Makkabi

Mehr Manpower und Events

Jung, jüdisch, sportlich – beim Junioren-Großlehrgang Foto: Herbert Wirtz

Der jüdische Sportverband Makkabi Deutschland hat einen eigenen Jugendverband gegründet. Der Verband reagiert damit auf wachsende Mitgliederzahlen unter Jugendlichen und den großen Erfolg der ersten deutschen Jugendmakkabiade, der Makkabi Junior Games, im vergangenen Jahr.

European Maccabi Games Am Wochenende fand zunächst erstmalig ein Junior-Großlehrgang statt, an dem über 100 Jugendliche aus verschiedenen Sportarten gemeinsam für die European Maccabi Games trainierten, die zwischen dem 29. Juli und dem 7. August in Budapest stattfinden.

Im Anschluss fand die konstituierende Sitzung der Makkabi Deutschland Jugend statt, an der Delegierte aus den bereits bestehenden Jugendstrukturen einiger Makkabi-Ortsvereine sowie Jugendliche aus anderen Ortsvereinen teilnahmen.

Junior-Games »Als wir im vergangenen Jahr die Makkabi Junior Games in München ausrichteten, wollten wir ursprünglich 100 bis 150 Teilnehmer erreichen. Tatsächlich kamen ungefähr 350 jüdische Jugendliche zum Event. Dieses große Interesse wollen wir nutzen und in einem Jugendverband bündeln«, erzählt Alexander Bondarenko, Jugendreferent von Makkabi Deutschland. »Durch die Eigenständigkeit der Jugend haben wir mehr Manpower und können gemeinsam mehr Events für unsere jugendlichen Sportler veranstalten.«

Der Jugendverband
kann eigenständige
Zuschüssse beantragen.

Auch finanziell bringt ein eigener Jugendverband Vorteile, da dieser eigenständig Zuschüsse beantragen kann. Vorbild ist hier die Jugendorganisation des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), die Deutsche Sportjugend (dsj). Makkabi Deutschland ist Mitglied im DOSB und ebenfalls im Haus des Deutschen Sports in Frankfurt am Main untergebracht.

jugendkonferenz Die Dachorganisation hat viel vor mit ihrem Jugendverband: So soll nicht nur jedes Jahr eine Jugendkonferenz veranstaltet werden, bei der Jugenddelegierte zusammenkommen und wo der eigene Haushalt geplant wird. Auch sollen Jugendleiter, Betreuer und Trainer ausgebildet werden. Und das Wichtigste: Die Jugendmakkabiade wird kein einmaliges Ereignis bleiben, berichtet Bondarenko.

»Die Junior Games wollen wir im Zweijahresrhythmus austragen.« Im Mai 2020 soll die Makkabiade gemeinsam mit den Junior Games in Düsseldorf stattfinden. »Das wird eines der größten deutschen Makkabi-Events, die es jemals gab.« Außerdem ist ein internationaler Jugendaustausch in Planung.

Südamerika Bereits in diesem Herbst sollen deutsche Makkabäer verreisen. Wohin es geht? »In ein südamerikanisches Land, mehr können wir noch nicht verraten«, so der Jugendreferent weiter. Im nächsten Jahr sollen dann Jugendliche aus dem dortigen Makkabi-Verband nach Deutschland kommen.

Die Makkabi Deutschland Jugend will sich auch sportpolitisch beteiligen. Geplant ist die Mitwirkung an den Strukturen von DOSB und dsj. Der Verband will sich dort einbringen und eine jüdische Stimme vertreten. Diese Stimme soll auch genutzt werden, um Antisemitismus im Sport entgegenzutreten. »Wenn Israelis bei Sportveranstaltungen ausgeschlossen werden, wie zuletzt bei der Para-Schwimm-Weltmeisterschaft in Malaysia, soll auch unsere Jugend die Möglichkeit haben, sich dazu zu äußern«, sagt Bondarenko.

Wuppertal

Am helllichten Tag

Nach dem Brandanschlag auf die Synagoge geht das Gemeindeleben in der nordrhein-westfälischen Stadt weiter. Aber was bedeutet diese Normalität?

von Helmut Kuhn  01.10.2026

Rostock

Zunehmend sprachlos

Die Gemeinde hatte Schlimmeres befürchtet, doch Sorgen bleiben auch nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern

 01.10.2026

Wiedervereinigung

Zeit der Blüte

Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Für jüdische Gemeinden in Ost und West war dies ein neuer Anfang, für manche auch die Rettung. Drei Gemeindemitglieder erzählen, wie sie diese Zeit erlebten

von Christine Schmitt  01.10.2026

Deutschland

Holocaust-Überlebende: Regierung der Linkspartei in Berlin wäre eine Katastrophe

»Hier muss die Politik gründlich aufpassen, dass das nicht passiert«, sagt Charlotte Knobloch bei »Maischberger«

 01.10.2026

Wahl

»Der Schock sitzt tief«

Jüdinnen und Juden blicken mit großer Skepsis auf eine mögliche Regierungsbeteiligung der Linken. Sie fordern klare Zusagen zum Kampf gegen Antisemitismus

von Christine Schmitt  30.09.2026

Rathaus Neukölln

Berlin

Hillel zieht seine Chanukkia aus dem Rathaus Neukölln ab

Der jüdische Bildungsverein will seine Chanukka-Feier künftig an einem »neutralen Ort« abhalten. Für den scheidenden Bürgermeister Martin Hikel ist die Entscheidung ein Schock

 01.10.2026 Aktualisiert

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 8. Oktober

 30.09.2026

Chemnitz

Gestohlener Davidstern sichergestellt

Unbekannte hatten laut Polizei in der Dauerausstellung des Lern- und Gedenkortes eine Schautafel beschädigt und den Davidstern mitgenommen

 28.09.2026

Archäologie

Hoffnung auf Latrinen - Grabung legt mittelalterliche Keller frei

Die Funde auf dem Areal der zweiten Jüdischen Gemeinde informieren über das Leben im mittelalterliche Erfurt. Zugleich geben sie Einblicke in die Stadtplanung des 13. Jahrhunderts

von Matthias Thüsing  28.09.2026