Sachsenhausen

Acht Künstler, acht Werke

Hans Grundigs Werk »Sheet Lightning over the Suburbs« entstand 1933. Der Maler und Grafiker wurde 1940 ins KZ Sachsenhausen verschleppt. Foto: dpa

Die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen stellt in einer neuen Sonderausstellung acht Künstler vor, die von den Nazis nach Oranienburg deportiert wurden. Präsentiert werden mehr als 140 ausgewählte Werke von Jan Budding, Peter Edel, Hans Grundig, Leo Haas, Vladimír Matêjka, Rudolph Carl von Ripper, Viktor Siminski und Karel Zahrádka, die in die Konzentrationslager Oranienburg und Sachsenhausen verschleppt worden waren.

Leo Haas zum Beispiel gehörte 1944 und 1945 zu den Häftlingen des sogenannten Fälscherkommandos im KZ Sachsenhausen, deren Schicksal der österreichisch-deutsche Spielfilm Die Fälscher (2007) thematisierte. Die Ausstellung mit dem Titel Écraser l’infâme! Künstler und das Konzentrationslager – die Kunstsammlung der Gedenkstätte Sachsenhausen wird am Sonntag eröffnet und bis zum 6. Januar gezeigt.

biografien Den im Lager oder unmittelbar nach der Gefangenschaft entstandenen Kunstwerken werden originale Arbeiten vor und nach der Zeit der Haft beigeordnet. Neben den Werken aus den Sammlungen der Gedenkstätte werden zahlreiche Leihgaben aus Museen und Privatbesitz gezeigt. Das Oeuvre der aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich, der Tschechischen Republik und Polen stammenden Künstler werde durch biografische Informationen ergänzt.

Das Motto der Ausstellung Écraser l’infâme! (»Die Niedertracht zerstören!«) geht den Angaben zufolge auf den Titel eines 1934 und 1935 entstandenen Zyklus von Zeichnungen des österreichischen Künstlers Rudolph Carl von Ripper zurück, in dem er sich mit Terror und Folter im Berliner Columbia-Haus und im KZ Oranienburg auseinandersetzt. Die nach den verschollenen Zeichnungen von Ripper angefertigten Radierungen, die 1938 in Paris erschienen sind, werden in der Ausstellung gezeigt.

Ein großer Teil der Kunstsammlung der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen soll zudem in einer Medienstation exemplarisch präsentiert und somit erstmals für eine breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Zeichnungen Im Anschluss an die Präsentation in der Gedenkstätte Sachsenhausen wird die Ausstellung 2019 in der Gedenkstätte Terezin (Theresienstadt) und im MOCAK Museum für Gegenwartskunst in Krakau sowie 2020 im Zentrum für verfolgte Künste in Solingen zu sehen sein.

Die Gedenkstätte Sachsenhausen sammelt seit ihrer Gründung Kunst von ehemaligen Häftlingen. Der Bestand umfasst rund 1000 Kunstwerke, künstlerische Darstellungen ebenso wie Häftlingspost mit Zeichnungen oder Schnitzereien aus Alltagsgegenständen. Die Gedenkstätte bewahrt zudem als Leihgabe seit vielen Jahren den rund 1000 Objekte umfassenden künstlerischen Nachlass von Leo Haas auf. epd

Die Ausstellung wird am Sonntag, den 9. September, um 14 Uhr im Neuen Museum der Gedenkstätte Sachsenhausen eröffnet und bis zum 6. Januar gezeigt.

www.stiftung-bg.de

Universität

Angst auf dem Campus

Eine Studie zeigt, wie stark jüdische Studierende unter Antisemitismus leiden – und welche Folgen das für ihre psychische Gesundheit hat

von Alicia Rust  01.11.2026

Porträt der Woche

Reihe 9, außen

Diana Sims-Silbermann spielt Cello und ist Theaterärztin. Sie hat immer denselben Platz

von Claudia Irle-Utsch  01.11.2026

Gesellschaft

Die Welt retten? Fangen wir klein an

Am 22. November findet der Mitzvah Day statt. Unter dem Motto »Gemeinsam. Füreinander« engagieren sich Gemeinden, Schulen und Gruppen für soziale Projekte. Die Anmeldungen laufen

von Katrin Richter  01.11.2026

Wettbewerb

Mehr als ein Bibelquiz

Erstmals wurde der »Chidon Hatanach« in der bayerischen Hauptstadt auf lokaler Ebene ausgetragen

von Luis Gruhler  01.11.2026

Eröffnung

Museum Zwangsarbeit zeigt Ausstellung zu »unerwünschten Kindern«

Beziehungen zwischen Deutschen und Zwangsarbeitern im NS-Regime waren verboten. Trotzdem gab es diese Kontakte ebenso wie Kinder aus diesen Beziehungen. Eine Ausstellung in Weimar widmet sich den Geschichten der betroffenen Eltern und Kindern

 30.10.2026

Frankfurt

Eine Akademie für Deutschland

Am Montag wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet. Sie soll innerjüdische Debatten fördern und jüdische Perspektiven stärker in die Gesellschaft einbringen

von Josef Schuster  30.10.2026

Berlin

Wundersame Rückkehr

Eine Delegation des Temple Chai aus Phoenix, Arizona, brachte einen Wimpel und eine Parochet, die 88 Jahre verschollen waren, zurück in die Synagoge Oranienburger Straße

von Alicia Rust  29.10.2026

Frankfurt am Main

L’Chaim! Auf das Leben

Die Gala »WIZO Night for Children« brachte mehr als 560 Patenschaften

von Eugen El  29.10.2026

Gefahr

Antisemitische Gewalt an Halloween?

In einem Schreiben rät der Zentralrat der Juden für das Wochenende zu Vorsicht und empfiehlt verschärfte Sicherheitsmaßnahmen

 28.10.2026