Jüdisches Leben

Zentralrats-Chef Schuster und Innenministerin Faeser besuchen Jüdische Gemeinde Frankfurt

Bundesinnenministerin Nancy Faeser und der Präsident des Zentralrates der Juden Josef Schuster besuchen gemeinsam das Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main Foto: picture alliance/dpa

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) fordert von muslimischen Verbänden eine Distanzierung vom Terror der palästinensischen Hamas. Zugleich brauche es auch einen Zusammenhalt mit Muslimen in Deutschland, sagte Faeser am Montag bei einem Besuch der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main.

Auch der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt und frühere Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn, betonte, es sei wichtig, dass jüdische und muslimische Deutsche gemeinsam gegen Terror stünden. »Der Hass der Hamas wendet sich gegen Juden auf der ganzen Welt«, sagte er.

Am Freitag hatte die Hamas ihre Anhänger dazu aufgerufen, jüdische Einrichtungen weltweit anzugreifen. An diesem Tag waren nach Korns Worten in Frankfurt 80 Prozent der Kinder der jüdischen Kindertagesstätte und Schule zu Hause geblieben. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, beklagte, es herrsche weiterhin ein »Zustand der abstrakten Gefahr«. Dem müsse bundesweit Rechnung getragen werden.

Faeser bekräftigte, der Schutz jüdischer Einrichtungen habe für sie Priorität. »Mich betrübt zutiefst, dass wir in Deutschland Kindertagesstätten und Schulen bewachen müssen«, sagte sie.

Zu den teilweise verbotenen pro-palästinensischen Demonstrationen vom vergangenen Wochenende sagte Faeser, es sei vor einem Verbot jeweils zu bewerten, welche Anmeldelage und Risiken es gebe. Daher sei eine einheitliche Linie hier schwierig. Das Versammlungsrecht sei ein hohes Gut. Würden Menschen aber trotz Verbots demonstrieren, müssten ihre Versammlungen konsequent aufgelöst werden.

Medienberichte

Lambsdorff soll Nachfolger von Seibert in Israel werden

In bedeutenden deutschen Auslandsvertretungen könnte es zu Wechseln an der Spitze kommen. Doch bei der offiziellen Bekanntgabe wird diplomatisch vorgegangen

 10.02.2026

Berlin

Unbekannte zerstören Gedenktafel an jüdischem Friedhof

Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt ermittelt

 10.02.2026

Berlin

Ordner, der Lahav Shapira bedrängte, muss Geld zahlen

Israelfeindliche Aktivisten besetzen 2023 einen Hörsaal. Die Stimmung ist aufgeheizt. Dem Studenten Lahav Shaipra wird der Einlass verwehrt. Nun muss ein Ordner deswegen eine Geldauflage zahlen

 10.02.2026

Göttingen

Durchsuchungen wegen mutmaßlichen Nazi-Shops

CDs, Sticker, Kleidung - die mindestens sechs Verdächtigen sollen die rechtsextreme Szene ausgestattet haben. Was die Beamten bei Durchsuchungen noch fanden

 10.02.2026

Boston

US-Gericht stoppt Verfahren gegen türkische Doktorandin

Ein Meinungsbeitrag zum Gaza-Krieg reichte aus: 2025 kam die türkische Doktorandin Rümeysa Öztürk in US-Abschiebehaft. Der Fall löste landesweite Empörung aus – nun ist eine Entscheidung gefallen

 10.02.2026

Faktencheck

Gefälschte Wegweiser entlarven angebliche Epstein-Aufnahme

Der Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ist 2019 zu Tode gekommen - doch ein Bild soll ihn angeblich in jüngster Zeit in Israel zeigen. Ein genauer Blick zeigt, wieso das nicht stimmen kann

 10.02.2026

Interview

»Was mit den Juden passierte, war vielen gleichgültig«

Sara Elasari-Gruß überlebte den Anschlag auf das jüdische Altenheim in München 1970. Im Interview spricht die Ärztin darüber, wie sie sich retten konnte und wie sie den Vorfall verarbeitet hat

von Michael Thaidigsmann  10.02.2026

Warschau

Polen: Einstellung zu Juden verschlechtert sich

Fast ein Drittel aller Polen hat eine ablehnende Haltung gegenüber Juden

 10.02.2026

Nahost

Westjordanland: Washington und London fordern Kurswechsel von Israel

Großbritannien besteht auf einer Rücknahme der vom israelischen Sicherheitskabinett beschlossenen Maßnahmen. Aus dem Weißen Haus heißt es, Stabilität sei entscheidend

 10.02.2026