Bremen

Ausradiert

Übersee-Museum in Bremen Foto: (CC) Jürgen Howaldt

Auf einer Stele vor dem Bremer Übersee-Museum ist der Ländername »Israel« abgekratzt worden. Die Tafel listet die Partnerstädte der Hansestadt auf, darunter auch die israelische Hafenstadt Haifa. Wie der Weserkurier schreibt, sei der Vandalismus zufällig von Bürgerschaftspräsident Christian Weber entdeckt worden. Weber habe nachsehen wollen, ob die Informationen zu den Partnerstädten noch aktuell sind. Wann der Ländername abgekratzt wurde, sei daher nicht zu ermitteln.

Dass Israel auf einer öffentlichen Tafel symbolisch entfernt wurde, wertet der Bürgerschaftspräsident als »gezielte Aktion«. Das sei nicht mit einem Dumme-Jungen-Streich zu entschuldigen. »Das ist beschämend und zumindest ein Anflug von Antisemitismus, den man schnell beseitigen muss«, sagte Weber.

Vandalismus Der zweite Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde im Lande Bremen, Grigori Pantijelew, sieht in der Tat einen weiteren Fall von Vandalismus an der Weser. »So etwas passiert immer wieder«, sagte er und erinnerte an das Denkmal in Oslebshausen, das Unbekannte im vergangenen Jahr mit roter Farbe beschmiert hatten. Und im März wurde an der Schule am Barkhof eine Metalltafel gestohlen, die an die Deportationen von Juden nach Minsk erinnert.

»Es tauchen auch immer wieder judenfeindliche Graffiti in Bremen auf – aber viele antisemitische Sprüche verlagern sich vor unseren Augen ins Internet«, sagte Pantijelew dem Weserkurier. Auf mehreren Facebook-Seiten sei zu der pro-palästinensischen Großdemonstration in Bremen am 23. Juli aufgerufen worden. »Dabei wurden auf der Plattform des sozialen Netzwerks Fotos toter Kinder gezeigt. In diesem Zusammenhang wurde auch ein Foto der jüdischen Gemeinde in Bremen gepostet mit dem Zusatz ›Fuck you!‹ – das war ein direkter Aufruf zur Gewalt gegen die jüdische Gemeinde«, betont Pantijelew. Inzwischen sei diese Facebook-Seite nicht mehr abrufbar.

Polizeischutz Seitdem bei einer nächtlichen pro-palästinensischen Demonstration am 13. Juli ein Mann schwer verletzt wurde, stehe die jüdische Gemeinde rund um die Uhr unter Polizeischutz. Das habe es zuvor so noch nicht gegeben, erklärte der Gemeindevertreter weiter. »Normalerweise gibt es Polizeischutz nur für den Kindergarten unserer Gemeinde und für besondere Veranstaltungen. Es ist schlimm, dass das nötig ist, aber man muss sich absichern.« ja

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« erhält Tacheles-Preis

Der Tacheles-Preis wird alle zwei Jahre an Personen oder Organisationen verliehen, die sich für die Sicherung einer jüdischen Zukunft in Deutschland einsetzen. Die Laudatio hält der neue WELT-Chefredakteur Helge Fuhst

 18.05.2026

Chemnitz

Ausstellung zum Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz

»Jetzt erst recht!«: Eine Ausstellung im Staatlichen Museum für Archäologie erinnert an den mutigen Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz 1945

 18.05.2026

Magdeburg

Synagogen-Gemeinde weiht neue Torarolle ein

Große Freude in der Magdeburger Synagoge: Nach mehr als 30 Jahren des Spendensammelns erhält die jüdische Gemeinde eine neue Torarolle, die in Israel von einem spezialisierten Schreiber angefertigt wurde

 18.05.2026

Berlin

Er hat Traditionen neu gedeutet

Pavel Feinstein ist tot. Der Maler und Zeichner starb nach kurzer, schwerer Krankheit

 18.05.2026

Prozess

Urteil im Prozess gegen Dresdner Rabbiner erwartet

Dem Angeklagten werden Geldwäsche und Betrug vorgeworfen

 18.05.2026

Gedenken

Prägend für den Kunsthandel

Die Stadt München brachte in der Liebigstraße ein Erinnerungszeichen für den jüdischen Auktionator Hugo Helbing und seine Familie an

von Luis Gruhler  18.05.2026

München

»Jener Tag des Sieges hat uns die Freiheit geschenkt«

Zum Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus gedachte die IKG der jüdischen Soldaten in den alliierten Armeen

von Vivian Rosen  18.05.2026

Berlin

Ein Israeli erklärt Berlin

Tourguide: Der ehemalige Opernsänger Eyal Edelmann führt Landsleute durch die deutsche Hauptstadt

von Alicia Rust  17.05.2026

Brandenburg

Brandanschlag: Jüdische Gemeinden stellen sich hinter Büttner

Im Fall des Brandanschlags auf das Anwesen des brandenburgischen Antisemitismusbeauftragten gibt es viele offene Fragen. Die örtliche jüdische Gemeinde solidarisiert sich mit Andreas Büttner

 15.05.2026