Reaktion

Zentralrat der Juden schockiert über AfD-Ergebnis

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: imago images / epd

Der Zentralrat der Juden zeigt sich schockiert über den mutmaßlichen Erfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. »Der Ausgang der Wahl ist noch offen, aber fest steht bereits: Eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei ist in einem deutschen Bundesland nur knapp von der Alleinregierung entfernt«, sagte Präsident Josef Schuster der »Welt«.

»Ich bin von diesem Wahlergebnis persönlich entsetzt«, sagte Schuster. »Über die letzten Monate war klar ersichtlich, welche Ziele die AfD verfolgt. Wer sie heute gewählt hat - trotz oder wegen dieser Ziele - trägt die Verantwortung für dieses Ergebnis.«

Schuster fürchtet weitreichende Folgen durch eine mögliche AfD-geführte Landesregierung. »Ich fürchte den Einfluss, den sie durch eine radikal veränderte Bildungspolitik auf so viele Kinder und Jugendliche nehmen werden«, sagte er. »Der Schaden, den die sogenannte Alternative für Deutschland jetzt anrichten würde, wenn sie in Verantwortung gelangt, ist immens.«

Dies zeige sich auch am Personal der Rechtsaußenpartei: »Bildung ist der wichtigste Grundstein für den Erhalt unserer offenen Gesellschaft und den Kampf gegen Antisemitismus«, so Schuster. »AfD-Politiker wie der als Anwärter auf das Kultusressort geltende Landes-Vize Hans-Thomas Tillschneider, der für das Wahlprogramm verantwortlich zeichnet und dessen außerparlamentarische Aktivitäten seit 2020 vom Verfassungsschutz beobachtet werden, wollen eine Abkehr vom bundesrepublikanischen Konsens erzwingen.« kna

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