Berlin

Begegnungen für Verständigung

Am Dienstagnachmittag ehrte die Harold-Bob-Stiftung im Berliner Centrum Judaicum ihre 30 geförderten Projekte in einer Festveranstaltung. Der Berliner Kaufmann Michael Bob, Sohn des 1994 verstorbenen Stiftungsgründers und Namensgebers Harold Bob, sagte in seiner Begrüßungsrede: »Wir haben in den vergangenen Monaten leider auch in Berlin wieder gesehen, was Antisemitismus ist.«

Der gebürtige Berliner verwies auf die schlimmen Auswüchse während des Gaza-Krieges: »Das zeigt, wie brandaktuell der Zweck unserer Stiftung ist.« Dieser besteht laut Satzung in der Förderung der »Verständigung zwischen jüdischen und nichtjüdischen Bürgern« und der »Beziehungen zwischen Bürgern der Bundesrepublik Deutschland und Israels«. Der Textilfabrikant Harold Bob hatte die Stiftung, die vor allem Jugendbegegnungen fördert, 1986 gegründet.

Stolpersteine Und das war eine Menge. So berichtete beispielsweise Petra Fritsche von der »Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße«, wie vor anderthalb Wochen vor Ort ein Infokasten eingeschlagen wurde. Nun konnte er neu verglast werden. Lothar Schnepp vom Haus Kreisau, das unter anderem eine evangelische Berufsschularbeit betreibt, erzählte, wie selten Jugendliche mit Migrationshintergrund Gedenkstätten besuchten.

Eine Schülerin des »Evangelischen Kirchenkreises Berlin Nord/Ost« berichtete strahlend, wie groß schon die Vorfreude auf den Gegenbesuch in Israel gewesen sei, nachdem sie ein israelisches Mädchen bei sich beherbergt hatte. Eine andere Jugendliche erzählte von scherzhaften Überlegungen, mit Absicht sitzen zu bleiben, um noch einmal an einem deutsch-israelischen Schüleraustausch teilnehmen zu können.

Von den fast 30 unterschiedlichen Initiativen, die von ihren Projekten berichteten, waren evangelische, katholische und jüdische Schulen, Universitäten, Bildungsstätten und Vereine bei dem Festakt. Von 2012 bis 2014 förderte die Harold-Bob-Stiftung diese Jugendbegegnungen und Bildungsveranstaltungen mit insgesamt etwa 70.000 Euro.

www.harold-bob-stiftung.eu

Eröffnung

Ausstellung in Osnabrück beleuchtet Antisemitismus

2026 jährt sich das Ende der ersten jüdischen Gemeinde in Osnabrück zum 600. Mal. Mit einer Ausstellung erinnert das Museumsquartier an diese frühe Phase jüdischer Geschichte. Auch die Wurzeln des Antisemitismus werden sichtbar

 19.03.2026

Musik

»Die Verbundenheit zwischen Juden und Iranern zeigen«

Alexey Kochetkov und Kioomars Musayyebi haben ein Konzert mit jüdischer-persischer Musik gegeben. Ein Gespräch über Santur-Klänge, Politik und eine besondere Freundschaft

von Katrin Richter  19.03.2026

Berlin

Berliner Rabbinerin wird Präsidentin der Rabbinical Assembly

Mit Gesa Ederberg übernimmt erstmals eine Europäerin das Spitzenamt der internationalen Organisation

 18.03.2026

Angriffe

Schmierereien und Drohungen: Antisemitismus an NS-Gedenkstätten nimmt zu

Lehrer hätten bereits Führungen abgesagt, aus Angst, dass Schüler das Programm boykottieren

von Leticia Witte  18.03.2026

Ehrung

Ein pflichtbewusster Optimist

Fritz Neuland war einer der Wiederbegründer und später Präsident der Münchner Kultusgemeinde. Nun ist eine Straße nach ihm benannt

von Esther Martel  16.03.2026

Auftakt

Schutzversprechen für die jüdische Gemeinschaft

Im Alten Rathaus am Marienplatz begann die Münchner »Woche der Brüderlichkeit« 2026

 16.03.2026

Dresden

Stimme der Aufklärung

Die 90-jährige Schoa-Überlebende Renate Aris erhält für ihr Engagement als Zeitzeugin das Bundesverdienstkreuz

 15.03.2026

Berlin

Signale am Gleis 17

Aktivisten möchten aus dem ehemaligen Bahnwärterhaus eine Info-Werkstatt zur Schoa machen

von Christine Schmitt  15.03.2026

Porträt

Im Einsatz für andere

Jutta Josepovici arbeitete für die ZWST und die Frankfurter Jüdische Gemeinde

von Eugen El  15.03.2026