Lebensläufe

Abifach Stolperstein

Abifach
Stolperstein

Schüler erforschen
vergessene Lebensläufe

David Heimann. Rosa Heimann. Else Michaelis, geborene Heimann. Hans Michaelis. Berta Nördlinger. Monatelang erforschte Annemarie Sasin, Abiturientin an der Reinickendorfer Thomas-Mann-Oberschule, die Lebensläufe der jüdischen Familie Heimann, bis die Geburts- und Sterbedaten der von den Nazis Ermordeten feststanden.
Nun tragen Stolpersteine am früheren Wohnort der Heimanns in der Markgrafenstraße 64 ihre Namen. Das Besondere an diesem Projekt: Das Heimatmuseum des Bezirks sowie die Thomas Mann-Oberschule arbeiten in der AG Stolpersteine Reinickendorf eng zusammen, um »den Toten ihre Namen wiederzugeben«, sagt Geschichtslehrer Eckhard Rieke. 14 Schüler konnte er in seiner letzten Abiturklasse für das Projekt begeistern.
Alle bestanden dieses besondere Prüfungsfach glatt, freut sich Rieke. Der 58-Jährige hatte bereits in den achtziger Jahren eine Schüler-AG zum Thema »Jugend unter dem Nationalsozialismus in Reinickendorf« gegründet. Die Schüler erstellten unter anderem eine Liste der deportierten jüdischen Reinickendorfer, die dann später die Grundlage für die Stolperstein-AG bildete. Für die Schüler sei die Aufgabe, mehr über die Menschen hinter den Namen zu erfahren »zu einer bleibenden Erfahrung geworden, denn es ist ja schon etwas Besonderes, dass man unbekannte Lebensläufe vor dem Vergessen retten kann.« Einige hätten geschafft, bislang unbekannte Familienmitglieder zu finden.
»In einem Fall baute sich zwischen einer älteren Israelin und einer Schülerin ein persönliches Verhältnis auf. Am Tag, als das Mädchen ihren Prüfungsvortrag hielt, zündete die ältere Dame für sie in Israel eine Kerze an«, so Rieke, der 14 Jahre lang mit seinen jeweiligen Klassen den jüdischen Friedhof in Breslau pflegte und auch nach seiner Pensionierung weiter im Stolpersteine-Projekt mitarbeiten möchte: Erschütternd seien die erhalten gebliebenen Dokumente. »Während beispielsweise eine Familie umgebracht wurde, trieb das Amt noch den Lohn des Vaters ein und bezahlte die letzte Gas-Rechnung.« Elke Wittich

Die israelische Raketenabwehr hat eine aus dem Libanon anfliegende Terror-Rakete im Visier.

Nahost

Libanon muss jetzt handeln

Die Hisbollah hat äußeren Druck jahrzehntelang in politische Stärke verwandelt. Doch ihr aktueller Legitimitätsverlust ist hausgemacht — und eröffnet dem Libanon erstmals die Chance, das Machtgefüge im eigenen Land zu verändern.

von Leo Benderski  26.03.2026

Berlin

»Grenzen der Erinnerung erweitern«

Argentinien hat von Israel die Präsidentschaft der International Holocaust Remembrance Alliance übernommen. In der Botschaft des südamerikanischen Landes wurde das mit einer Zeremonie gefeiert

 26.03.2026

Nahost

Israels Kriegsstrategie gegenüber Iran und der Hisbollah

Israels Armee greift Irans Führung unerbittlich an. Es gibt jedoch warnende Stimmen: Die gezielten Tötungen von Anführern könnten das System noch radikaler machen. Welche Ziele verfolgt Israel?

von Sara Lemel  19.03.2026

Forschung

Ukraine öffnet Archiv über KZ-Häftlinge

Mitten im Krieg mit Russland öffnet die Ukraine historische Geheimarchive. Für Forschende über die NS-Zeit und die Sowjetische Besatzungszone soll der Zugang erleichtert werden

 11.03.2026

Jerusalem

Wadephul: Iranische Waffen gefährden »nicht nur Israel, sondern auch uns in Europa«

Bei seinem Besuch bei seinem Amtskollegen Gideon Sa’ar sei es auch um diese Frage gegangen: Wie kann dieser Konflikt irgendwann beendet werden, wenn man dem Iran die entscheidenden Waffen aus der Hand geschlagen hat?»

 11.03.2026

Reisen

Lufthansa setzt weiterhin viele Nahost-Flüge aus

Flüge nach Tel Aviv, Teheran und in andere Städte bleiben ausgesetzt. Lufthansa reagiert weiter auf die Lage im Nahen Osten – Charterflüge für Rückholaktionen laufen jedoch weiter.

 09.03.2026

Südlibanon

Zwei israelische Soldaten bei Hisbollah-Angriff getötet

Nach einer vorläufigen Untersuchung der israelischen Armee begann der Vorfall, als ein Panzer während eines Einsatzes stecken blieb

 08.03.2026

Washington

USA intervenieren gegen mögliche Russland-Hilfe für den Iran

Sondergesandter Steve Witkoff kritisiert Moskau dafür, dass es Teheran im Krieg zu unterstützen scheint

 08.03.2026

Iraner in Deutschland

»Einfach leben«

Der Exil-Iraner und Musikmanager Babak Shafian war bisher skeptisch, wenn es um den möglichen Fall des Mullah-Regimes ging. Diesmal ist er hoffnungsvoll. Der Grund dafür ist Israel

 04.03.2026