Im Rahmen des Nations-League-Spiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Serbien in München war der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Bernd Neuendorf, zu Gast in der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG). Nach dem holprigen Auftakt gelang der deutschen Nationalmannschaft am dritten Spieltag der Nations League mit einem überzeugenden 2:0 in der Allianz Arena der erste Sieg.
IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch, die im Stadion vor Ort war und sich über das Spiel und dessen Ausgang erfreut zeigte, sagte am Rande des Besuchs des DFB-Präsidenten in den Räumlichkeiten der Kultusgemeinde am folgenden Tag: »Wer mich kennt, weiß: Mein Herz schlägt für den Fußball! Mich begeistert dieser Sport. Ich bewundere vor allem die Leidenschaft, den Ehrgeiz und die Fairness, die eine starke Mannschaft ausmachen.« Diese Werte seien nicht allein im Sport und auf dem Platz wichtig, sondern müssten auch in der Gesellschaft gelebt werden.
Bernd Neuendorf sprach von der großen persönlichen Bedeutung, die das Treffen für ihn habe.
Neuendorf sprach von der großen persönlichen Bedeutung, die das Treffen für ihn habe. »Ich habe mich deshalb sehr gefreut, dass die IKG-Präsidentin meiner Einladung gefolgt ist und das Spiel der Nationalmannschaft mit uns zusammen angeschaut hat.« Gerade in den aktuellen Zeiten bewundere er die Kraft und Entschlossenheit von Charlotte Knobloch. »Die Lebenssituation für jüdische Menschen in Deutschland erfüllt uns mit großer Sorge. Antisemitische Anfeindungen, Bedrohungen und Angriffe bewegen sich auf einem erschreckenden Niveau«, so Neuendorf.
Gerade dem Fußball komme in diesen Zeiten eine wichtige Verantwortung zu: »Der Fußball erreicht Millionen Menschen. Auf unseren Plätzen und in unseren Stadien, in unseren Vereinen und Verbänden darf kein Platz für antisemitische Hetze und Menschenfeindlichkeit sein. Wir müssen einschreiten, wenn Grenzen überschritten werden, und zugleich durch Bildung, Begegnung und Erinnerung Vorurteilen und Hass entgegenwirken.«
Knobloch dankte dem DFB-Chef »für das Engagement des deutschen Fußballs gegen Antisemitismus und Hass. Judenhass ist auch in den Stadien ein Thema – ›Jude‹ ist ein Schimpfwort, und jüdische Spieler und Klubs werden ausgegrenzt«. Knobloch erinnerte insbesondere an den vom DFB jährlich vergebenen Julius-Hirsch-Preis. »Ich war selbst viele Jahre in der Jury und weiß, wie viele tolle Projekte gegen Hass die Vereine und Fanklubs auf die Beine stellen.« Diese Menschen stützten die Demokratie, so Knobloch, »genau das braucht es heute mehr denn je«.