Makkabiade

Fünf Minuten mit Rivka Rabinowitz über ein Leben für die Makkabiade

Frau Rabinowitz, Sie sind vermutlich dienstälteste Helferin der Makkabiade. Darf ich Sie nach Ihrem Alter fragen ?
Fragen dürfen Sie, aber ich werde es auch Ihnen nicht verraten. Sagen wir mal so: Ich habe schon viele, viele Male meinen siebzigsten Geburtstag gefeiert. Und wenn Sie jetzt im Interview gut zuhören und mitrechnen, bekommen Sie zumindest eine Idee, wie alt ich sein könnte.

Welche Rolle spielt die Makkabiade in Ihrem Leben ?
Die allergrößte, und das bereits seit meiner Kindheit. Um genau zu sein: seit meinem achten Lebensjahr. Ich besuchte damals in Tel Aviv die Grundschule Dugma, was auf Deutsch Beispiel bedeutet. Eines Tages forderte mein Lehrer uns auf, der Jugendbewegung von Makkabi beizutreten.

Erinnern Sie sich noch an die erste Makkabiade?
Wissen Sie, ich erinnere mich zwar nicht mehr an alle Jahreszahlen, aber noch gut an die erste Makkabiade. Ich war sehr beeindruckt. Seit der zweiten Makkabiade, die 1935 stattfand, bin ich aktiv dabei. Ich habe damals am großen Umzug durch Tel Aviv zum Stadion teilgenommen.

Waren Sie auch als Sportlerin dabei?
Nicht in einem Einzelwettbewerb, aber ich habe viele Jahre aktiv Basketball gespielt.
Sie haben alle Makkabiaden erlebt. Gab es da Höhepunkte?
Für mich ist jede Makkabiade ein einzigartiger Höhepunkt. Am liebsten sehe ich Schwimmen, Kunstturnen und Basketball. Vor allem ist es aber eine großartige Möglichkeit, bei der sich Juden aus unterschiedlichen Ländern begegnen. Wir versuchen, ihnen auch etwas über ihre jüdische Identität und Kultur zu vermitteln. Makkabi steht auch für ein reiches kulturelles und soziales Leben. Das ist für mich persönlich die wichtigste Aufgabe von Makkabi.

Sie leiten auch das Maccabi Sports Museum, das 1982 von Pierre Gildesgame gegründet wurde.
Ja. Anfangs wollte ich das gar nicht, weil es zu viel wird. Aber wenn Pierre ruft, dann sagt man nicht nein.

Dort befindet sich das Goldene Buch von Hakoah Wien. Wie kam es nach Tel Aviv?
Es wurde vor den Nazis gerettet und kam ins damalige Palästina. Die genauen Umstände kenne ich nicht. Jetzt ist es jedenfalls in unserem Museum ausgestellt, und ich gebe es auch nicht mehr her. Die Wiener wollten es zurückhaben, aber sie kriegen es nur als Leihgabe.

Mit der Direktorin des Makkabi‐Museums in Ramat Gan sprach Gundula Madeleine Tegtmeyer.

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