feier

Blauweiß Bremen

von Karina Skwirblies

Bizarre Wüstenlandschaften und grüne Oasen, uralte Kulturdenkmäler und moderne Großstädte – Israel ist ein Land voller Gegensätze und Schönheiten. Dies präsentierte die Jüdische Gemeinde Bremen am 3. Mai auf dem Marktplatz der Hansestadt. Sie feierte mit Tanz, Musik und vielen Ständen den Israel-Tag, der gleichzeitig in 45 deutschen Städten begangen wurde.
Die Freundschaftsorganisation »I like Israel« und die Israelische Botschaft haben diesen Tag aus Anlass des Geburtstages des Staates Israel, der sich in diesem Jahr zum 59. Mal jährt, initiiert. Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Bremen, Elvira Noa, begrüßte die zahlreichen Gäste auf dem Marktplatz. »Die Reisen nach Israel haben sehr nachgelassen, und der Antisemitismus hat zugenommen«, bedauerte die Vorsitzende. In den Medien komme Israel vor allem als Kriegsgegner der Palästinenser vor. Mit dem Israel-Tag wolle man die Kultur des Landes zeigen.
Und diese Kultur stieß beim Publikum in Bremen auf reges Interesse. Hebräische Volkslieder sang der Chor der Jüdischen Gemeinde, geleitet von Larissa Tankeeva. Viele der Besucher, unter ihnen zahlreiche Gemeindemitglieder, konnten mitsingen. Das bekannte »Hava Nagila« erklang und viele weitere schwungvolle Weisen. Unter den Zuschauern waren auch Fans der Fußballmannschaft Espanyol Barcelona, die zum Rückspiel im UEFA-Cup-Halbfinale nach Bremen gekommen waren. So mischte sich auf dem Marktplatz das Weiß-Blau der Fußballfans mit den weiß-blauen Fahnen Israels, die viele Besucher schwenkten.
An den Ständen rund um die Bühne konnten sich die Besucher über das Land Israel informieren. Omer Benziony erklärte geduldig die Besonderheiten der hebräischen Sprache. »Man braucht sechs Monate, um Hebräisch zu lernen. Um in Israel zu leben und mit den Menschen zu sprechen, muss man Hebräisch können.« Omer Benziony ist in Israel geboren und lebt erst seit einem Jahr in Bremen. »Ich vermisse meine Heimat«, erzählte er. Die Liebe hat ihn nach Deutschland geführt. In Sri Lanka hat er seine deutsche Freundin kennengelernt. Er war dort als Helfer nach der Tsunami-Katastrophe. Auch Patricio Kofmanskj ist aus Liebe von Israel nach Bremen gezogen. Er verkaufte beim Israel-Tag Schmuck aus dem Kibbuz Megiddo. Sein Bruder und sein Onkel wohnen in dem Kibbuz. »Die Leute lernen, mit der Gefahr zu leben«, berichtete er vom Alltag in Israel. »Wir versuchen, so positiv wie möglich zu sein.«
Eine positive Ausstrahlung hatte ebenfalls die Tanzgruppe »Ahava Gdola« von der Jüdischen Gemeinde Bremen. Sie führten bekannte Volkstänze vor: eine Hora Medura, den Zadik Katamar, Halleluja und »Od lo ahavti dai«. Die Musikgruppe »Mizwa« aus Hannover brachte sehr alte Melodien aus Israel zu Gehör.
Bremen verbindet seit knapp 30 Jahren eine Städtepartnerschaft mit Haifa. Dies betonte der Bremer Bürgerschaftspräsident Christian Weber in seiner Ansprache. Zahlreiche Besuche habe es in dieser Zeit gegeben. »Deutschland hat von der jüdischen Kultur profitiert«, sagte Weber. Jüdische Regisseure und Schauspieler hätten in den 20er-Jahren den deutschen Film bereichert. »Wir haben sie getötet«, erklärte Weber. Er wünschte, dass Deutschland künftig wieder von der jüdischen Kultur profitieren könne. »Israel ist ein wunderbares Land.«

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