Frankfurt

»Mit erheblicher krimineller Energie«

Die Ausstellung war bisher an sechs Standorten zu sehen, hier im Juli 2015 auf dem Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof. Foto: Rolf Walter

Am vergangenen Wochenende sind in der Nacht Teile einer Ausstellung über jüdische Sportlerinnen und Sportler auf dem Frankfurter Rathenauplatz zerstört worden. Die Installation inmitten der Innenstadt war erst am Donnerstag eröffnet worden.

Teil der Ausstellung sind 17 massive Aufsteller mit Fotos jüdischer Sportlerinnen und Sportler vor und nach der Schoa. Unter dem Titel »Zwischen Erfolg und Verfolgung« sollen ihre sportlichen Erfolge ebenso im Mittelpunkt stehen wie der nationalsozialistische Antisemitismus und die Schoa. Von den 17 Aufstellern sind zwei zerstört worden. Die rund 15 Millimeter dicken Glasplatten wurden durchtrennt.

motivation »Sehr beunruhigt und erschüttert« ist Fritz Backhaus über diese Nachricht. Der stellvertretende Direktor des Jüdischen Museums, das die Ausstellung betreut, bestätigte den Vorfall gegenüber der Jüdischen Allgemeinen. Die Motivation des oder der Täter sei derzeit noch nicht klar. Vandalismus oder politisch-ideologische Gründe sind nicht auszuschließen. Fest stehe eine »erhebliche kriminelle Energie«, denn die Glasplatten seien aufgrund der Konzeption als Open-Air-Ausstellung sehr stabil und massiv.

An den bisher sechs Standorten der Wanderausstellung sei nur eine Figur demoliert worden. Bei der Polizei Frankfurt wurde Anzeige erstattet.

Backhaus beschreibt die Stimmung im Jüdischen Museum als »verunsichert«, auch im Hinblick auf das umfassende Rahmenprogramm der Ausstellung, wie eine Stolpersteinverlegung oder eine Stadttour auf den Spuren jüdischer Eintracht-Stars. Ein dauerhafter Schutz der Präsentation sei finanziell nicht realisierbar. Stattdessen sei zu hoffen, »dass die Bevölkerung, Anwohner und Passanten ein stärkeres Auge auf die Ausstellung haben«.

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