Herford

»Ich fühle mich wohl hier«

Lang ersehnt: der Einzug der Torarollen in die neue Synagoge Herford Foto: Alexander Kröger

Ruben Heinemann, 47:
»Für mich ist eine Wunde im Stadtbild geschlossen, die im Herzen noch bleibt. Die vergangenen 21 Monaten betreute ich als Gemeinde-Projektkoordinator die Baustelle. Das war wie ein zweiter Beruf, eine oft sehr zeitintensive Aufgabe. Trotzdem war es nie eine Belastung, sondern immer eine Herzensangelegenheit für mich. Mein Onkel und mein inzwischen verstorbener Vater haben früher die alte Synagoge besucht, aus den Erinnerungen und Gesprächen der Familie ist sie nie verschwunden. Auch deswegen ist das heute für mich ist ein sehr bewegender Moment.«

Daphne Wolff, 60:
»Es ist ein wunderschönes Haus, alles ist perfekt. Mit dem Neubau zeigt sich, dass es noch immer ein aktives jüdisches Leben gibt. Die Synagoge ist auch ein deutlich sichtbares Zeichen, dass es damals den Nazis nicht gelungen ist, uns auszulöschen.«

Kira Zelewitsch-Bergmann, 61:
»Ich bin dankbar und stolz, das ist ein unvergleichbares Gefühl. Dieser Tag wird mir immer in Erinnerung bleiben.«

Walter Heinemann, 83:
»Ich besuchte als Elfjähriger den Gottesdienst in der alten Synagoge, bevor sie 1938 zerstört wurde. Ich fühle Freude und Trauer. Freude, dass es wieder aufwärts geht, und Trauer, weil damals viele Freunde und Gemeindemitglieder sterben mussten.«

Interview

»In eine Synagoge bin ich das erste Mal in Deutschland gegangen«

Ab den 90er-Jahren fingen viele sowjetische Juden in Deutschland noch einmal von vorn an. Sind sie angekommen? Ein Gespräch über Flüchtlingsheime, nicht anerkannte Diplome und die Wiederentdeckung jüdischer Traditionen

von Mascha Malburg  29.01.2026

Meinung

Die Täter müssen sich schämen

Ein Missbrauchsskandal erschüttert derzeit die jüdische Gemeinschaft Deutschlands. Wer solche Taten besser verhindern will, muss Betroffene in die Lage versetzen, angstfrei über ihre schrecklichen Erfahrungen sprechen zu können

von Daniela Fabian  29.01.2026

Urteil

Fristlose Kündigung eines Rabbiners bestätigt

Die Jüdische Gemeinde Berlin hatte im Sommer 2023 einem Rabbiner wegen sexueller Übergriffigkeit fristlos gekündigt. Eine Klage des Mannes dagegen wurde jetzt auch in zweiter Instanz zurückgewiesen

 29.01.2026

Holocaust-Gedenktag

»Mama, wo sind all die Menschen?«

Tova Friedman sprach im Deutschen Bundestag über ihre Deportation nach Auschwitz, das Grauen im KZ und darüber, was das Überleben mit ihr gemacht hat. Wir dokumentieren ihre Rede

von Tova Friedman  28.01.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 29. Januar bis zum 5. Februar

 28.01.2026

Meinung

Was würden Saba und Safta sagen?

Sie würden uns zurufen: »Wehrt euch gegen diesen Hass! Schließt euch mit denen zusammen, die in Deutschland bisher schweigen, aber dennoch die Mehrheit darstellen«

von Avitall Gerstetter  28.01.2026

Berlin

Feuer im Jüdischen Krankenhaus: Kein antisemitisches Motiv

In der Nacht kommt es zu einem Feueralarm. Ein Patient steht im Verdacht, einen Brand verursacht zu haben. Viele Details sind weiterhin unklar

 28.01.2026 Aktualisiert

Gedenken

Union Berlin und Hertha BSC gedenken gemeinsam der Holocaust-Opfer

Am internationalen Holocaust-Gedenktag erinnerten die beiden Stadtrivalen Hertha BSC und Union Berlin gemeinsam an die Deportationen, die in der NS-Zeit vom S-Bahnhof Grunewald ausgingen Beide Vereine mahnten zum Vertrauen in die Demokratie

 27.01.2026

Gedenken

Iris Berben erinnert an Schoa-Überlebende Margot Friedländer

Die Schauspielerin engagiert sich im Projekt »Ich bin Zweitzeugin von...«. So soll die Erinnerung an die Überlebenden des Holocaust wach bleiben

von Anita Hirschbeck  27.01.2026