Nachruf

Chronist einer Epoche

Konrad Klapheck war fasziniert von ausdrucksstarken Kons­truktions-Zeichnungen für Apparate und Mechanismen, die seine Ding- und Vorstellungswelt inspiriert haben.

Seine gezeichneten oder gemalten realen mechanischen Objekte und banalen Haushaltsgeräte erinnern durch die inszenierten surrealistischen Bildunterschriften an die absurden Erfindungen und Doppeldeutigkeiten der dadaistischen und surrealistischen Provokateure, wie André Breton, Marcel Duchamp oder Raymond Roussel, der in einer Episode seines Buches Impressions d’Afrique die Erfindungen als »Komplizierte Apparate« und deren »Funktionsweise zwar lückenlos beschrieben« hatte, »das Geheimnis ihres Funktionierens aber« dennoch unklar blieb (Hanns Grössel, 1977).

ÄSTHETIK Der Einfluss der Surrealisten, insbesondere von André Breton, mit dem Konrad Klapheck seit seiner persönlichen Begegnung bei einem seiner Pariser Aufenthalte im Jahre 1961 befreundet war und der einen Text-Beitrag zum Katalog der Klapheck-Ausstellung in der Galerie Sonnabend in Paris lieferte, zeigt, wie bedeutsam der banale Gegenstand und seine Doppelsichtigkeit für die surrealistische Ästhetik im Werk von Konrad Klapheck war.

Zeit seines Lebens war Konrad Klap­heck eng mit der Kunstakademie Düsseldorf verbunden. Seine Eltern Anna und Richard Klapheck hatten als Kunsthistorikerin und Kunsthistoriker an der Düsseldorfer Kunstakademie gelehrt.

Konrad Klapheck war immer eng mit der Kunstakademie verbunden.

»Bruno Goller stand für mich als Lehrer schon fest, als ich 14 Jahre alt war und er mich noch gar nicht kannte«, erinnerte sich Konrad Klapheck 2022 an seinen Lehrer.

Nach seiner Emeritierung im Jahr 2002 waren Studierende der Akademie Konrad Klapheck immer im Künstlerhaus unweit der Akademie willkommen. Mit seinen Porträtzeichnungen zahlreicher Professorinnen und Professoren, Studierenden oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kunstakademie wird er zum wertvollen Chronisten einer Epoche.

GALERIE Einige Porträts wie das von Markus Lüpertz oder Bruno Goller befinden sich in der Akademie-Galerie – Die Neue Sammlung. Klapheck war auch nach seiner Emeritierung ein häufig gesehener Gast der Akademie-Veranstaltungen und Ausstellungen in der Akademie-Galerie, in denen er kenntnisreich über sein Studium an der Akademie in den 50er-Jahren als wichtiger Zeitzeuge sprach.

Im Jahr 2015 feierte er in der Jubiläums-Ausstellung zu seinen Ehren in der Akademie-Galerie seinen 80. Geburtstag mit Familie, Freunden und Weggefährtinnen und Weggefährten.

Die Akademie wird ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren.

Die Autorin ist Rektorin der Kunstakademie Düsseldorf und Professorin für Architektur.

Konrad Klapheck studierte von 1954 bis 1958 bei Bruno Goller und war von 1979 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2002 als Lehrer an der Kunstakademie tätig.

Tel Aviv

Irgendwie Alltag – bis zum Alarm

Eigentlich wollte Jacob Horowitz nur den Halbmarathon in Tel Aviv laufen. Doch dann begann der Krieg mit dem Iran. Wie sich die vergangenen Wochen zwischen Purim, Schutzraum und verschobener Evakuierung anfühlen, das hat er für uns aufgeschrieben

von Jacob Horowitz  12.03.2026

Sport

Vereint am Ball

Jüdische Hobby-Fußballer feiern ihre Gemeinschaft – und möchten in schwierigen Zeiten ein Zeichen setzen

von Christine Schmitt  12.03.2026

Berlin

Interaktives Projekt zur jüdischen Geschichte des Scheunenviertels

Im Scheunenviertel in Berlin-Mitte gibt es seit Mittwoch zehn Straßenmarkierungen auf Jiddisch, Deutsch und Englisch. Über ein interaktives Erinnerungsprojekt wird so an die jüdische Geschichte der Spandauer Vorstadt erinnert

von Markus Geiler  11.03.2026

Solingen

100 Porträts jüdischer Künstlerinnen im Zentrum für verfolgte Künste

Die Ausstellung erzählt von künstlerischen Lebenswegen zwischen Krieg, Verfolgung und Neubeginn, wie das Museum ankündigte

 11.03.2026

Programm

Kakaniens Kinder, Jakobs Zelte und Israels Superfood: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 12. bis zum 19. März

 11.03.2026

Hilfe

Gestrandet in Deutschland

Viele Israelis wurden im Ausland vom Beginn des Krieges mit dem Iran überrascht. Sie finden Unterstützung bei der israelischen und jüdischen Gemeinschaft vor Ort

von Joshua Schultheis  11.03.2026

Meinung

Jüdisches Leben gehört zum Ländle

Nach der Wahl in Baden-Württemberg kann die jüdische Gemeinschaft darauf vertrauen, auch künftig einen zuverlässigen Partner in der Landesregierung zu haben. Einzig das gute Abschneiden der AfD bereitet Sorgen

von Barbara Traub  11.03.2026

Berlin-Neukölln

Wer ist dieser Mann?

Er lehrte arabische Schüler die Geschichte des Holocausts, organisierte einen Austausch mit Israelis und hielt Drohungen stand. Hudhaifa Al-Mashhadanis Geschichte faszinierte die Medien, begeisterte Politiker und schenkte ihm das Vertrauen jüdischer Organisationen. Aber ist alles daran wahr?

von Mascha Malburg  11.03.2026

Berlin

150 Rabbiner am Brandenburger Tor

Ein Fototermin setzt ein Zeichen: Rabbiner zeigen, wie jüdisches Leben heute Europa prägt. Was beim Treffen sonst noch auf dem Programm steht

 11.03.2026