Hamburg

Denkmal erinnert an KZ-Deportationen

Die im Bau befindliche Gedenkstätte des Hannoverschen Bahnhofs am Lohseplatz im Januar. Foto: dpa

In der Hamburger Hafen-City erinnert ein neues Denkmal an die Deportation von mehr als 8000 Juden, Sinti und Roma in osteuropäische Konzentrationslager.

Der Denkmalort »Hannoverscher Bahnhof« im Lohsepark wird am 10. Mai von Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) offiziell eröffnet, wie Kultursenator Carsten Brosda (SPD) am Dienstag ankündigte. Eine 40 Meter lange »Fuge« aus Beton, die vom einstigen Bahnsteig in den Park hineinragt, soll die Erinnerung an den ehemaligen Bahnhof wachhalten. In etwa zwei Jahren soll mit dem Bau eines Dokumentationszentrums am Lohsepark begonnen werden.

Gleise Der »Hannoversche Bahnhof« war im 19. Jahrhundert Ausgangspunkt für alle Zugfahrten ab Hamburg Richtung Süden. Nach dem Bau des nahe gelegenen Hauptbahnhofs 1906 wurde er Güterbahnhof und zum Teil abgerissen. Zwischen 1940 und 1945 starteten von dem abgelegenen Gelände 20 Züge in Richtung Osten. Für fast alle Deportierten war es eine Zugfahrt in den Tod. Von dem originalen Bahnhof existieren nur noch ein paar alte Gleise und eine verwitterte Bahnsteigkante.

In der etwa zehn Meter breiten »Fuge« finden sich Tische mit den Namen der Opfer. Von den nachweislich 8083 Deportierten sind 7741 namentlich bekannt. Im Umkreis des Denkmals stehen Bänke und ein Picknick-Platz zum Verweilen bereit. Wegen der nahe gelegenen U-Bahnstation ist der Ort zumindest tagsüber recht belebt. Das neue Denkmal stehe »mitten im Alltag der Stadt«, sagte Kultursenator Brosda.

Gedenken Entwickelt wurde der Gedenkort gemeinsam mit den Opferverbänden. Dazu zählen die Jüdische Gemeinde, die Roma und Cinti Union, der Landesverein der Sinti und das Auschwitz-Komitee.

Es sei damit der bundesweit erste Erinnerungsort, der sowohl jüdischen Opfern wie auch Opfern der Roma und Sinti gewidmet ist, sagte Brosda. Angesprochen werden soll damit eine Generation, die in der Regel keine Zeitzeugen mehr persönlich kennt. epd

www.hannoverscher-bahnhof.hamburg.de

Hamburg

Jüdische Zukunft an der Elbe

Debattieren, begegnen und einander stärken: Mehr als 400 junge Erwachsene setzten beim Jugendkongress ein Zeichen

von Joshua Schultheis, Mascha Malburg, Moritz Piehler  05.03.2026

Berlin

Jüdisches Krankenhaus sucht weiter nach neuem Träger

Das insolvente Jüdische Krankenhaus Berlin soll zunächst weiter in Eigenverwaltung saniert werden. Der Krankenhausbetrieb wird in dieser Zeit in vollem Umfang aufrechterhalten

 05.03.2026

Reaktionen

Zwischen Sorge und Hoffnung

Jüdinnen und Juden mit iranischen Wurzeln verfolgen intensiv die Nachrichten – sie bangen mit den Israelis und hoffen, eines Tages wieder in den Iran reisen zu können. Wir haben uns umgehört

von Katrin Richter, Christine Schmitt  04.03.2026

Thüringen

Doppelkonzert eröffnet Jüdisch-Israelische Kulturtage

Nach stornierten Flügen gelingt dem israelischen Sharon-Mansur-Trio aus Haifa doch noch die Anreise nach Deutschland. Jetzt starten die Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen gemeinsam mit israelischen und iranischen Künstlern

 04.03.2026

Daniel Grossmann

»Wir bleiben sichtbar«

Der Münchener Dirigent erhält die Wilhelm-Hausenstein-Ehrung

von Esther Martel  04.03.2026

München

Verbunden aus Überzeugung

Die IKG ehrte Personen, die sich für die jüdische Gemeinschaft einsetzen

von Esther Martel  04.03.2026

Bedrohung

»Abstrakte Gefährdungslage«

Wegen des Kriegs im Nahen Osten sind die jüdischen Gemeinden in Deutschland alarmiert. Zugleich geht der Zentralrat davon aus, dass der Kampf gegen die Mullahs langfristig Sicherheit schafft

von Helmut Kuhn  04.03.2026

»Schir Haschirim« in Berlin

Acht Kapitel Geheimnisse

In der Synagoge Pestalozzistraße wird das Hohelied Salomos in einer Vertonung des israelischen Komponisten Daniel Akiva uraufgeführt

von Christine Schmitt  04.03.2026

Programm

Kleine Großstadtdetektive, ein musikalischer Golem und Gespräche: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 5. bis zum 12. März

 03.03.2026