Polizeirabbiner

»Wir sind keine Algorithmen«

Rabbiner Schneur Trebnik in seiner Synagoge in Ulm Foto: dpa

Die Ernennung von Polizeirabbinern in Baden-Württemberg sieht der Ulmer Rabbiner Shneur Trebnik als Chance. »Ich möchte die Tür ein bisschen öffnen, um jüdisches Leben in Deutschland sichtbarer zu machen, besser zu erklären«, sagte Trebnik in der »Zeit«-Beilage »Christ und Welt« (Donnerstag).

Viel zu oft werde das Judentum in Zusammenhang von Sicherheitsaspekten, rechtsextremen Gefahren oder Antisemitismus behandelt. »Wenn wir als Polizeirabbiner erreichen, dass jüdische Menschen nicht mehr als exotisch wahrgenommen werden, dann haben wir sehr viel erreicht. Es ist ein Versuch«, so der Ulmer Rabbiner.

SEELSORGE In der Seelsorge wolle er allen und keineswegs nur jüdischen Polizistinnen und Polizisten seine Unterstützung anbieten, sagte Trebnik. Er betonte, Polizisten seien häufig mit extrem belastenden Situationen konfrontiert. Er hoffe, als Zuhörer und Seelsorger helfen zu können. Klar sei aber, dass es keine Patentrezepte gebe. »Wir machen Seelsorge. Wir sind keine Algorithmen.«

Trebnik und sein badischer Kollege Moshe Flomenmann sind seit Jahresbeginn als Polizeirabbiner tätig. Grundlage ist eine Vereinbarung des baden-württembergischen Innenministeriums mit den Israelitischen Religionsgemeinschaften. Die jüdischen Seelsorger wollen angehenden Polizisten während ihrer Ausbildung Wissen über das jüdische Leben vermitteln und Polizeimitarbeitern sowie Angehörigen als Vertrauensperson zur Verfügung stehen.

Weitere Bundesländer könnten folgen. Auch bei der Bundeswehr laufen Planungen für die Ernennung jüdischer Seelsorger. Eine Statistik, wie viele Polizisten jüdischen Glaubens sind, gibt es nicht. kna

Frankfurt

Transparentes Haus

Die Jüdische Akademie des Zentralrats will ihren Besuchern ein vielseitiges Angebot machen

von Ayala Goldmann  04.11.2026

Düsseldorf

Ein Abend voller Sorge und Hoffnung

Die Jüdische Gemeinde ehrt Wirtschaftsministerin Mona Neubaur mit der Josef-Neuberger-Medaille

von Stefan Laurin  04.11.2026

Tel Aviv

Wie Andrea Kiewel sich endlich traute

Andrea Kiewel überrascht sich selbst und überwindet ihre Scheu vor dem Widerspruch – wegen Halloween

von Andrea Kiewel  04.11.2026

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 4. November bis zum 12. November

 04.11.2026

München

20 Jahre Ohel-Jakob-Synagoge: Merz, Aigner und Söder beim Festakt

Am 9. November 2006 wurde die Synagoge Ohel Jakob eröffnet - als Zeichen für die Rückkehr jüdischen Lebens ins Herz Münchens. Den 20. Jahrestag feiert die Kultusgemeinde mit einem Festakt. Erwartet werden prominente Gäste, etwa Bundeskanzler Merz

 03.11.2026

Sachsen-Anhalt

Lotto fördert Dachsanierung der Synagoge in Gröbzig

Die jüdische Gemeinde in Gröbzig entstand im 17. Jahrhundert nur wenige Kilometer entfernt von der anhaltischen Residenzstadt Köthen. Die 1796 errichtete klassizistische Synagoge wird seit 1934 als Museum genutzt

 03.11.2026

Frankfurt

Jüdische Akademie soll »Haus der Zukunft« sein

In der ersten Diskussionsrunde der neuen Jüdischen Akademie in Frankfurt stieß ein Wunsch angesichts von Antisemitismus und innerjüdischer Differenzen auf große Zustimmung: Die Akademie soll ein »Haus der Zukunft« sein

 03.11.2026

Verantwortung

Abschied und Neuanfang

David Beck übernimmt als Nachfolger von Andreas Franck das Amt des Zentralen Antisemitismusbeauftragten der Bayerischen Justiz

von Luis Gruhler  02.11.2026

Feier

»Ein Zuhause«

Es war ein bewegender Moment: Nach langer Planung öffnete die bundesweit wirkende Jüdische Akademie in Frankfurt ihre Türen. Mit Prominenz, rabbinischem Segen - und eindringlichen Worten gegen Antisemitismus

von Leticia Witte  02.11.2026