„Weiße Rose“

»Erinnern heißt handeln«

Nicht als Wissenschaftlerin, sondern als Politikerin trat Charlotte Knobloch am 28. Januar an das Vorlesungspult im Audimax der Ludwig-Maximilians-Universität. Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland erinnerte an die »Weiße Rose«, deren Mitglieder an dieser Universität nicht nur studiert, sondern auch den Widerstand gegen das NS-Regime organisiert hatten.
Als die »Weiße Rose« im Juni 1942 hier in diesem Gebäude ihre ersten Flugblätter auslegte, war Charlotte Knobloch gerade neun Jahre alt und lebte getarnt als uneheliches Kind einer katholischen Frau auf einem Bauernhof in Mittelfranken. Sie überlebte, wie sie betonte, »weil diese Frau und ihre Familie den Mut hatten, sich den Nazis und ihrer Vernichtungspolitik gegen die Juden zu widersetzen«. Und sie erinnerte an nichtjüdische Freunde, die zwischen 1933 und 1942 immer wieder Zivilcourage bewiesen und halfen.
»Der Widerstand der ‚Weißen Rose‘ steht stellvertretend für diese uns heute unbekannten Retter im Alltag, unterstrich Knobloch, «deren bürgerlicher Ungehorsam unbemerkt blieb, aber für mein Überleben wesentlich war.»
Intensiv ging Knobloch auch auf die immer wieder getätigten Vergleiche zwischen Gewalttaten in aller Welt und der Schoa ein, die zum Teil auch in harscher Kritik an Israel mündeten. Dabei stellte sie mit einem Zital von Elie Wiesel unmissverständlich klar: «Nicht alle Opfer des Nationalsozialismus waren Juden. Aber alle Juden waren Opfer des Nationalsozialismus. Genau hierin besteht der fundamentale Unterschied zwischen Kriegsopfern und einem Holocaust. Nicht menschliche Leiden, sondern die Absichten der Mörder machen den Unterschied. Der Holocaust war die gezielte, in den Rang einer Staatspolitik erhobene Vernichtung der Juden in Europa, deren Endziel darin bestand, die Welt von den Juden zu befreien.»
In Würdigung des Engagements der «Weißen Rose» mahnte Knobloch: «Erinnern heißt handeln. Gemeinsam Zukunft zu gestalten». Mit Blick auf die anstehenden Münchner Stadtratswahlen bedeute Erinnern und Handeln auch ein klares «Nein» zur Tarnorganisation der NPD, die sich unter dem scheinheiligen Namen «Bürgerbewegung Pro München» verberge. Auch die zumindest dem Namen nach offensiv auftretende «Bürgerinitiative Ausländerstopp» gelte es, ins Abseits zu verweisen.

Teilnehmer des Mitzvah Day 2016 in Berlin

Tikkun Olam

»Ein Licht für die Welt«

Der Mitzvah Day 2025 brachte bundesweit Gemeinden, Gruppen und Freiwillige zu mehr als 150 Projekten zusammen

 23.11.2025

Hebraica

»Was für ein Buchschatz!«

Stefan Wimmer über die Münchner Handschrift des Babylonischen Talmuds als UNESCO-Weltkulturerbe

von Ayala Goldmann  23.11.2025

TV-Tipp

Oliver Masucci brilliert in dem Mehrteiler »Herrhausen - Der Herr des Geldes«

Biografischer Mehrteiler über Bankier Alfred Herrhausen

von Jan Lehr  17.11.2025

Amsterdam

Chanukka-Konzert im Concertgebouw kann doch stattfinden

Der israelische Kantor Shai Abramson kann doch am 14. Dezember im Amsterdamer Konzerthaus auftreten - allerdings nur bei zusätzlich anberaumten Konzerten für geladene Gäste

 13.11.2025

Meinung

BBC: Diese Plattform für anti-israelische Vorurteile und Extremismus ist nicht mehr zu retten

Der öffentlich-rechtliche Sender Großbritanniens hat sich anti-israelischen Vorurteilen und Extremismus geöffnet. Er braucht dringend Erneuerung

von Ben Elcan  13.11.2025

Raubkunst

Zukunft der Bührle-Sammlung ungewiss

Die Stiftung Sammlung E. G. Bührle hat ihren Stiftungszweck angepasst und streicht die Stadt Zürich daraus

von Nicole Dreyfus  10.11.2025

Geiseldeal

Itay Chen ist wieder in Israel

Die Leiche des 19-jährigen, israelisch-amerikanischen Soldaten wurde am Dienstagabend von Terroristen der Hamas übergeben

 05.11.2025

Jerusalem

Nach Eklat in Jerusalem: Westfälische Präses setzt auf Dialog

Projekte, Gedenkorte und viele Gespräche: Die Theologin Ruck-Schröder war mit einer Delegation des NRW-Landtags fünf Tage in Israel und im Westjordanland. Angesichts der Spannungen setzt sie auf dem Weg zur Verständigung auf Begegnungen und Dialog

von Ingo Lehnick  06.11.2025 Aktualisiert

Terror

Hamas übergibt erneut Leichen an Rotes Kreuz

Die Hamas hat dem Roten Kreuz erneut Leichen übergeben. Ob es sich bei den sterblichen Überresten in drei Särgen wirklich um Geiseln handelt, soll nun ein forensisches Institut klären

 02.11.2025