Cottbus

Schlosskirche wird Synagoge

Bald Synagoge: Schlosskirche in Cottbus Foto: dpa

Cottbus

Schlosskirche wird Synagoge

Jüdische Gemeinde erhält für den Ankauf 580.000 Euro

 17.04.2014 15:46 Uhr

Cottbus bekommt eine neue Synagoge. Das Land Brandenburg will dafür den rund 580.000 Euro teuren Ankauf der evangelischen Schlosskirche finanzieren, teilte das Kulturministerium am Donnerstag im Anschluss an Beratungen mit der Jüdischen Gemeinde Cottbus, dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden des Landes Brandenburg sowie der evangelischen Nikolaigemeinde in Cottbus mit. Weitere Kosten unter anderem für Umbaumaßnahmen werden vom Landesverband der jüdischen Gemeinden übernommen.

Betriebskosten Mit der am Donnerstag erzielten Übereinkunft sei der Weg für den Ankauf des Gebäudes frei, hieß es. Das Land will zudem jährlich 50.000 Euro Betriebskosten übernehmen. Die jüdische Gemeinde verpflichtet sich zugleich, die Nutzung als Synagoge für mindestens 25 Jahre zu gewährleisten. Die Stadt Cottbus erklärt sich den Angaben zufolge bereit, einige erforderliche Baumaßnahmen wie die Entfernung der fest installierten Kreuze und die Abhängung der Glocke zu gewährleisten.

In Cottbus gibt es seit 1998 wieder eine jüdische Gemeinde, die zwar über ein Gemeindezentrum, aber bislang über keine Synagoge verfügt. Die frühere Synagoge an der heutigen Karl-Liebknecht-Straße wurde bei den NS-Novemberpogromen 1938 zerstört.

begegnungsstätte
Die 1714 eingeweihte heutige Schlosskirche in der Spremberger Straße gehört der evangelischen Nikolaigemeinde und wird seit 1974 auch als Begegnungsstätte genutzt. Ihr Name geht auf die Zeit um 1757 zurück, als der damalige deutsch-reformierte Geistliche zugleich als Hof- und Schlossprediger berufen wurde.

Die evangelische Kirche benötigt das Gebäude nicht mehr und gibt es an den Landesverband ab, da es auf diese Weise als Gotteshaus erhalten werden kann. Nach Abschluss des notariellen Kaufvertrages soll die Kirche entwidmet werden. Danach kann die Nutzung als Synagoge vorbereitet werden. epd

Gemeinde

Man kennt sich hier

Die Synagoge Possartstraße bewahrt Traditionen – und richtet sich neu aus

von Esther Martel  04.04.2026

Besuch

»Wir sehen nur die Spitze des Eisbergs«

Daniel Hagari, ehemaliger Sprecher der israelischen Verteidigungsarmee, war in der Jüdischen Gemeinde München zu Gast

von Esther Martel  04.04.2026

Seder

Es ist unsere Freiheit

Zu Pessach setzen wir unser Vertrauen in die Kraft des Guten

von Charlotte Knobloch  31.03.2026

Pessach

Der leere Stuhl

Für viele bedeutet der Seder, auf geliebte Menschen zu verzichten. Hier erzählen vier Frauen und Männer, wer an Pessach fehlt – und was ihnen Hoffnung gibt

von Nicole Dreyfus  31.03.2026

Programm

Führung, Erinnerung und Vorträge: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 2. April bis zum 16. April

 30.03.2026

»Koscher-Licious«

Mazze, Challe, Wodka

Viele Besucher und noch mehr gute Laune gab es beim Streetfoodfestival auf dem Pears-Campus von Chabad in Berlin. Bereits zum fünften Mal probierten sich Gäste durch das Angebot

von Alicia Rust  29.03.2026

Meinung

Das Gedenken schützen

Ein linksextremes Bündnis plant zum Jahrestag der Befreiung Buchenwalds eine antisemitische Kundgebung. Thüringens Juden wehren sich gegen die Provokation

von Reinhard Schramm, Marek Sierka  29.03.2026

Porträt der Woche

Für alt und jung

Judit Marach hat in einem Seniorenheim gearbeitet – heute ist sie Schulsekretärin

von Gerhard Haase-Hindenberg  29.03.2026

Frankfurt

Wieder zusammen

Fast neun Jahrzehnte nach dem Novemberpogrom 1938 wird der Silberschmuck einer Torarolle erstmals als Einheit präsentiert

von Eugen El  29.03.2026