Frankfurt

Schalom, Israel!

Die Farben Blau und Weiß leuchten vor einem strahlenden Sommerhimmel an der Hauptwache, einem der zentralen Punkte in der Frankfurter Innenstadt. Rund um das historische Café, die Katharinenkirche und die Einkaufsmeile Zeil flattern Israelfahnen. 20 Organisationen haben ihre Informations- und Essensstände aufgebaut – darunter die Jüdische Studierendenunion Deutschland, das Kinder- und Jugendheim Eckenheim, die WIZO oder auch der Deutsche Israelkongress.

Eine kleine Zeltstadt mit großer Veranstaltungsbühne inmitten der Fußgängerzone. Täglich sind hier Tausende Menschen unterwegs, die ihre Mittagspause verbringen, einkaufen oder flanieren. »Das Wetter ist schön und heiß. Ich fühle mich fast wie in Israel«, scherzt Moderator Gerd Buurmann auf der Bühne, vor der gerade die Gruppe »Schalom« in ihren ebenfalls blau-weißen Kostümen israelische Tänze vorführt.

Botschafter Schirmherr der Israeltage sind Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, und Jeremy Issacharoff, Botschafter des Staates Israel in Deutschland. Für den seit August 2017 in Deutschland amtierenden Botschafter ist es eine Premiere und anlässlich des 70. Geburtstages des Staates Israel eine »besondere Freude«. Issacharoff lobt das große und aktive Netzwerk von Israelfreunden und -unterstützern in Deutschland. Die Bundesrepublik sei einer der engsten Partner in der Welt und die deutsch-israelische Freundschaft für beide Seiten von strategischer Bedeutung.

Josef Schuster zählt den Israeltag zu einer der wichtigsten Veranstaltungen im Jubiläumsjahr. Er helfe, das Zerrbild von Israel zu korrigieren und Vorurteile gegen Israel oder Juden generell abzubauen. Zum 70. Geburtstag hätte er sich mehr Frieden für den jüdischen Staat gewünscht. »Leider ist das Gegenteil der Fall. Israel ist einer wachsenden Bedrohung ausgesetzt. Auch 70 Jahre nach Staatsgründung sieht sich Israel von Nachbarn umgeben, die sein Existenzrecht bestreiten.«

Schuster fordert von Deutschland und der Europäischen Union Rückhalt und Solidarität. Bei der Verteilung von Fördergeldern dürfe es keine verdeckte Terrorfinanzierung der Palästinenser und Benachteiligung Israels geben. Den neuen Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, fordert Schuster auf, genau aufzuzeigen, »wo sich Antisemitismus im Alltag in Deutschland wiederfindet. Hier haben sich rote Linien verschoben. Es wird Zeit, sie wieder an ihren ursprünglichen Platz zurückzuschieben.«

Freundschaft Deutliche Worte findet auch Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker. Er betont die fast vier Jahrzehnte lange Freundschaft Frankfurts mit Israel und die Solidarität mit dem jüdischen Staat. Israel werde seit vielen Jahren vom Gazastreifen aus angegriffen. Auch jetzt versuche die Hamas erneut, die Region in den Krieg zu ziehen. »Israel hat das Recht, sich zu verteidigen. Das würde jedes andere Land auch tun, dessen Außengrenzen angegriffen werden«, erklärt Becker auf der Bühne unter Applaus der Zuhörer. Deutschland und die EU müssten sich hinter Israel stellen, fordert Becker. Er äußert auch Verständnis dafür, Jerusalem als Hauptstadt des Staates Israel anzuerkennen.

In diesem Jahr herrscht eine entspannte Atmosphäre, und »es gab bisher auch keine negativen Reaktionen«, freuen sich Maya Zehden, Direktorin von ILI – I Like Israel, und Imrich Donath von Akim Deutschland, einem Verein, der geistig behinderte Menschen in Israel unterstützt. Die beiden gehören zu den Mitveranstaltern des Israeltages. Im vergangenen Jahr, erinnert sich Zehden, gab es eine Gegendemonstration.

Image In rund 70 Städten in Deutschland sowie in Afrika und Polen feiern Israel-Unterstützer den Geburtstag des jüdischen Staates. Veranstalter und Organisator ist der Frankfurter Verein ILI – I Like Israel, der seit 2003 zu den jährlichen Israeltagen aufruft. Ziel ist, in die Innenstädte zu gehen und möglichst vielen Menschen ein anderes Israelbild zu vermitteln, als das, das sie aus den Nachrichten kennen oder das vielleicht von Vorurteilen geprägt ist.

»Wir haben schon viel erreicht, wenn die Menschen sich für die Infos an den Ständen interessieren, an der Bühne eine Zeit lang zuhören und vielleicht nachdenken«, sagt ILI-Vorsitzender Sacha Stawski.

http://i-like-israel.de

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