gurs

Festnahmen nach Verbreitung antisemitischer Flugblätter in Frankreich

Wegweiser und Mahnmal zur Erinnerung an die Deportation der Freiburger Juden am 22.Oktober 1940 ins Internierungslager Gurs Foto: picture alliance / Winfried Rothermel

Nach der Verbreitung antisemitischer Flugblätter in verschiedenen Regionen Frankreichs hat die Polizei drei Verdächtige im Süden des Landes festgenommen. Dort waren am Ort des ehemaligen Internierungslagers Gurs, in dem auch Tausende Juden aus Deutschland festgehalten wurden, ebenfalls entsprechende Flugblätter in Briefkästen von Anwohnern gelandet, teilte die Präfektur in Pau mit.

Gegen die drei Verdächtigen sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Der Präfekt verurteilte die antisemitischen Taten aufs Schärfste und sprach der jüdischen Gemeinschaft und der Gemeinde Gurs seine Unterstützung aus.

Die Polizei hatte die Gedenkstätte des ehemaligen Lagers tagelang bewachen lassen, um befürchtete Beschädigungen oder eine Schändung jüdischer Gräber auf dem Gelände zu verhindern, berichteten der Sender France bleu und die Zeitung »Sud Ouest«. »Ich bin wirklich empört, dass es immer noch Menschen gibt, die solche Ideen haben können«, sagte der örtliche Bürgermeister Christian Puharré dem Sender.

»Ich konnte mir kaum vorstellen, dass wir hier in Gurs zur Zielscheibe einer rechtsextremen Gruppierung werden können. Das ist das erste Mal.« Wie der Freundeskreis des Lagers Gurs mitteilte, habe es seit der Gründung der Gedenkstätte 1980 bislang noch nie eine Beschädigung oder auch nur eine Farbschmiererei gegeben.

In das Internierungslager in Gurs wurden 1940 rund 6500 badische, pfälzische und saarländische Juden deportiert. Die Verhältnisse im Lager waren miserabel. Viele Deportierte starben an Entkräftung und Epidemien. Etwa ein Drittel wurde zwischen 1942 bis 1944 in den Vernichtungslagern im Osten ermordet. Auf dem Friedhof im ehemaligen Lager befinden sich rund 1000 Gräber. dpa

Meinung

»Nie wieder« ist wirklich jetzt

Warum es keine Alternative zu klarer Kante gegen jede Form von Judenhass geben kann und darf. Ein Gastbeitrag von CSU-Generalsekretär Martin Huber

von Martin Huber  21.06.2024

Israel

Netanjahu wirft Demonstranten spalterisches Verhalten vor

Premier nennt Protestierende eine extremistische und gelegentlich gewalttätige Minderheit, die »in einem unvorstellbaren Ausmaß organisiert und finanziert« werde

 19.06.2024

Thüringen

Denkmal für NSU-Opfer in Erfurt eingeweiht

Der Standort vor dem Landtag spiegele Thüringens Verantwortung für die Morde der Terroristen wider, so Ministerpräsident Ramelow

 19.06.2024

Rom/Los Angeles

Warum Whoopi Goldberg nach dem Besuch beim Papst Katzenfutter aß

Ihr Jetlag führte für sie zu einem großen Irrtum beim nächtlichen Snack

 18.06.2024

Gesellschaft

Verdoppelung antiziganistischer Vorfälle

Der Antiziganismus-Beauftragte der Bundesregierung, Mehmet Daimagüler, wies besonders auf Fehlverhalten bei der Polizei hin

 17.06.2024

Nahost

US-Gesandter bemüht sich um Deeskalation

Amos Hochstein ist in Israel, von wo aus er in den Libanon weiterreisen will

 17.06.2024

Meinung

Respekt, Dank und Anerkennung, Frau Ministerin!

Gegen Judenhass an deutschen Hochschulen einzutreten ist kein Skandal

von Nathan Gelbart  17.06.2024

Warum Elon Musks X die Transparenz bei »Likes« einschränkt

 14.06.2024

Essen

AfD klagt sich in Grugahalle

Gericht erkannte keine hinreichende Tatsachengrundlage dafür, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Rechtsverletzungen komme

 14.06.2024