Berlin

»Schnelle und rückhaltlose Aufklärung«

Foto: Marco Limberg

Der Zentralrat der Juden hat die im Zusammenhang mit der Wahl in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin erhobenen Manipulationsvorwürfe als »äußerst beunruhigend« bezeichnet. Mit dem entstandenen öffentlichen Interesse und der damit verbundenen allgemeinen Aufmerksamkeit sei dies nicht mehr länger nur eine interne Angelegenheit der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.

»Der weiterhin im Raum stehenden Verdacht, dass es hier zu unrechtmäßigem oder vielleicht gar strafbarem Handeln in einer Jüdischen Gemeinde in Deutschland kam, wirkt sich auf das Ansehen der gesamten jüdischen Gemeinschaft aus«, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung des Zentralrats.

Wie berichtet, hatte der ehemalige Kultusdezernent der Gemeinde Boris Braun im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) den Vorwurf erhoben, dass Wahlen zum Gemeindeparlament manipuliert worden seien.

Briefwahl
Er sagte in einem am Donnerstagabend ausgestrahlten Fernsehbeitrag des RBB, im Jahr 2011 seien Briefwahlscheine geöffnet und Wahlkreuze nachgetragen worden. Der Gemeindevorsitzende Gideon Joffe wies die Vorwürfe entschieden zurück. Die Einleitung rechtlicher Schritte gegen Braun und den RBB werde geprüft, teilte die Gemeinde der Jüdischen Allgemeinen am Freitag mit.

Der Zentralrat erwartet nun vom Gemeindevorstand eine rückhaltlose und schnelle Aufklärung der im Raum stehenden Fragen. »Wir appellieren an die Vertreter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin in den Gremien des Zentralrats der Juden in Deutschland, ihrer Verantwortung gegenüber der jüdischen Gemeinschaft und deren Ansehen nachzukommen und bis zur abschließenden Klärung des Sachverhaltes ihre Ämter in den Gremien des Zentralrats ruhen zu lassen«, heißt es in der Mitteilung.

Die im Raum stehenden massiven Anschuldigungen seien unverzüglich auszuräumen oder entsprechende Konsequenzen zu ziehen, um Schaden vom Zentralrat, aber auch von der jüdischen Gemeinschaft abzuwenden, heißt es weiter. »Anderenfalls wird zu prüfen sein, inwieweit die Vertreter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin rechtmäßig in die Gremien des Zentralrats entsandt worden sind, um gegebenenfalls erforderliche Schritte einzuleiten.« ja

Meinung

Berlin bekommt, was es verdient!

Ein Kommentar von Chefredakteur Philipp Peyman Engel zum Erdrutschsieg der Linkspartei in der Hauptstadt

von Philipp Peyman Engel  20.09.2026

Feiertage

Chatima towa, oder was?

Was von Rosch Haschana über Jom Kippur bis Sukkot die korrekte Grußformel ist

von Rabbiner Yaacov Zinvirt  20.09.2026 Aktualisiert

Porträt der Woche

Damit die Namen bleiben

Jorge Steffen ist Germanist und engagiert sich für den Erhalt von Grabsteinen

von Gerhard Haase-Hindenberg  20.09.2026

Sachsen-Anhalt

Halle: Gemeindevorsitzender hat keine Angst vor AfD-Regierung

Max Privorozki kritisiert in einem aktuellen Interview das Geschichtsbild der AfD in Sachsen-Anhalt. Er wolle jedoch abwarten, »was die Partei tatsächlich umsetzen würde«

 20.09.2026

Kommentar

Die Schatten der Vergangenheit sind lang

Wie der Hessische Rundfunk über jüdische Grundstücke stolpert

von Daniel Neumann  18.09.2026

Wuppertal

Brandanschlag auf Synagoge: Staatsanwaltschaft geht von Judenhass aus

Der 37 Jahre alte mutmaßliche Täter soll aus antisemitischen Gründen gehandelt haben

 18.09.2026

Wuppertal

Brandanschlag auf Synagoge

Nach ersten Erkenntnissen handelte der polizeibekannte Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit allein

 18.09.2026 Aktualisiert

Sukkot

Fast zu Hause

Unsere Autorin flüchtete mit ihren Kindern 2022 aus der Ukraine. In Rottweil begann die kleine Familie ein neues Leben. Zum Laubhüttenfest blickt die Manikeurin auf ihr Ankommen zurück

von Olga Nemchenko  17.09.2026

Jubiläum

Jüdischer Landesverband Sachsen feiert 100-jährige Geschichte

Rund 20.000 Jüdinnen und Juden haben vor dem Zweiten Weltkrieg in Sachsen gelebt. Bereits vor 100 Jahren wurde eine jüdische Interessenvertretung gegründet

 16.09.2026