörten wir mehr über die Geschichte.
Nachdem wir uns am Vormittag mit geschichtlichen Themen befasst hatten, widmeten wir uns den Rest des Tages der aktuellen Medienlandschaft Israels. Nach einem Gespräch mit Matan Drori, dem Chefredakteur der israelischen Tageszeitung Maariv, im Verlagshaus Maariv, folgte eine Führung im Militärsender Galei Zahal, bei der wir Omry Ronen, den wohl populärsten Radiomoderator Israels, trafen.
Am nächsten Tag führte unser Weg in den Norden, zu den Golan‐Höhen. Bei der historischen Festung Gamla im Golan entdeckten wir Parallelen zur römischen Zeit und dabei eine fast identische Geschichte, wie sie von Flavius Josephus überliefert ist.
Doch nicht nur Geschichte, auch die Gegenwart beschäftigte uns: Der Golan gilt weltweit als eines der renommiertesten Anbaugebiete. Der Golan‐Wein erfreut sich besonders großer Beliebtheit und erhält Jahr für Jahr mehrere Auszeichnungen. Wir kamen auch in den Genuss einer Weinprobe und schauten hinter die Kulissen der Herstellung dieses Aushängeschildes Israels.
Nach einem langen Tag im Golan sprangen wir verschwitzt und müde in das kalte Nass des Kinerets. Bei Dunkelheit konnten wir uns nicht nur erfrischen, sondern auch den klaren Sternenhimmel genießen. Diese Erfrischung sollte uns auch Kraft für den nächsten Tag geben. Arbeit für Israel stand auf dem Programm. Das haben wir wörtlich genommen und mit Hacken und Spaten geholfen, die alten Ruinen Safeds wieder auszugraben.
Als Nächstes gingen wir zu Rabbiner Bigmo aus dem Ascent Center, der uns eine Einführung in die Kabbala gab. Am Abend lernten wir im Teachers’ College bei Haifa im Gespräch mit Lehrern, wie verschiedene Aktivitäten in Israel ausgearbeitet und durchgeführt werden.
Von Haifa ging es dann nach Tel Aviv. Dort hatten wir Gelegenheit, den Knesset‐Abgeordneten Joel Chason von der Kadima‐Partei zu interviewen. Wir konnten auch mit der Jugendgruppe der Kadima‐Partei sprechen. Wie generell auf dieser Reise blieben wir nicht lange an einem Ort. In Jerusalem besuchten wir als Erstes die Davidsstadt. Wie bereits im Golan war Simon Erlanger, ein Privatdozent aus der Schweiz, unser kompetenter Reiseführer. Zusammen mit ihm fuhren wir zum alten Kanalsystem der Stadt und zur heiligsten unserer Stätten, der Klagemauer.
Schabbat in Jerusalem – auch dieser Traum sollte für uns wahr werden. Doch vorher widmeten wir uns der tragischen Zeit des Holocausts. In Yad Vaschem erfuhren wir in einem Workshop, wie wir als Madrichim das Thema Kindern und Jugendlichen nahe bringen können. Am Abend waren wir zum Gebet in der Großen Synagoge von Jerusalem. Dieser Schabbat in der israelischen Hauptstadt war für uns ein erholsamer Tag. Wir picknickten im Unabhängigkeitspark und spazierten auch durch den arabischen Teil Jerusalems.
Am Abend wartete ein weiterer Höhepunkt auf uns. Ulrich Sahm, der bekannte Nahost‐Korrespondent, lud uns zu sich nach Hause ein. Bei einem freundschaftlichen Gespräch debattierten wir bis in die frühen Morgenstunden über den Nahen Osten. Am letzten Tag in der pulsierenden Hauptstadt besuchten wir das neue Herzl‐Museum und gedachten des großen Visionärs an seinem Grab. Eine Führung durch die Knesset rundete unseren Besuch in Jerusalem ab.
Am Toten Meer schließlich genossen wir ein heilendes Schlammbad und ließen uns vom salzigen Wasser treiben. Nach einer sehr kurzen Nacht standen wir um vier Uhr morgens am folgenden Tag am Fuße der Festung Massada. Der mühsame Aufstieg wurde durch einen atemberaubenden Sonnenaufgang entschädigt. Mit diesem Bild vor Augen fuhren wir zu einem weiteren Naturschauspiel, den Wasserfällen von Ein Gedi. Sie kühlten uns nicht nur von der Wanderung ab, sondern zogen uns auch in ihren Bann. Nun ging es zum Kibbutz von Ben‐Gurion. Der Tag klang mit einem Besuch bei Beduinen in der Negev‐Wüste, einem Kamelritt und einem typisch‐beduinischem Abendessen aus.
Die letzten zwei Tage verbrachten wir in entspannter Atmosphäre in Eilat. Auf dem Rückweg hielten wir noch in Latrun an und schauten uns das Militär‐Museum und den neu eröffneten Park »Mini‐Israel«, in dem ganz Israel zu sehen ist, an. Unsere Erfahrungen wollen wir im kommenden Jahr an unsere Chanichim weitergeben.

Die beiden Autoren nahmen an der Reise teil.

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