Ein Platz an der Sonne
Offenbach – Die Gemeinde mit der verkannten Synagoge

»Wir haben einen Platz an der Sonne erobert und diesen wollen wir behaupten«, sagte Max Goldschmidt stolz als er 1916 mit seiner Gemeinde feierlich die neue Synagoge eröffnen konnte.
Das Gebäude sollte den jüdischen Offenbachern nicht lange zur Verfügung stehen. Während der Pogromnacht wurde die Inneneinrichtung zerstört. Für einen Spottpreis musste die Gemeinde das Haus an einen Kinobetreiber verkaufen.
1954 ging die ehemalige Synagoge nach dem Willen der neu gegründeten jüdischen Gemeinde in den Besitz der Stadt über: Man glaubte nicht an eine Zukunft in Deutschland, und lehnte daher auch ein Jahr später ein Angebot der Stadt ab, ein neues Gotteshaus zu bauen. Die schließlich doch am 2. September 1956 eröffnete – vom Architekten Hermann Zvi Guttmann gebaute – neue Synagoge galt lange als unspektakulärer Bau, bis Salomon Korn, Vizepräsident des Zentralrats der Juden und von Beruf Architekt, 1988 die Qualitäten des Gebäudes hervorhob.
Der Bau wurde einige Jahre später unter Denkmalschutz gestellt, und 1997 nach Plänen des heutigen Gemeindevorsitzenden Alfred Jacoby umgestaltet.
Neben dem Religionsunterricht für Kinder und Jugendliche werden den rund 1.000 Mitgliedern Kindergarten, Vorschulgruppe, Deutschkurse und Kochnachmittage geboten. Wöchentliche Kurse in Judaistik für Erwachsene und Senioren sind besonders für Zuwanderer interessant. Regelmäßig trifft man sich im Schach- und Tanzclub. Außerdem ist eine eigene WIZO-Gruppe in Offenbach aktiv.
Jüdische Gemeinde Offenbach
Vorsitzender: Alfred Jacoby
Kaiserstraße 9
63065 Offenbach
Kontakt
Tel.: 069/820 03 60
info@jgof.de
www.jgof.de
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