Am Fuße des Hermon liegt das Dorf Majdal Shams. Höher gelegen als die höchsten Bergdörfer Deutschlands gehört das Dorf zu den von Israel kontrollierten Golanhöhen und ist damit einer der wenigen Orte in diesem Landstrich, der regelmäßig Schnee zu Gesicht bekommt.
Seit vielen Jahrhunderten lebt hier die drusische Gemeinschaft, am Rande bereits vor der Staatsgründung Israels stattfindender Konflikte. In der Antike verliefen hier wichtige Routen von Tel Dan nach Damaskus. Heute grenzen in unmittelbarer Nähe der Libanon und Syrien an Majdal Shams. Im Sommer 2024 befindet sich das Dorf nur wenige Kilometer entfernt von dem durch die Terrororganisation Hisbollah kontrollierten libanesischen Gebiet.
Bereits am Tag nach dem 7. Oktober 2023 hatte auch die Hisbollah begonnen, Israel mit Raketen zu attackieren. Fast 100.000 Israelis mussten in der Folge aus ihrer Heimat in den nördlichen Gebieten fliehen. Am 27. Juli 2024 schlug eine Hisbollah-Rakete auf dem zentral gelegenen Fußballplatz von Majdal Shams ein. Zwölf Kinder und Jugendliche starben, über 40 weitere Personen wurden verletzt. Seitdem ist in dem Dorf nichts mehr, wie es einmal war. Ein Kurzfilm der »12 Stars of Majdal Shams Association« zeigt eindrücklich die Nachwirkungen auf die Familien und die Dorfgemeinschaft.
Kurz nach dem Angriff initiierte die Kultusgemeinde eine Spendenaktion für die Familien der getöteten Kinder.
Kurz nach dem Angriff initiierte die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG) eine Spendenaktion für die Familien der getöteten Kinder. Ins Leben gerufen wurde die Aktion von Susanne Zimmermann; die IKG leitete die Spenden direkt an die Familien weiter mit dem Ziel medizinischer und psychologischer Betreuung für Überlebende und Angehörige. In diesem Monat haben nun einige der Familienangehörigen die jüdische Gemeinde in München besuchen können.
Zwei Tage verbrachte die Gruppe vor Ort und konnte so die Stadt, die Kultusgemeinde und IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch kennenlernen. Die 93-Jährige zeigte sich erfreut und zugleich bewegt über den Besuch. »Die Kraft der Familien im Angesicht des Verlustes und ihre freundschaftliche Bindung an unsere Gemeinde sind ein wichtiges Symbol der Hoffnung«, so Knobloch.
Der Besuch ist Teil einer zehntägigen Deutschlandreise der »12 Stars of Majdal Shams Association«. »Wir sind noch immer traumatisiert, noch immer im Verarbeitungsprozess, noch immer in tiefer Trauer«, sagt Saif, der Bruder eines der getöteten Kinder. Das vorherrschende Gefühl sei nicht so sehr, inmitten der Konflikte vergessen worden zu sein, als vielmehr, »dass wir uns jetzt darauf fokussieren müssen, unser Leben wieder in den Griff zu bekommen«. Die Vereinigung wurde gegründet als ein Versprechen an ihre verlorenen Geschwister, sie in Erinnerung zu behalten und ihr Licht weiter scheinen zu lassen.
