Thüringen

78.000 Euro für die Ewigkeit

Mit dem Fördergeld leistet das Land einen Beitrag, die jüdische Bestattungskultur zu bewahren Foto: dpa

Thüringen

78.000 Euro für die Ewigkeit

Landesregierung fördert Ausbau des jüdischen Friedhofs in Erfurt

 27.05.2014 18:41 Uhr

Der Freistaat Thüringen unterstützt die Jüdische Landesgemeinde mit zusätzlich 78.200 Euro. Das Geld sei für die Erweiterung des jüdischen Friedhofs der Gemeinde in Erfurt bestimmt, teilte Kultusminister Christoph Matschie (SPD) am Dienstag in Erfurt mit. Mit dem Fördergeld leiste das Land einen Beitrag, die jüdische Bestattungskultur zu bewahren. Die Friedhöfe gehörten zu den wichtigen baulichen Zeugnissen der jüdischen Kultur in Thüringen und zum kulturellen Erbe.

Antrag Die Sanierungspläne sehen laut Matschie vor, auf einer Hangfläche des bestehenden Friedhofs Platz für 400 neue Gräber zu schaffen. Darüber hinaus stehen für die Sanierung der Trauerhalle weitere 26.000 Euro an Denkmalschutzmitteln in Aussicht. Ein solcher Antrag der Gemeinde werde derzeit mit dem Kultusministerium abgestimmt, hieß es. Das Bestattungsfeld in Erfurt ist der einzige noch genutzte Thüringer Friedhof in jüdischem Besitz.

Insgesamt bestehen im Freistaat 34 jüdische Friedhöfe. Die meisten der mehr als 800 Mitglieder der Landesgemeinde leben in Erfurt. Nach der jüdischen Trauer- und Begräbniskultur werden Gräber nicht entfernt oder mehrfach belegt und sind bis zum Erscheinen des Messias für die Ewigkeit angelegt. epd/ja

Forschung

Storys per QR-Code

Studierende der TU recherchieren zu Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf

von Helmut Kuhn  31.08.2025

Bildung

Mathe, Kunst, Hebräisch

Diese Woche ist die Jüdische Grundschule in Dortmund feierlich eröffnet worden. Warum entscheiden sich Eltern, ihr Kind auf eine konfessionell geprägte Schule zu schicken – und warum nicht?

von Christine Schmitt, Katrin Richter  31.08.2025

Essay

Wie eine unsichtbare Wand

Immer sind Juden irgendetwas: Heilige oder Dämonen, Engel oder Teufel. Dabei sind wir ganz normale Menschen. Warum nur gibt es immer noch Erstaunen und teils Zurückweisung, wenn man sagt: Ich bin jüdisch?

von Barbara Bišický-Ehrlich  31.08.2025

Porträt der Woche

Sprachen, Bilder, Welten

Alexander Smoljanski ist Filmemacher, Übersetzer und überzeugter Europäer

von Matthias Messmer  31.08.2025

Vor 80 Jahren

Neuanfang nach der Schoa: Erster Gottesdienst in Frankfurts Westendsynagoge

1945 feierten Überlebende und US-Soldaten den ersten Gottesdienst in der Westendsynagoge nach der Schoa

von Leticia Witte  29.08.2025

Würdigung

Tapfer, klar, integer: Maram Stern wird 70

Er ist Diplomat, Menschenfreund, Opernliebhaber und der geschäftsführende Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses. Zum Geburtstag eines Unermüdlichen

von Evelyn Finger  29.08.2025

Interview

»Physisch geht es mir gut, psychisch ist ewas anderes«

Sacha Stawski über den Angriff auf ihn und seine Kritik an Frankfurts Oberbürgermeister

von Helmut Kuhn  28.08.2025

München

»In unserer Verantwortung«

Als Rachel Salamander den Verfall der Synagoge Reichenbachstraße sah, musste sie etwas unternehmen. Sie gründete einen Verein, das Haus wurde saniert, am 15. September ist nun die Eröffnung. Ein Gespräch über einen Lebenstraum, Farbenspiele und Denkmalschutz

von Katrin Richter  28.08.2025

Zentralrat

Schuster sieht Strukturwandel bei jüdischen Gemeinden

Aktuell sei der Zentralrat auch gefordert, über religiöse Fragen hinaus den jüdischen Gemeinden bei der Organisation ihrer Sicherheit zu helfen

 27.08.2025