Limburg

Ende einer Odyssee

von Helmut Zimmermann

Für die Jüdische Gemeinde Limburg ist in diesem Jahr der Gedenktag an den Novemberpogrom 1938 nicht nur schmerzliche Erinnerung, sondern auch freudiges Ereignis. Die Gedenkfeier der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Limburg steht ganz im Zeichen einer in den USA wiedergefundenen Torarolle aus der ehemaligen Limburger Synagoge.
Das Gotteshaus war 1903 erbaut und 1938 in Brand gesetzt worden. Der Limburger Joseph Weinberger rettete die Tora und nahm sie mit in die Emigration. Jahrzehnte später fand sie Ted Tobias aus Englewood im amerikanischen Bundesstaat New Jersey im Toraschrank seiner Gemeinde. Auf ihrem Mantel stand: »Limburg, Germany«. Ted Tobias stammt ursprünglich aus Puderbach nördlich von Koblenz und hatte Verwandte in Weyer. Er informierte den in der Nachbarstadt Teaneck lebenden und aus Limburg stammenden Lothar Lee Liebmann, der seinerseits Kontakt mit Christa Pullmann, der Vorsitzenden der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Limburg, aufnahm. Auf diese Weise kehrte die Torarolle nach Limburg zurück und wurde am 9. November feierlich in Empfang genommen.
»Zu Ehren dieser Torarolle wollen wir unsere diesjährige Gedenkfeier abhalten«, sagte Christa Pullmann. »Voller Stolz gebrauchten die Gemeindemitglieder von Limburg in Deutschland, von Washington Heights, New York und Vineland sowie New Jersey diese Sefer Tora«, ist auf dem Mantel zu lesen. »1970 wurde sie aus Anlaß der Bar Mizwa von Martin Oppenheimer nach Teaneck in New Jersey gebracht und 1998 schließlich der Congregation Ahavath Tora im benachbarten Englewood zur Erinnerung an Normann Oppenheimer geschenkt.« In Limburg hat ihre Odyssee jetzt ein Ende gefunden.

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