60 Jahre Israel

Große Feste, kleine Gesten

Große Ereignisse, so sagt der Volksmund, werfen ihre Schatten voraus. Nicht anders ist es mit dem 60-jährigen Jubiläum des Staates Israel. Um das Unabhängigkeitsfest gebührend begehen zu können, beginnen jüdische Gemeinden und Organisationen schon Wochen vor dem Stichtag 8. Mai mit den Festveranstaltungen.
Der Landesverband der jüdischen Gemeinden in Hessen feiert in Wiesbaden. Am 13. April bildet ein Konzert im Rathaus den Auftakt. Das Jugendzentrum Chewarim der Jüdischen Gemeinde Mönchengladbach hat sich mit dem Thema 60 Jahre Israel auf gestalterische Art genähert. In einem Malwettbewerb ermittelte es Beiträge, die das Land am besten charakterisieren. So stellten sie ein Bild aus vier Teilen zusammen, das den jüdischen Staat als Tourismusland, als religiöses Land, als Zufluchtsort aller Juden – symbolisiert durch die Klagemauer – sowie als Land der Hoffnung, verkörpert durch die Jugend, zeigt.
Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf lädt gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde am 8. Mai zu einem großen Jom-Haazmaut-Fest auf den Schadowplatz ein. Das Orchestre Alexandre aus Brüssel wird für Livemusik sorgen, während sich interessierte Gäste an den Ständen und bei den Aktionen über Werdung, Schaffung und Leben des Staates Israel informieren können.
Das forum jüdischer bildung und kultur in Stuttgart widmet dem jüdischen Staat die Filmreihe: »60 Jahre Israel«. Mit dem Bild Israels in Deutschland und Deutschlands in Israel beschäftigt sich eine Podiumsdiskussion Anfang Mai mit dem Auslandskorrespondenten der Stuttgarter Nachrichten und der Jüdischen Allgemeinen, Gil Yaron.
Die Organisation Chaverim – Freundschaft mit Israel – in Hamburg eröffnet ihre Feiern mit einem Europatag am Sonntag, dem 4. Mai, im Festsaal am Falkenberg. Ab Montag, dem 5. Mai, ist im Foyer der TriBühne, Rathausallee 50, eine Ausstellung mit Werken israelischer Künstler und Fotografien aus Israel zu sehen.
Die Stadt Bremen begeht das Staatsjubiläum bereits seit dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, dem 27. Januar mit Veranstaltungen. Derzeit zeigt die Bremische Evangelische Kirche in der Domsheide 8, Motke Blums Zyklus: »Frieden für Jerusalem«. Am 15. April, lesen in der Thalia-Buchhandlung, Obernstraße, Lizzie Doron (im Original) und ihre Übersetzerin Mirjam Pressler aus dem Roman Der Anfang von etwas Schönem. Am 29. April stellt Joseph Croitoru seine politische Studie ‚Hamas‘, Die Todfeinde Israels in der Zentralbibliothek, Am Wall 201, vor.
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) Recklinghausen eröffnet am 6. Mai im Willy-Brandt-Park 1, die Ausstellung zum Thema: »Eine Liebe zu Israel«. Am 7. Mai bietet die jüdische Gemeinde um 17 eine Führung durch die Synagoge Schwachhauser Heerstraße an. Bevor dort um 18.30 Uhr im Festsaal die Bilderausstellung »Mein Israel« eröffnet wird.
In Siegen widmet sich Matthias Weissinger am 5. Mai der Frage: »Jüdischer Staat oder Staat der Juden?« Am 7. Mai eröffnet die GCJZ ab 19 Uhr im Viktoria Filmtheater mit einem Stehempfang die Filmreihe »Der neue israelische Film«.
Die Feiern zu 60 Jahre Israel sind damit jedoch noch längst nicht beendet, denn: Gut Ding will Weile haben, auch das besagt ein Sprichwort. Heide Sobotka

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