IKG-Jugend- und Kulturzentrum

Auf ein Neues

von Miryam Gümbel

Wenn die Schulferien Mitte September zu Ende gehen, zieht mit den Kindern von Kindergarten und Grundschule ein weiteres Stück Leben in das neue Gemeindezentrum am Jakobsplatz ein. Dann sind alle Einrichtungen der IKG an einem gemeinsamen Platz.
Dieser »Schlussstein« ist aber alles andere als ein Schlussakt. Ganz im Gegenteil – für das kommende Jahr 5768 sind bereits viele Aktivitäten geplant, interne und solche mit Außenwirkung. Die beiden großen Ereignisse sind der 60. Jahrestag der Staatsgründung Israels und der 850. Stadtgeburtstag Münchens.
Besonders aktiv dabei ist das Jugend-und Kulturzentrum. Die Arbeit der Abteilung Kinder, Jugend und Familie mit ihrem Leiter Stanislav Skibinski richtet sich in erster Linie an die Kinder und Jugendlichen der Gemeinde. Doch auch die Zusammenarbeit mit entsprechenden Interessengruppen, zum Beispiel dem Bayerischen Jugendring, ist in den zurückliegenden Jahren immer intensiver geworden.
Das Kulturzentrum mit Ellen Presser an der Spitze konzentriert sich auf die Präsentation jüdischen Lebens in Vergangenheit und Gegenwart. Dazu gehören auch Aktivitäten wie der Europäische Tag der jüdischen Kultur am kommenden Sonntag. Highlights des Kulturzentrums im neuen Jahr sind eine Kabarettreihe und ein Vortragszyklus zu den Zehn Geboten. Dabei entsteht ein intensiver Austausch mit den nichtjüdischen Münchnern. Vor allem seit dem Umzug der IKG in die Mitte der Stadt interessieren sich diese immer mehr für das jüdische Leben in der Stadt.
Bei verschiedenen Veranstaltungen arbeiten beide Abteilungen des Jugend- und Kulturzentrums Hand in Hand. So zum Beispiel am 2. Oktober beim »Jüdischen Oktoberfest«. Während rund um diesen Zeitpunkt auf der Theresienwiese Fahrgeschäfte und Bierzelte zwei Wochen lang Hochbetrieb haben, kann man bei dem Eintages-Ableger in kleinerem Kreis fröhlich feiern – und die bayerischen Spezialitäten sind zudem alle koscher.
Ebenfalls für die internen Jugendveranstaltungen hat Stanislav Skibinski bereits ein attraktives Programm in Planung. Die Madrichim des Jugendzentrums Neschama von Lorin Nezer sammeln in diesen Tagen in Israel Eindrücke und Material für die Arbeit zu Hause. Nicht zuletzt der kommende Jom Haazmaut bedarf ja einer besonders intensiven Vorbereitung.
Auf dem Programm für das kommende Jahr 5768 stehen für die Kinder und Jugendlichen die allsonntäglichen Chugim und Peulot. Dabei sind auch die Feiertage im Jahreslauf eingebunden, mit einem Essen in der Sukka zum Beispiel. Gemeinsame Kabbalat-Schabbat-Feiern sind ebenso geplant wie Musik und Theater. Vieles von dem, was dabei einstudiert wird, ist später bei Veranstaltungen in der IKG zu sehen.
Zu den Höhepunkten gehört seit einigen Jahren das Chanukka-Konzert, ein gemeinsames Projekt der gesamten Israelitischen Kultusgemeinde mit allen ihren Abteilungen. Diesmal ist es für den 9. Dezember vorgesehen, wenn die sechste Kerze gezündet wird. Wie immer engagieren sich die Kinder und Jugendlichen dabei besonders.
Ferienfahrten und Ausflüge sind ebenso angedacht wie Seminare und Workshops. In den Herbstferien zum Beispiel sollen sich einige Räume des Jugend- und Kulturzentrums in eine »Kinderuniversität« verwandeln. Offenheit und Miteinander sind hier ein wichtiger Faktor. Entsprechend dem Motto der Stadtgründungsfeierlichkeiten – »Brücken bauen« – möchte Stanislav Skibinski hierzu nicht nur jüdische Kinder einladen, sondern auch christliche und muslimische.
Während der Weihnachtsferien soll in diesem Jahr eine Neuauflage des Neschama-Machane »Jewish Story Time« erfolgen. Noch heute sprechen die Kinder ganz begeistert von den langen Abenden in der Scheune eines alten Bauernhauses, in der sie chassidischen Geschichten lauschten.
Mit besonderer Spannung sehen die Münchner Jugendlichen den Winterferien Anfang Februar entgegen. In diesen Tagen findet in München die Deutschland-Ausscheidung zur Jewrovision 2008 statt. Die Pokale von 2007 stehen in einer Vitrine im Jugendzentrum. Die Münchner würden natürlich auch den Wanderpokal gerne für ein weiteres Jahr behalten.
Ganz neu und aktuell gibt es in diesem Jahr noch ein weiteres Projekt des Jugend- und Kulturzentrums: den School-Club. Im Auftrag der IKG und in Absprache mit der Leitung der Sinai-Schule übernimmt diese Einrichtung die Gestaltung für das Nachmittagsprogramm der Ganztagsgrundschule – zunächst für ein Jahr. Dabei gibt es sportliche Angebote, individuellen Förderunterricht und künstlerische Workshops.
Der School-Club sieht sich als »Brücke zwischen Schule und Familie«, wie Stanislav Skibinski betont. Als promovierter Pädagoge ist er für diese Aufgabe nicht nur entsprechend ausgebildet, er hat auch eine zehnjährige Erfahrung als Gymnasiallehrer. Bei der Auswahl des Teams für den School-Club hat er darauf Wert gelegt, dass »wie in einer Großfamilie« alle Generationen vertreten sind.

USA

Machanot trotz Corona

In Neuengland öffnet ein Sommercamp mit besonderen Schutzmaßnahmen

 19.05.2020

Corona-Krise

Fortschritte im Dialog der Religionen

Europäische Rabbinerkonferenz: Gemeinsame Herausforderungen lösen neue Dynamik aus

 14.05.2020

Extremismus

Zentralrat der Juden warnt vor Zunahme von Verschwörungstheorien

Proteste gegen Corona-Beschränkungen locken auch Hassprediger an. Viele sehen darin eine Gefahr

 10.05.2020

Israel

Maskenpflicht verhängt

Coronavirus: Gesundheitsministerium verschärft Vorschriften. Jerusalemer Stadtviertel abgeriegelt

 12.04.2020

London

Kandidaten für den Labour-Vorsitz stellen sich vor

Bewerber beantworten Fragen zu Antisemitismus und zur Ausrichtung der Partei

von Daniel Zylbersztajn  14.02.2020

Thüringen

»Definitiv ein Dammbruch«

Zentralratspräsident Schuster zur Ministerpräsidentenwahl: »Diese Einfallstore müssen wir wieder schließen«

 11.02.2020

Diplomatie

Knatsch zwischen Brüssel und Jerusalem

Israel wirft Belgien systematische Kampagne im UN-Sicherheitsrat gegen den jüdischen Staat vor

von Michael Thaidigsmann  07.02.2020

»Markus Lanz«

Atze Schröder bittet um Verzeihung

Komiker entschuldigt sich bei Schoa-Überlebender Eva Szepesi für Nazi-Verbrechen seines Vaters

 07.02.2020

Rubrik

Zitat der Woche

Jüdische Allgemeine vom 26. September 2019

 10.10.2019