EILMELDUNG! Medienbericht: Iran soll Ermordung von Josef Schuster und Volker Beck geplant haben

Berlin

Der Klub der edlen Spender

»Wir sind für Menschen da, die Hilfe brauchen«: Logen-Präsident András Kain Foto: Gregor Zielke

András Kain hat das große Glück, gleich zwei Familien anzugehören. Da ist einmal seine leinbliche Familie mit Frau, Tochter, Sohn und zwei Enkeln. Und dann gibt es noch die Raoul Wallenberg Loge, die für ihn »eine richtig große Familie« ist, wie er sagt. Der heute 68-jährige Kain war schon bei der Gründung dabei und ist seit mehr als 15 Jahren Präsident der Loge, die in diesen Tagen ihr 35-jähriges Bestehen feiert.

Morgens schaut Kain bereits nach, ob er Post bekommen hat, aktualisiert die Homepage, macht sich Gedanken, welche Veranstaltungen für die Mitglieder attraktiv sein könnten, welches Restaurant für ein geselliges Essen das richtige wäre, und ist im Kontakt mit Logen aus der ganzen Welt.

Oder er bereitet die nächste Reise vor – zuletzt ging es nach Marseille und in die Provence. »Bei unseren Reisen besuchen wir auch immer die Logen vor Ort«, sagt Kain. Ein fester Programmpunkt sei ebenfalls, dass die Mitglieder beider Vereine zusammen einen Gottesdienst und Kabbalat Schabbat feiern.

Wohltätigkeit Aber es geht nicht nur um Reisen und Vergnügen. Die Loge möchte auch für andere da sein, der Wohltätigkeitsgedanke ist sehr wichtig. Wer möchte, dass für einen kranken Freund oder Angehörigen ein Gebet im Gottesdienst gesprochen wird, kann sich bei ihnen melden, die Mitglieder kümmern sich darum, dass es in der jeweiligen Synagoge gesprochen wird.

Ebenso helfen sie bei der Finanzierung des Kidduschs bei Barmizwa- und Batmizwa-Feiern, wenn sich die Familie das nicht leisten kann. »Die Mitarbeiter der Sozialabteilung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin stellen den Kontakt her. Für uns ist eigentlich jeder Tag ein Mitzvah Day«, sagt der Zahnarzt im Ruhestand und ehemalige Gabbai der Synagoge Pestalozzistraße.

Ebenso werden aus den Beiträgen der Logenmitglieder mehr als 10.000 Euro pro Jahr gespendet. Das Geld geht teils an das Kinderheim Ness Ziona und bedürftige Familien in Israel. Teils geht es auch an Amcha, die Organisation zur psychosozialen Unterstützung Schoa-Überlebender in Israel und im ukrainischen Lwiw (Lemberg).

Über Abgaben an B’nai B’rith Europe, deren Brüsseler Zentrale Logen in 29 Ländern vertritt, wird auch zum Beispiel an Tsunamiopfer in Asien gespendet. »Wir sind für Menschen da, die Hilfe brauchen«, sagt Kain. Auch das Eintreten für das Judentum und Israel ist in den Statuten festgehalten.

Gründung Vor mehr als 35 Jahren animierten die Mitglieder der mittlerweile aufgelösten Janusz-Korczak-Loge, die älter geworden waren und nun erwachsene Kinder hatten, diese, eine eigene Loge zu gründen. »Wir Jüngeren kannten uns ja, waren fertig mit der Uni und hatten damals kleine Kinder, da lag es nahe, eine eigene Loge auf die Beine zu stellen.« Etwa 120 Interessierte waren am Anfang dabei, derzeit sind es 86. Der Name der Loge sollte sich an »unseren Idealen« orientieren, sagt Kain, und da habe Raoul Wallenberg nahegelegen.

Kain verdankt dem schwedischen Diplomaten viel, denn er hat das Überleben seiner Familie ermöglicht. Unter Tausenden von Juden, die er 1944/45 in Budapest vor der SS gerettet hatte, befanden sich seine Mutter und seine beiden älteren Brüder. Sie überlebten in einem Ghetto.

Jeder, der 17 Jahre alt ist und einer jüdischen Gemeinde angehört, kann sich der Loge anschließen. Es gebe in der Loge auch ein Hamburger Ehepaar, das Berlin mag, sagt Kain, »unsere Zukunft ist gesichert«. Auch 30-Jährige seien dabei – zum Beispiel Kains Tochter.

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Schawuot

Alles Käse

Ob Oreo-Cheesecake, israelischer Käsekuchen oder Napoleon-Torte: Familien verraten ihre Lieblingsrezepte und erzählen, warum milchige Desserts zum Fest unverzichtbar sind

von Christine Schmitt  21.05.2026

Jewrovision

Jung, laut, jüdisch

Eindrücke vom Wochenende in Stuttgart

von Nicole Dreyfus  20.05.2026

Fest

Magdeburger Synagogen-Gemeinde hat neue Torarolle eingeweiht

Mit dem Fest der Toravollendung konnte die neue Torarolle der Magdeburger Synagogen-Gemeinde eingeweiht werden. Traditionell wurden die 5 Bücher Mose von einem Sofer genannten Schreiber in Israel angefertigt

von Thomas Nawrath  20.05.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 21. Mai bis zum 3. Juni

 20.05.2026

Stuttgart

Sieg in Weiß mit »Gangsta’s Paradise«

Glitzer, Lampenfieber und große Botschaften: Bei der Jewrovision verwandelten Jugendliche aus ganz Deutschland Musik, Tanz und persönliche Geschichten in eine kraftvolle Show. JuJuBa holte den ersten Platz, gewonnen haben aber alle

von Nicole Dreyfus  20.05.2026

Meinung

Die Jewrovision sendet ein Signal

Bei dem Musikwettbewerb haben die Teilnehmer auch immer wieder den grassierenden Antisemitismus thematisiert. Die Politik muss die Angst jüdischer Kinder und Jugendlicher endlich ernst nehmen

von Nicole Dreyfus  20.05.2026

Konflikt

»Große Irritation« nach Gründung eines neuen liberalen Rabbinatsgericht

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin und die Union progressiver Juden haben ein Beit Din gegründet. Die Allgemeine Rabbinerkonferenz kritisiert den Schritt als »Spaltungsmanöver«

von Mascha Malburg  19.05.2026