Potsdam

Brandenburg führt digitale Meldestelle für antisemitische Vorfälle ein

Kathrin Schneider (SPD), Chefin der Staatskanzlei in Potsdam Foto: picture alliance/dpa

In Brandenburg gibt es jetzt eine digitale Meldestelle für antisemitische Vorfälle. Staatskanzleichefin Kathrin Schneider (SPD) betonte bei der Präsentation am Montag in Potsdam, es sei ein »unverrückbares Anliegen der Landesregierung«, Jüdinnen und Juden in Brandenburg ein Leben ohne Furcht vor Anfeindungen und Übergriffen zu ermöglichen.

Die Zahl antisemitischer Vorfälle sei weiter hoch, so Schneider. Laut einem neuen Monitoring-Bericht, der am Montag vorgestellt wurde, wurden in Brandenburg im vergangenen Jahr insgesamt 204 antisemitische Vorfälle dokumentiert.

Warnsignal Schneider betonte, Antisemitismus dürfe niemandem egal sein. Jüdisches Leben gehöre seit jeher zu Brandenburg. Der Monitoring-Bericht sei ein Warnsignal. Er zeige, dass Aufklärung, Beratung und Unterstützung der Betroffenen weiter wichtig seien. Dem Monitoring-Bericht zufolge hatten 98 der dokumentierten Vorfälle und Straftaten einen rechtsextremen oder rechtspopulistischen Hintergrund. In 81 Fällen habe kein eindeutiger politischer oder weltanschaulicher Hintergrund festgestellt werden können.

In dem Bericht wurden den Angaben zufolge antisemitische Straftaten aus der polizeilichen Statistik zur politisch motivierten Kriminalität um antisemitische Vorfälle unterhalb der Strafbarkeitsgrenze, eigene Recherchen sowie Hinweise von Betroffenen und Meldungen aus der Bevölkerung und von zivilgesellschaftlichen Organisationen ergänzt. Der Bericht wurde von der brandenburgischen Fachstelle Antisemitismus zusammengestellt. Trägerin der Fachstelle ist seit 2022 die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus. epd

In eigener Sache

Volontär/in gesucht

Wir suchen zum 15. Oktober 2026 einen Volontär (m/w/d) in Vollzeit

 06.07.2026

Holzstörche zur Geburt in Niederösterreich. Noch immer werden neben den klassischen Namen viele biblische Namen den Kindern gegeben.

Statistik

Diese hebräischen Vornamen in Österreich sind am beliebtesten

Österreichische Eltern wählen gern Klassiker. Unter den Top Ten sind auch viele Namen biblischen Ursprungs

von Nicole Dreyfus  04.07.2026

Bundesamt für Statistik

Dieser hebräische Vorname ist am beliebtesten bei Schweizer Eltern

Auch in der Schweiz wählen Eltern weiterhin häufig biblische Namen für ihr Neugeborenes

von Nicole Dreyfus  04.07.2026 Aktualisiert

Erhebung

Dieser hebräische Babyname ist in Deutschland am beliebtesten

Welche Namen geben Eltern ihren Sprösslingen in diesem Jahr am liebsten? In welchen Bundesländern gibt es Abweichungen?

 04.07.2026 Aktualisiert

Doha

Indirekte Gespräche zwischen Iran und USA sollen begonnen haben

Die Lage zwischen den USA und dem Iran bleibt weiter angespannt. Dennoch laufen nun Gespräche im Golfstaat Katar

 01.07.2026

Diplomatie

»25 Gründe, warum ich Israel vermisse«

Der deutsche Botschafter Steffen Seibert verlässt in wenigen Tagen nach vier Jahren das Land und kehrt zurück nach Berlin

von Sabine Brandes  30.06.2026

Resümee

Felix Klein: Lebensqualität für Juden hat sich verschlechtert

Nach acht Jahren im Amt wechselt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, im August den Job. Auf seine Amtszeit blickt der 58-Jährige mit gemischten Gefühlen zurück

von Corinna Buschow, Markus Geiler  29.06.2026

Bündnis Sahra Wagenknecht

Mit einer Portion Antisemitismus gegen den Zionismus

Das Jugendbündnis im BSW hat einen Beschluss zum Zionismus gefasst, der aufhorchen lässt. Auf Instagram verwendete der Verband zudem antisemitische Bildsprache aus der NS-Zeit

von Michael Thaidigsmann  22.06.2026

Zeitgeschichte

Georges-Arthur Goldschmidt sieht Guillotine am Beginn der Schoa

Der französisch-deutsche Schriftsteller sagte in einem Interview »Diese Normalisierung der Todesstrafe hat Europa zerstört.«

 09.06.2026