jüdische Sozialfürsorge

Die Welt reparieren

von Jacob Berkman

Einige der führenden jüdischen Stiftungen und Organisationen der USA haben sich zusammengeschlossen, um eine jüdische Wohlfahrtsbewegung aufzubauen. Wie die Nachrichtenagentur Jewish Telegraph Agency erfuhr, haben die Charles and Lynn Schusterman Family Foundation, der Einhorn Family Charitable Trust, die Jim Joseph Foundation und die Nathan Cummings Foundation dazu die Organisation »Repair the World« gegründet.
Was den Stiftungen vorschwebt, ist eine Ausweitung des Bereichs jüdischer Sozialfürsorge durch den neuen Verband, über den bestehende jüdische Organisationen finanziell besser ausgestattet werden sollen. »Repair the World« wird auch dabei helfen, Materialien für jüdische Teilnehmer an religionsübergreifenden Programmen zu erstellen und eine Marketingkampagne in Gang setzen, um junge Juden zum Engagement im sozialen Bereich zu ermuntern.
Laut Lisa Eisen, der vorläufigen Leiterin der neuen Organisation, beteiligen sich von den rund 400.000 jungen amerikanischen Juden zwischen 18 und 24 Jahren in diesem Jahr etwa 3.000 an jüdisch ausgerichteten sozialen Projekten. Die Gründer von »Repair the World« – der Name leitet sich vom hebräischen »tikkun olam« ab –, wollen, dass diese Zahl in den kommenden fünf Jahren auf 45.000 anwächst.
»Ich glaube, dass die Zeit für die jüdische Gemeinschaft gekommen ist, ihre Stimme zugunsten der Hilfswerke zu erheben. Wir wollen Juden die Möglichkeit geben, die tief greifenden und wachsenden Probleme innerhalb unserer Gemeinschaft und in unserer Welt anzupacken«, so Eisen. »Junge Juden machen sich Gedanken darüber, wie sie etwas verändern und in der Welt etwas ausrichten können. In der jüdischen Sozialfürsorge können sie sich engagieren und dabei jüdische Werte mit Leben erfüllen.«
Die Welt jüdischer Organisationen erlebte in jüngster Zeit einen Aufschwung. Es gibt neue Möglichkeiten, sich an gemeinnützigen Projekten zu beteiligen, so halfen tausende junge Juden beim Wiederaufbau von New Orleans, das 2005 vom Hurrikan »Katrina« zerstört worden war. Durch diesen Trend und den Ruf von US-Präsident Barack Obama nach mehr sozialem Engagement, sehen Eisen und andere den Zeitpunkt gekommen, dafür zu sorgen, dass jüdische Wohlfahrt in den Vereinigten Staaten stärker vereinheitlicht wird.
Neben Sommercamps, jüdischen Tagesschulen und dem Programm »Birthright Israel« bieten auch soziale Programme jungen Juden die Gelegenheit, ihrem Leben eine neue, jüdische Richtung zu geben. Der Trick dabei ist, sagen die Organisatoren von »Repair the World«, den jungen Leuten auf diese Weise beizubringen, dass anderen Menschen zu helfen ein jüdischer Wert ist.
»Der Dienst am Nächsten ist ein ganz wesentlicher Teil dessen, was es heißt, Jude zu sein. Leider wird das oft nicht gesehen«, sagt Jonathan Rosenberg, Geschäftsführer von »Repair the World«. Wenn der gesellschaftliche Bedarf an sozialem Engagement größer wird, dann müsse es eine jüdische Reaktion darauf geben, so Rosenberg. »Wir möchten Wohlfahrt unter jüdischen Aspekten diskutieren und die Bedingungen schaffen, dass Juden sich sozial engagieren und ihr Engagement landesweit sichtbar wird.«
Wie viel sie zu dem neuen Programm beitragen, wollten die Vertreter der Stiftungen bisher nicht bekannt geben. Doch haben sie sich bereit erklärt, bestehende Programme in den kommenden Monaten mit bis zu zwei Millionen Dollar zu unterstützen.
»Repair the World« hat Vertreter jüdischer und nichtjüdischer Organisationen aufgerufen, einen Sitz im Aufsichtsrat zu übernehmen, und sucht Gründungspartner, die bereit sind, jeweils mehr als 100.000 Dollar zu dem Programm beizusteuern. »Wir wenden uns an die größere jüdische Gemeinschaft: Wenn Sie bereits im sozialen Bereich aktiv sind, sollten Sie wissen, dass das eine Sache ist, die im jüdischen Leben hoch geschätzt wird«, sagte Eisen.

Hamburg/Berlin

Igor Levit erhält Deutschen Nationalpreis

Geehrt wird er für sein Engagement gegen Antisemitismus

 29.02.2024

Naumburg

Synagogen-Attentäter: Staatsanwaltschaft legt Revision ein

Der Angeklagte hatte Ende 2022 versucht, aus dem Gefängnis auszubrechen und dabei Geiseln genommen

 28.02.2024

Gaza

Bericht: Heftige Rangeleien um Hilfslieferungen

Plünderungen sind eines der Probleme, die eine effektive Verteilung verhindert

 28.02.2024

Reinhard Schramm

»Kulturszene steht nicht gegen Hamas auf«

Der Vorsitzende der thüringischen Landesgemeinde kritisiert das mangelnde Engagement gegen Antisemitismus

 28.02.2024

Medien

Presserat: Medien haben beim Thema Israel »sauber gearbeitet«

Im Jahr 2023 wurden jedoch viele Rügen ausgesprochen

 28.02.2024

Berlinale

Mendel: »Antwort auf Boykott kann nur Diskurs sein«

»Wir müssen lernen, solche Debatten auszuhalten«, sagt der Direktor der Bildungsstätte Anne Frank

 26.02.2024

Berlin

Gedenken an »Fabrik-Aktion« und Protest in der Rosenstraße

Beteiligt sind Vertreter und Vertreterinnen von Kirchen, Islam und Judentum

 26.02.2024

Instagram

Nach Antisemitismus-Eklat: Berlinale stellt Strafanzeige

In einem mittlerweile gelöschten Beitrag wurde die Auslöschung Israels gefordert

 26.02.2024

Chemnitz

Denkmal für Opfer des NSU geschändet

Das Denkmal wurde mit einem Schimpfwort beschmiert und die Namen von Ermordeten geschwärzt

 25.02.2024