Trauer

»Gute Freundin und wunderbare Botschafterin«

Avital Ben-Chorin sel. A. (1923–2017) Foto: DIG

Die aus Eisenach stammende jüdische NS-Zeitzeugin Avital Ben-Chorin ist im Alter von 94 Jahren verstorben. Wie ihr Sohn, der Rabbiner von St. Gallen in der Schweiz, Tovia Ben-Chorin, am Sonntag im Auftrag der Familie mitteilte, starb sie bereits am Freitagabend.

Sie war die Witwe des deutschsprachigen jüdischen Schriftstellers Schalom Ben-Chorin, der 1999 in Jerusalem gestorben war. Dort soll auch Avital Ben-Chorin beigesetzt werden. Beide standen beispielgebend für den jüdisch-christlichen sowie deutsch-israelischen Dialog.

palästina Die 1923 in Eisenach als Erika Fackenheim geborene Tochter jüdischer Eltern floh als 13-jähriges Mädchen vor den Nationalsozialisten ins damalige Palästina. Der Großteil ihrer Familie wurde in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und ermordet. 1943 heiratete sie den 1913 geborenen Schriftsteller Ben-Chorin, der zum Mentor der christlich-jüdischen Aussöhnung wurde.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) reagierte mit tiefer Trauer auf die Todesnachricht: »Der Freistaat Thüringen hat Avital Ben-Chorin viel zu verdanken. Dem Tod in den Vernichtungslagern der Nazis durch Auswanderung nach Palästina 1936 entronnen, hat sie sich gemeinsam mit ihrem Ehemann Schalom Ben-Chorin um die deutsch-israelische Aussöhnung verdient gemacht.« Sie habe Pionierarbeit im deutsch-israelischen Jugendaustausch geleistet und eine enge Verbindung zum Freistaat Thüringen gepflegt. Ramelow nannte die Verstorbene eine »gute Freundin und wunderbare Botschafterin Thüringens in Israel«. epd

München

Knobloch: »Bei der Eröffnung sind mir die Tränen heruntergelaufen«

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern spricht im Interview über die Eröffnung der Ohel-Jakob-Synagoge, den wachsenden Antisemitismus und dem Wahlsieg der Linken in Berlin

von Christiane Ried  06.11.2026

Bayern

Charlotte Knobloch wünscht sich Ilse Aigner als Bundespräsidentin

Die bayerische Landtagspräsidentin »lebt mit den Menschen, nicht über ihnen«, so Knobloch

 06.11.2026

München

Für Begegnung und Austausch

Die 40. Jüdischen Kulturtage wurden vergangene Woche mit einem großen Festakt im Cuvilliés-Theater eröffnet

von Luis Gruhler  05.11.2026

Auszeichnung

Grand Hospital Award für Waldkliniken Eisenberg

Mit einer eigenen Synagoge und einem besonderen Behandlungskonzept für jüdische Patientinnen und Patienten wurden die Waldkliniken Eisenberg bekannt. Nun erhalten sie die höchste Krankenhaus-Auszeichnung

 05.11.2026

Dresden

Ein besonderer Schabbat

Köchin Sibel Cuniman Pinto serviert traditionelle sefardische Gerichte – und die Geschichten dazu

von Karin Vogelsberg  05.11.2026

Berlin

Neuer Gedenkstein für Margot Friedländer

Um die Erinnerung an das Vermächtnis Margot Friedländers wachzuhalten, ist am Donnerstag ein Gedenkstein mit ihrem Porträt auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee niedergelegt worden. Der Künstler ist ein 16-jähriger Schüler aus der Ukraine

 05.11.2026

Frankfurt

Transparentes Haus

Die Jüdische Akademie des Zentralrats will ihren Besuchern ein vielseitiges Angebot machen

von Ayala Goldmann  04.11.2026

Düsseldorf

Ein Abend voller Sorge und Hoffnung

Die Jüdische Gemeinde ehrt Wirtschaftsministerin Mona Neubaur mit der Josef-Neuberger-Medaille

von Stefan Laurin  04.11.2026

Tel Aviv

Premiere für Andrea Kiewel

Andrea Kiewel überrascht sich selbst und überwindet ihre Scheu vor dem Widerspruch – wegen Halloween

von Andrea Kiewel  04.11.2026