Programm

Jüdische Lebenswelten

Der israelische Bestsellerautor Dror Mishani stellt am Sonntag seinen neuen Roman vor. Foto: Lukas-Lienhard / Diogenes Verlag

Programm

Jüdische Lebenswelten

Die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern lädt zum 27. Europäischen Tag der jüdischen Kultur ein

von Helen Richter  03.09.2026 14:20 Uhr

»Liebe« lautet das Motto zum 27. Europäischen Tag der jüdischen Kultur. Bezogen auf jüdische Lebenswelten liegt die Besichtigung der Synagoge Ohel Jakob – und wie sich Liebe in religiösen Ritualen ausdrückt – nahe. Am Sonntag, den 6. September, um 13 und um 15 Uhr gibt es daher Besichtigungstouren in der Synagoge mit Dinah Zenker, wobei es um die Architektur, den Gottesdienstablauf, Unterschiede zwischen orthodoxem und liberalem Judentum, aber auch zu anderen Religionen geht.

Eine wichtige Rolle spielt das Thema Erinnerungskultur. Wer München liebt, aber nichts über die verborgenen Spuren jüdischen Lebens weiß, ist beim Stadtrundgang mit Chaim Frank um 11 Uhr bestens aufgehoben. Da es im Gegensatz zur Synagogenbesichtigung dafür eine Teilnehmerbegrenzung geben muss, ist dieses Angebot schnell ausgebucht.

Liebe, das weiß man, geht auch durch den Magen. Darauf ist das Restaurant »Einstein« bestens vorbereitet und bietet an diesem Tag von 12 bis 21 Uhr durchgehend warme Küche an, koschere Köstlichkeiten in Form von Vorspeisen, Hauptgerichten sowie feinen Desserts und Kuchen.
Mit viel Sorgfalt wird auch der Bücher-Flohmarkt geplant, der rund um jüdische Geschichte, Religionsphilosophie, Landeskunde zu Israel, Unterhaltungsliteratur, Lexika, Kochrezepte und Kinderbücher alles bietet, was sich ein vielseitig interessiertes Publikum nur wünschen kann. Besonders reizvoll dürften für Judaica-Sammler Werke in Erstauflage sein, die man – wenn überhaupt – nur antiquarisch finden kann.

Um Liebe in allen möglichen Schattierungen geht es im Roman Nicht von Dror Mishani. Der israelische Bestsellerautor ist am Sonntagnachmittag um 17 Uhr zu Gast im Hubert-Burda-Saal. Ursprünglich erwartete das IKG-Kulturzentrum den Schriftsteller bereits im Juni 2025 zur Vorstellung von Fenster ohne Aussicht. Tagebuch aus Tel Aviv, entstanden nach dem 7. Oktober 2023. Doch der am 13. Juni ausgebrochene israelisch-iranische Zwölftagekrieg machte diese Einladung zunichte.
Mishani, ein Meister der Charakterstudie, wird seinen kürzlich im Diogenes Verlag erschienenen Roman im Gespräch mit dem Publizisten Richard C. Schneider vorstellen, der unter anderem von Herbst 2006 bis Anfang 2016 Leiter des ARD-Fernsehstudios in Tel Aviv und verantwortlich für Israel, die Palästinensischen Autonomiegebiete und Zypern war.

Aus der deutschen Übersetzung liest der Schauspieler Robert Dölle, der seit der Spielzeit 2019/20 zum Ensemble des Bayerischen Staatsschauspiels (Residenztheater) gehört. Es geht, wie gesagt, auch hier um Liebe: zwischen Mann und Frau, realer und erinnerter, zur Musik, ja sogar zu einem Haustier. Kann eine Lüge eine Liebe retten? Oder gewinnt das Zerstörerische darin die Oberhand? Karten für die in Englisch und Deutsch stattfindende Kooperationsveranstaltung des IKG-Kulturzentrums, der DIG - AG München und dem israelischem Generalkonsulat sind erhältlich unter karten@ikg-m.de oder telefonisch unter 089/202 400 491.

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