Einspruch

Zum Wohle des Nahen Ostens

Syriens Präsident Baschar al-Assad erweist sich immer mehr als gelehriger Schüler seines Vaters Hafiz und lässt die Opposition mit unglaublicher Brutalität niederschlagen. Anders als in Libyen, wo die internationale Gemeinschaft mit vergleichsweise geringer Investition große Wirkung erzielen konnte, ist Ähnliches in Syrien nicht zu erwarten. Zumal Russland und China kein zweites Mal einer Resolution zustimmen dürften, die ein militärisches Eingreifen gegen ein arabisches Regime ermöglicht.

Angesichts dieser Situation melden sich nun Stimmen zu Wort, wonach es auch gar nicht wünschenswert wäre, die syrische Diktatur zu stürzen. Schließlich nehme das Land eine neuralgische Stellung im Nahostkonflikt ein. Das ist kaum zu leugnen – und der Grund, warum das Regime besser heute als morgen fallen sollte.

Die Achse Teheran und Damaskus ist seit Jahren die wichtigste Ursache für Instabilität in der Region und mit verantwortlich dafür, dass die palästinensische Autonomiebehörde es nicht wagt, Frieden mit Israel zu schließen. Ein Ende Assads würde nicht nur das iranische Regime ins Wanken bringen, es würde auch Hisbollah und Hamas zwingen, in Ermangelung von Geldgebern, Waffenlieferanten und Nachschubrouten eine pragmatischere Politik zu verfolgen. Ähnlich wie einst Saddam Hussein im Irak hat Baschar al-Assad die radikalsten Palästinenserfraktionen gern in Damaskus beherbergt und sich als Hüter der arabischen Sache gegen Israel aufgespielt. Wie nach dem Sturz Saddams würde sich auch nach dem Fall Assads der Volkszorn gegen ebenjene Radikalen richten. Denn der Nahostkonflikt wurde von Damaskus stets als Vorwand benutzt, um dem eigenen Volk Bürgerrechte vorzuenthalten.

Wer also Frieden möchte, sollte die syrische Opposition tatkräftig unterstützen. Und darauf hoffen, dass nach einem Sturz Assads auch Irans Opposition Mut schöpft. Das wäre die beste Option, um die Atombombe der Mullahs noch zu verhindern.

Der Autor ist Ressortleiter Außenpolitik der »Welt« und der »Welt am Sonntag«.

Diplomatie

Iran und Ukraine: So verlief das Gespräch zwischen Trump und Putin

Die Hintergründe

 09.03.2026

Nahost

Trump: Iran-Krieg »so gut wie beendet«

Seit gut einer Woche dauert der Iran-Krieg nun an. US-Präsident Trump hatte zuletzt eine Dauer von vier bis fünf Wochen Dauer in Aussicht gestellt. Die Offensive könnte wohl auch deutlich kürzer ausfallen

 09.03.2026

Women’s Asian Cup

Trump fordert von Australien Asyl für iranische Fußballerinnen

Die Spielerinnen hatten sich vor dem Anstoß im Robina Stadium geweigert, die iranische Nationalhymne zu singen

 09.03.2026

Hildburghausen

Zahlreiche Rechtsrock-Konzerte im thüringischen Brattendorf

Ein Gasthaus im südthüringischen Brattendorf ist zu einem Treffpunkt der Neonazi-Szene geworden

 09.03.2026

Moskau

Putin sichert Mojtaba Chamenei Russlands Unterstützung zu

Russland sieht sich traditionell als enger Partner des Iran. Der Kremlchef wünscht dem neuen Obersten Führer Mut, Gesundheit und Kraft

 09.03.2026

Beirut

Israel setzt Angriffe im Libanon fort

Immer wieder erschüttern Explosionen die Vororte der libanesischen Hauptstadt. Ein Ende der durch neue Angriffe der Hisbollah verursachten Eskalation ist nicht in Sicht

 09.03.2026

Gaziantep

Türkei: NATO fängt Geschoss im türkischen Luftraum ab

Trümmer des Geschosses fallen auf türkischen Boden. Es ist nicht das erste Mal

 09.03.2026

Berlin

Zweifel an Angriff auf Neuköllner Schulleiter – Ermittlungen richten sich nun gegen ihn selbst

Ein Überwachungsvideo vom U-Bahnhof Rathaus Neukölln wirft Fragen auf. Angaben von Hudhaifa Al-Mashhadani hatte angegeben, angegriffen worden zu sein

 09.03.2026

Magdeburg

Auftakt für jüdische Kultur in Sachsen-Anhalt

Ministerpräsident Sven Schulze betonte als Schirmherr die Bedeutung der Kulturtage als klares Signal der Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt

 09.03.2026