Religion

»Es soll nicht im Zeugnis stehen«

Herr Freund, Sie haben Ihre mündliche Abiturprüfung in Jüdischer Religionslehre mit der Bestnote bestanden. Warum haben Sie sich für dieses Fach entschieden?
Das Fach habe ich ausgewählt, weil es mich interessiert. Ich bin in einem traditionellen Haushalt aufgewachsen und das Judentum hatte immer eine große Bedeutung für mich. Seit der ersten Klasse hatte ich jüdischen Religionsunterricht, andere Schüler sind erst später dazu gekommen. Das war natürlich ein Vorteil für mich.

Kennen Sie die Gründe, warum sich andere jüdische Jugendliche gegen den jüdischen Religionsunterricht entscheiden?
Einige interessieren sich einfach für andere Fächer. Ich weiß aber auch von einigen Mitschülern, die Jüdische Religionslehre oder überhaupt Religion nicht im Zeugnis stehen haben wollten. Viele halten das nicht für ein richtiges Fach. Dem würde ich aber nicht zustimmen. Ich weiß nicht, was ein Personalchef irgendwann einmal urteilt, wenn er mein Zeugnis sieht. Aber ich mache mir da wenig Sorgen. Wenn jemand wegen dieses Faches Bedenken hat, ist es vielleicht auch nicht der richtige Arbeitgeber.

Gibt es Unterrichtsthemen, die Sie persönlich besonders weitergebracht haben?
Das ist eine schwierige Frage. Die Auseinandersetzung mit mittelalterlichen Philosophen des Judentums hat mich sehr interessiert. Das haben wir in der Oberstufe durch‐
genommen. Unser Kurs bestand nur aus vier Leuten, was untypisch ist, aber dadurch war der Religionsunterricht natürlich sehr intensiv. Insgesamt würde ich sagen, dass er mir viel wichtiges Wissen vermittelt hat, das jeder bewusste Jude haben sollte.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Ich werde ab August für ein halbes Jahr in einen Kibbuz in Israel gehen und zum Wintersemester 2010/2011 mein Studium der Philosophie und Mathematik beginnen, am liebsten in Oxford. Wenn das nicht klappt, gehe ich wahrscheinlich nach Bonn. Einen Berufswunsch habe ich noch nicht, den lasse ich mir noch mal durch den Kopf gehen.

Fußball

Eklat in der Oberliga

Torwart soll antisemitische Fotomontage gepostet haben. Askania Bernburg trennt sich von dem Spieler

 18.03.2019

Fußball

Hass-Tweet gegen Cohen

Der israelische Profi vom FC Ingolstadt wird massiv judenfeindlich beschimpft. Jetzt ermittelt der Staatsschutz

 09.03.2019

Sachsen

Thomas Feist wird Beauftragter für jüdisches Leben

Der CDU-Politiker soll unter anderem die Erinnerungskultur und die Bekämpfung des Judenhasses in den Blick nehmen

 07.03.2019